Chamaeleo calyptratus
Jemen-Chamäleon
Name
- Wissenschaftliche Bezeichnung:
- Chamaeleo calyptratus
- Common Name:
- Veiled Chameleon
- Deutsche Bezeichnung:
- Jemen-Chamäleon
- Französische Bezeichnung:
- Caméléon casqué du Yémen
- Spanische Bezeichnung:
- camaleón del Yemen oder camaleón velado
- Niederländische Bezeichnung:
- jemenkameleon
- Erstmals beschrieben:
- 1851 von André Marie Constant Duméril (1774-1860) und Gabriel Bibron (1805-1848)
Schutzstatus
- Gefährdungsstufe gemäß der Roten Liste (IUCN): keine
- Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES): Anhang II - Hinweis: Die Tiere sind hier unter Chamaeleo spp registriert.
- EU-Artenschutzverordnung: (EG) Nr. 318/2008: Anhang B
- streng bzw. besonders geschützt nach BNatSchG : Anhang b
Merkmale
- tagaktiv
- Größe der Männchen bis 60cm
- Größe der Weibchen bis 45cm
- Der Helm eines Männchen wird bis zu 8cm hoch
- Lebenserwartung der Männchen ca. 5 Jahre, Weibchen ca. 3 Jahre
Häutung bei einem adulten Weibchen (links) und bei Jungtieren (mitte und rechts).
Systematik
- Klasse: Reptilia (Reptilien)
- Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere)
- Unterordnung: Lacertilia (Echsen)
- Zwischenordnung: Iguania (Leguanartige)
- Familie: Chameleonidae (Chamäleons)
- Unterfamilie: Chamaeleoninae (Eigentliche Chamäleons)
- Gattung: Chamaeleo
- Art: Chamaeleo calyptratus (Jemen-Chamäleon) [DUMÉRIL & BIBRON 1851]
Natürlicher Lebensraum
- Im Süden der arabischen Halbinsel (Saudi-Arabien und Jemen) in zwei unterschiedlichen Biotopen
- in den feuchtwarmen Berghängen, bei Tagestemperaturen zwischen 30 und 40°C
- in den trockenen Hochebenen mit starken Temperaturschwankungen
Terrarien-Einrichtung
- hochformatiges Terrarium
- viele Kletteräste anbieten und viele Versteckmöglichkeiten schaffen
- Die Jemenchamäleons trinken nicht aus Wassernäpfen. Sie bevorzugen das Ablecken von Blättern oder Terrarienwänden.
- Idealerweise sollte eine Baumkrone simuliert werden, wobei das Blätterwerk einerseits als Versteck, andererseits als "Trinkgefäß" dient.
- Zusätzlich kann ein Wasserspender angeboten werden
- für eine ausreichende Belüftung sorgen (kein Durchzug!) und vor Überhitzung schützen
- Luftfeuchtigkeit 60-80%
- Temperatur im Sommer tagsüber 26-28°C, nachts 16-20°C
- Temperatur im Winter tagsüber 18-20°C, nachts 12-15°C
- auf ausreichende UV-Versorgung achten
Ernährung
- Drosophila, Mikroheimchen, Buffalos und kleine Stab- und Gespenstschrecken für Jungtiere
- Grillen, Heimchen, Zophobas, Heuschrecken und größere Stab- und Gespenstschrecken für die adulten Tiere
- Due Zugabe von Vitaminen ist empfehlenswert
Eiablage und Inkubation
- Die adulten Tiere nur zur Paarung zusammensetzen, ansonsten getrennt halten
- Die Weibchen legen großen Wert auf einen geeigneten Ablageplatz.
- Häufig graben sich die Tiere probeweise ein, um die Qualität des Ablageplatzes zu testen
- Zur Eiablage ist eine mindestens 20 bis 30 cm hohe Ablagevorrichtung zu empfehlen, in der sich die Tiere nach unten eingraben können.
- Gut geeignet ist Sand mit hohem Lehmanteil, z. B. Spielkastensand.
- Nach einer Trächtigkeit von 25-40 Tagen werden im Durchschnitt 30-40 Eier je Gelege abgelegt.
- Bewährt hat sich eine Inkubationstemperatur von 25 bis max. 30°C
- Abhängig von der Substratfeuchte und der Temperatur liegt die Inkubationszeit zwischen 180 und 220 Tagen.
Im linken Bild ist zu sehen, wie sich ein Weibchen nach unten gräbt um eine geeignete Stelle zur Eiablage zu finden. Nach der Ablage kommt sie wieder nach oben und verschließt die Grabungsstelle sorgfältig. Vergleichbar mit einer archäologischen Ausgrabung wird der Sand vorsichtig Millimeter für Millimeter abgetragen um die Eier aufzufinden. In diesem Fall waren sie ca. 23 cm tief eingegraben. Das rechte Bild zeigt den Unterschied von einem frisch abgelegten Ei (links) zu einem unmittelbar vor dem Schlupf befindlichen Ei (rechts). Das frische Ei hat noch eine sehr weiche Schale, die sich aber relativ schnell festigt.
Die Eier werden vorsichtig aus der Ablagevorrichtung herausgenommen und in ein vorbereitetes Behältnis, z. B. eine Heimchendose mit angefeuchtetem Vermiculite gelegt. Anschließend werden die Eier mit trockenem Vermiculite leicht abgedeckt. Von jedem Ei bleibt ein kleines Stück sichtbar. Das erleichtert die Kontrolle während der Inkubation. Zuletzt werden die Behältnisse verschlossen und beschriftet mit dem Datum der Eiablage und der Anzahl Eier pro Behältnis.
Das Schlüpfen ist für die kleinen Chamäleons ein anstrengender Kraftakt. Das Bild links zeigt ein Jungtier unmittelbar nach dem Schlupf. Der Dottersack ist gut zu erkennen. Die Körnchen des Vermiculites bleiben am noch feuchten Körper kleben. Nach wenigen Minuten sind die kleinen Kerle topfit. Der Dottersack ist ab, die Haut abgetrocknet und sauber und nun wird die große weite Welt begutachtet, gemeinsam mit den Geschwistertieren.
Aufzucht der Jungtiere
- Die Jungtiere können in den ersten Wochen gemeinsam in einem großen Terrarium mit dichter Bepflanzung untergebracht werden. Das erleichtert die Pflege erheblich.
- Empfohlen wird aber, die Jungtiere später zu trennen und einzeln groß zu ziehen.
- Nähere Details über die Aufzucht der Jungtiere finden Sie im Tagebuch.
Literaturhinweise
- Wolfgang Schmidt: Das Jemen-Chamäleon, Natur und Tier Verlag
- Terraria, Ausgabe Nr. 8, November/Dezember 2007

