Sie sind hier:Startseite / Terrarienbau / Kapitel 7 - Die Pflanzen

Kapitel 7 - Die Pflanzen



Als Hobby-Terrarianer steht man beim Thema Pflanzen vor der einen oder anderen Frage. Ist diese Pflanze giftig oder nicht? Falls ja, für wen? Für den Menschen? Für das Tier? Für welche Art genau? Sind nur die Blüten giftig? Oder die Früchte? Auch die Blätter? Darf die Pflanze aus dem Supermarkt stammen? Was ist, wenn die Pflanze beim "Hersteller" gedüngt wurde? Oder etwa chemisch behandelt? Werden wir uns mit der verwendeten Pflanz- und Aufzuchterde Milben, Pilze oder andere Schädlinge einfangen? Alternative Plastik? Was sagen die Experten?

Die Meinungen der Experten sind ebenso vielfältig und verwirrend wie zu anderen Themen, zum Beispiel zur Ernährung, zur Vergesellschaftung oder zur vermeintlich optimalen Terrariengestaltung. Während die einen die Lebensräume für ihre Lieblinge mit pedantischer Exaktheit nachbilden, dabei keine Mühen- und Kosten scheuen um Sand, Steine, Äste, Wurzeln und Pflanzen aus den Original-Schauplätze zu importieren, schwören die anderen auf die einfache und hygienische Haltung auf Zeitungspapier. Es ist wie immer: "Die einzig richtige Variante" gibt es nicht. Vertrauen wir also auf unsere bisherigen Erfahrungen und verlassen wir uns auch weiterhin auf unser Bauchgefühl.



BepflanzungVorne links der Baumfreund (Philodendron erubescens), dahinter im roten Topf eine Keulenlilie (Cordyline indivisa).
Im Hintergrund ein Fensterblatt (Monstera deliciosa).
BepflanzungDer Leguan macht es sich in einem Drachenbaum (Dracaena) gemütlich. Vorne rechts Livistonie (Livinstona chinensis) und dahinter eine Birkenfeige (Ficus benjamina).



Für uns stand von Beginn an fest, dass echte Pflanzen verwendet werden. Eigentlich stellte sich diese Frage nicht, da sich in unseren Terrarien ausschließlich echte Pflanzen befinden. Meist werden sie in Pflanzgefäße eingesetzt um sie zu stabilisieren, die Wurzeln zu schützen und ihnen mehr "Tiefgang" zu ermöglichen. In den klassischen Wüstenterrarien verwenden wir ausschließlich Sand als Bodensubstrat, ansonsten ein Gemisch aus Erde und Sand. Dieses wird angereichert mit ein paar Kellerasseln und ggf. mit Regenwürmern. Ziel ist dabei, einen kleinen natürlichen Kreislauf zu simulieren - soweit dies in einem Terrarium überhaupt möglich ist.

Diese durchweg positiven Erfahrungen mit kleineren Terrarien haben wir auf die neue Anlage übertragen. Natürlich war uns klar, dass wir keinen Regenwald simulieren können, auch wenn wir gerne davon sprechen. Weder die finanziellen Mittel, noch die örtlichen Gegebenheiten lassen das zu. Wir befinden uns nun mal in einem Kellerraum, der eigentlich zu dunkel und auch zu niedrig ist. Außerdem müssen wir uns bewusst sein, dass die Luftfeuchtigkeit zwar ordentlich angehoben wird, in einem gewöhnlichen Wohnhaus aber ihre Grenzen haben muss.



KannenpflanzeKannenpflanze
(Nepenthes)
KannenpflanzeKannenpflanze
(Nepenthes)



Die Kannenpflanze (Nepenthes) ist eine fleischfressende tropische Pflanze. Die Kannen produzieren einen Lockstoff um Beutetiere anzulocken. Fällt ein Beutetier (z.B. ein Insekt) in eine dieser Fallgruben, gibt es kaum ein Entkommen. Die sehr saure Verdauungsflüssigkeit zersetzt die Beute meist innerhalb von 2 Tagen. Die Kannendeckel sorgen dafür, dass nicht zu viel Regenwasser eindringt und die Verdauungsflüssigkeit verdünnt.

Schon zu Beginn der Baumaßnahmen beschäftigten wir uns mit diversen Ideen bezüglich der Bepflanzung. Zahlreiche Samenkörner und Ableger wurde eingesetzt im während der Sommermonate aufgezogen. Sobald die Gärtnereien und Gartencenter günstige Pflanzen anboten, waren wir da um zu sehen, was für unser Vorhaben von Interesse sein könnte. Freunde und Bekannte brachten ihre ausrangierten Zimmerpflanzen, was sich in einigen Fällen als Glücksgriff erweisen sollte. Diese zum Teil zu groß oder zu "hässlich" gewordenen Pflanzen können bei uns "nicht groß genug" werden. Das jetzt deutlich wärmere und feuchtere Klima verhalf zudem den hässlichen zu ungeahnter Pracht. Nicht immer, aber häufig.

Monstera deliciosaFensterblatt
(Monstera deliciosa)
Anthurium andreanumGroße Flamingoblume
(Anthurium andreanum)



Anfangs werden die Wände des Terrariums kahl und unansehnlich sein. Also werden Pflanzen benötigt, die die Wände und die angebrachten Kletterhilfen möglichst zügig bedecken und dennoch robust sind. Das aus Baumstämmen gefertigte Klettergerüst für die Leguane soll langfristig von kräftigen Pflanzen eingehüllt werden. So soll zumindest optisch der Eindruck einer Baumkrone entstehen. Auch die Ränder des Teiches sollen begrünt werden. Die zurzeit noch sichtbaren Blumenkübel, die u.a. auch als Stütze für den Teich dienen, sollen möglichst schnell verdeckt werden.



TopfpflanzenTopfpflanzen
TopfpflanzenTopfpflanzen



Efeutute (Epipremnum pinnatum) und der Baumfreund (Philodendron erubescens) gelten als robuste und pflegeleichte Kletterpflanze. Das aus Mexiko stammende Fensterblatt (Monstera deliciosa) ist ebenfalls ein robuster Kletterstrauch und für das Klima im Terrarium hervorragend geeignet. Auch der Baumfreund (Philodendron erubescens) gilt als guter Kletterer.

Aktuell wirkt die Bepflanzung noch recht dürftig. Die neue Lebensgemeinschaft aus Tieren und Pflanzen muss sich erst noch finden. Dazu benötigt es noch einige Monate Zeit. Das Klima und die Lichtverhältnisse sind nicht überall konstant. Das ist auch so gewollt. Wir müssen nun prüfen, ob wir die richtigen Pflanzen gewählt und ihnen auch einen günstigen Standort zugewiesen haben. Noch ist es für ein Fazit zu früh, aber einige Ergebnisse können bereits jetzt festhalten werden:

  • Der Mutterboden wurde mit Grassamen eingestreut. Das Gras wuchs sehr schnell und wirkte wie ein grüner Teppich. Das sah richtig klasse aus.Innerhalb weniger Tage war der Zauber allerdings vorbei. Auch ein weiteres Säen blieb erfolglos. Inzwischen ist kein einziger Grashalm mehr zu sehen. Schade.
  • Im Sommer zogen wir im Garten zwei afrikanische Kalebassen. Beide, inzwischen auf über 2 Meter angewachsen, haben den Umzug ins Terrarium nicht überlebt. Schon nach wenigen Tagen zeigte sich ein schimmelähnlicher Belag auf den Blättern und die Pflanzen gingen ein. Vermutlich waren der drastische Wechsel in die neue Umgebung und das fehlende natürliche Sonnenlicht ausschlaggebend.



Bookmark & Share