Sie sind hier:Startseite / Terrarienbau / Kapitel 5 - Die Bewohner

Kapitel 5 - Die Bewohner

Unsere beiden grünen Leguane "Benny" und "Johannes" haben bereits eine bewegte Vergangenheit zu beklagen und teilen das Schicksal zahlreicher Artgenossen. Leider! Als junges einjähriges Pärchen haben wir sie übernommen und ihnen ein geräumiges Terrarium (L: 250 cm, B: 150 cm, H: 220 cm) gebaut. Relativ schnell mussten wir uns auf zwei neue Aspekte einstellen. Es handelt sich keineswegs um ein Pärchen, sondern um zwei Jungs und sie waren nicht ein, sondern bereits drei Jahre alt! Statt mit einem stolzen Leguan-Pärchen hatten wir es also mit zwei echten Problemfällen zu tun. Beide waren in ihrer Entwicklung deutlich zurückgeblieben und konnten das bis heute nicht mehr aufholen. 

Erstes BildPortraitIm Grünen

Eine gewisse Enttäuschung war nicht zu verheimlichen. Man neigt dann gerne dazu zunächst über den Vorbesitzer zu schimpfen und dann über sich selbst: Selbst schuld, wir hätten sie ja nicht nehmen müssen! Dennoch war uns klar, die Tiere können am wenigsten dafür. Sie dürfen unseren vollen Respekt erwarten und erhalten unseren vollen Einsatz um ihnen ein möglichst optimales Umfeld zu schaffen. Inzwischen sind die beiden seit sieben Jahren bei uns und haben nun endlich ein neues größeres Terrarium verdient.

Leguan am WasserBegutachtungErste Kostproben

Grüne Leguane leben nicht gerne alleine. Sie bevorzugen die Geselligkeit. Das neue Terrarium bietet deutlich mehr Platz und könnte weitere Einwohner aufnehmen. Es ist ein altbekanntes Phänomen, dass sich zwei Männer arrangieren können und ganz gut zurechtkommen. Wehe aber, es kommt eine Frau ins Spiel, dann gibt's Ärger. Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen. Würden wir ein oder zwei Mädels dazusetzen, ging die Männerfreundschaft zu Bruch und einer von beiden würde vermutlich auf der Strecke bleiben. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass etwa gleichaltrige Leguane deutlich größer und imposanter sind und sich sofort die Dominanz sichern würden.

Wir haben uns nun für eine andere Vorgehensweise entschieden und ein ganz junges Pärchen eingewöhnt. Auch in der freien Natur wachsen Jungtiere langsam nach und werden sich später gegenüber den Alten behaupten müssen. Zunächst werden unsere beiden Jungs die "Kinder" nicht als bedrohlich betrachten. Es ist ein spannendes Experiment, da wir den genauen Verlauf natürlich nicht vorhersagen können. Es sind einige Szenarien denkbar, nicht nur positive. Daher werden wir die Entwicklung penibel beobachten um im Notfall eingreifen zu können.

Junge LeguaneJunge LeguaneHeizung

So sind die Kinder nun mal: selbstbewusst und rotzfrech, gleichzeitig sensibel und ängstlich. Daher muss man sich auch mal hinter der Heizung verstecken und warten bis der Zweibeiner das Terrarium wieder verlassen hat!

RosenkäferWinkelspinneGroße Zitterspinne

Inzwischen wird das Terrarium auch von weiteren Anwohnern akzeptiert. Weder den Rosenkäfer noch die zahlreichen Spinnen haben wir bewusst eingesetzt. Der Rosenkäfer (Pachnoda marginata peregrina) ist vermutlich aus der Futterküche geflüchtet und die Spinnen (Mitte: vermutlich eine Winkelspinne (Tegenaria atrica) und rechts, das könnte eine Große Zitterspinne (Pholcus phalangioides sein) reisen jetzt aus ganz Köln zur Besichtigung an. Spinnen-Butterfahrt zu DahmsTierleben! Zu dumm, dass die keinen Eintritt zahlen und keine Heizdecken kaufen, sonst wäre die Finanzierung des Terrariums auf Jahre hinaus gesichert!

Gerrhosaurus major Gerrhosaurus major Gerrhosaurus major

Die vier Sudan-Schildechsen (Gerrhosaurus major) haben wir bewusst eingesetzt. Richtigerweise müsste es lauten: Wir haben die Leguane und die Schildechsen zusammen gelassen. Sie waren bereits in all den 7 Jahren zusammen und das klappte hervorragend. Jetzt können sie eine deutlich größere Bodenfläche einschließlich der zahlreichen Höhlen und Verstecke in Anspruch nehmen. Gelegentliche Ausflüge in höhere Regionen nutzen sie gerne zum gemeinsamen Sonnenbaden mit den Leguanen.

Bookmark & Share