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Kapitel 4 - Das Terrarium

Die Gestaltung der Wände machte uns zunächst große Sorgen. Was ist pflegeleicht, einigermaßen resistent gegen hohe Luftfeuchtigkeit und sieht dennoch halbwegs vernünftig aus? Tapete! Tapete? Tapete in einem Terrarium? Ein solches Terrarium zu bauen war für einige Zeitgenossen schon an der Grenze des Vorstellbaren. Mit der Idee, dieses mit Tapete auszukleiden schien die letzte Toleranzgrenze erreicht. "Die fällt Euch spätestens nach 3 Tagen wieder runter", so die einhellige Meinung der Experten.

Was gibt es schöneres als es den Experten mal so richtig zu zeigen!? Natürlich ist später eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit angesagt, das bedeutet aber nicht, dass alle Wände zwangsläufig nass sein werden und sich der Raum in eine Tropfsteinhöhle verwandelt. Auch in unserer Küche herrscht beim Kochen gerne hohe Luftfeuchtigkeit und dennoch ist noch keine Tapete heruntergefallen und kein Schimmel aufgetreten. Warum also soll das im Terrarium nicht funktionieren? Sicherlich werden wir die Luftfeuchtigkeit und die Belüftung permanent beobachten müssen, denn ganz unbegründet ist die Sorge der Experten natürlich nicht ...

Für drei Wände haben wir eine Fliestapete in einem hellen braunen, beinahe sandfarbenen Ton gewählt. Das passt optisch hervorragend. Die vierte Wand wurde mit einer Fototapete gestaltet. Wir hoffen, dass sich das Motiv später gut mit den echten Pflanzen verbinden lässt. Die Fototapete gibt dem Raum etwas mehr Tiefenwirkung. Alle Tapeten wurden mit einem Schmutz- und wasserabweisenden Schutzanstrich versehen. Ob's hilft?

TeichfolieSäulenSäulen2

Der Boden (inkl. Sockel) wurde mit einer Teichfolie ausgekleidet und die alte braune Holzdecke mit weißen Kunststoffplatten überzogen. Dadurch ist die hässliche alte Decke verschwunden, der Raum wirkt deutlich heller und nicht mehr so drückend wie vorher. Glanzstück des neuen Terrariums sind die beiden Säulen, die aus Hartschaumplatten angefertigt und mit einer wasserdichten Fugenmasse verputzt wurden.

KlettergerüstBaumscheibenWasserfall

Gut ein Drittel des Terrariums nimmt das "Klettergerüst" ein. Hier wurden robuste Baumstämme fest ineinander verkeilt. Zwei Baumscheiben werden später das "Wohnzimmer" für die Leguane darstellen. Die Fensterbank wurde integriert. So können sich die Tiere am Fenster aufhalten und sich schon mal den Weg zum späteren Außengehege einprägen.

TeichMutterbodenKletterpflanze

An den Wänden wurden Kletterhilfen für die Pflanzen angebracht. Viele Pflanzen hatten wir schon zu Beginn des Jahres besorgt und in großen Pflanzkübeln während des Sommers im Garten aufbewahrt. Bleibt zu hoffen, dass sie den Umzug ins Terrarium gut überstehen. Zusätzlich wurden viele Ableger unterschiedlicher Pflanzen eingesetzt um zu beobachten, welche Arten mit den Bedingungen am besten zurechtkommen. Auch rund um den Teich wurden Pflanzkübel platziert. Das dient zur Abstützung des Teiches. Später wurden die Zwischenräume teilweise mit Erde gefüllt. Auf diese Weise entstanden kleinere und mittlere Höhlen, die sicherlich gerne von den Tieren genutzt werden. Etwa 3 Kubikmeter Mutterboden waren nötig um den Raum in einer Höhe von 15 cm aufzufüllen. Zusätzlich wurden künstliche Hügel angelegt, so zum Beispiel der "Aufstieg" zum Teich.

Das schöne an Inhouse-Arbeiten ist die Unabhängigkeit vom Wetter. Es gab genau einen Tag, an dem wir auf gutes Wetter hofften: der Tag, an dem wir die Erde aus dem Nachbarort holten. Insgesamt waren 5 Fahrten mit PKW und Hänger notwendig; also 5-mal mit der Schippe den Hänger füllen, 5-mal den Hänger auf Schubkarre ausladen und unzählige Fahrten mit der Schubkarre durch den Garten zum Fenster und rein damit! Logisch, dass es sich an diesem Tag alle Wolken des blauen Planeten über unserem Haus versammelt haben und richtig abrockten! Es war eine unglaubliche Sauerei mit der Konsequenz, dass die Erde im Terrarium ordentlich nass war. Es dauerte beinahe zwei Wochen bis sich die Feuchtigkeit auf ein vernünftiges Maß reduzierte. In dieser Zeit hatten wir tatsächlich Angst um unsere Tapeten ...

Inneneinrichtung1Der fertige Teich

Noch sieht es ein wenig kahl aus. Wir hoffen, dass sich die Pflanzen gut entwickeln und dann auch die zurzeit noch sichtbaren Kübel zugewachsen sind.

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