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Chamaeleo calyptratus

Jemen-Chamäleon



Name

  • Wissenschaftliche Bezeichnung: Chamaeleo calyptratus
  • D Jemen-Chamäleon
  • F Caméléon casqué du Yémen
  • UK Veiled chameleon
  • E Camaleón del Yemen
  • NL Jemenkameleon



Chamaeleo calyptratus
Chamaeleo calyptratus



Systematik

  • Klasse: Reptilia (Reptilien) [LAURENTI, 1768]
  • Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere) [OPPEL, 1811]
  • Unterordnung: Iguania (Leguanartige) [COPE, 1864]
  • Familie: Chameleonidae (Chamäleons) [WERNER, 1902]
  • Gattung: Chamaeleo [LINNAEUS, 1758]
  • Art: Chamaeleo calyptratus (Jemen-Chamäleon) [DUMÉRIL & BIBRON 1851]
  • Erstmals beschrieben: 1851 von André Marie Constant Duméril (1774-1860) und Gabriel Bibron (1805-1848)



Chamaeleo calyptratus
Chamaeleo calyptratus



Merkmale

  • tagaktiv
  • Größe der Männchen bis 60cm
  • Größe der Weibchen bis 45cm
  • Der Helm eines Männchens wird bis zu 8 cm hoch
  • Lebenserwartung der Männchen ca. 5 Jahre, Weibchen ca. 3 Jahre
  • die beiden Augen können unabhängig voneinander bewegt werden. Die Bestimmung der Entfernung erfolgt nicht über das "räumliche" Sehen, sondern über die Schärfe des wahrgenommenen Objekts.
  • um eine Beutetier zu fangen, wird die Zunge blitzartig aus dem Maul geschleudert. Das leicht keulenförmige Ende der Zunge fixiert die Beute. Anschließend wird die Zunge ins Maul zurückgezogen. Dabei werden die Augenlider geschlossen und die Augäpfel in den Schädel zurückgezogen. Damit werden die Augen vor Verletzungen geschützt, z. B. durch schwere und wehrhafte Beutetiere.



Häutung bei einem adulten WeibchenHäutung bei einem adulten Weibchen
Häutung bei einem JungtierHäutung bei einem Jungtier



Geschlechtsunterschiede

  • Adulte männliche Jemen-Chamäleons sind deutlich größer als die weiblichen Tiere, auch der Helm der Männchen ist wesentlich größer. Er kann in etwa die doppelte Größe der weiblichen Helme erreichen
  • Bei den Männchen kann man relativ leicht die verdickte Schwanzwurzel erkennen. In den Hauttaschen sind die Hemipenes verborgen.
  • Am einfachsten sind die männlichen Tiere an ihren Fersenspornen an den Hinterfüßen zu erkennen. Dieser Sporn ist schon bei den frisch geschlüpften männlichen Jungtieren zu erkennen



Fersensporn bei einem adulten MännchenFersensporn bei einem adulten Männchen



Das Farbenspiel

  • Jemen-Chamäleons nutzen die Färbung zur Kommunikation
  • Die Farbliche Anpassung an die Umgebung spielt nur eine untergeordnete Rolle
  • Der Färbung ist vielmehr ein Ausdruck der aktuellen Stimmungslage, zum Beispiel Erregung, Imponieren, Furcht oder Respekt.
  • Die Weibchen besitzen zudem die Fähigkeit, ihre Paarungsbereitschaft zu signalisieren bzw. ihre Gravidität (Trächtigkeit) zu signalisieren



    GraviditätsfärbungGraviditätsfärbung



    Natürlicher Lebensraum

    • Im Süden der arabischen Halbinsel (Saudi-Arabien und Jemen) in zwei unterschiedlichen Biotopen
      • in den feuchtwarmen Berghängen, bei Tagestemperaturen zwischen 30 und 40°C
      • in den trockenen Hochebenen mit starken Temperaturschwankungen



    Terrarien-Einrichtung

    • hochformatiges Terrarium
    • viele Kletteräste anbieten und viele Versteckmöglichkeiten schaffen
    • Die Jemenchamäleons trinken nicht aus Wassernäpfen. Sie bevorzugen das Ablecken von Blättern oder Terrarienwänden.
    • Idealerweise sollte eine Baumkrone simuliert werden, wobei das Blätterwerk einerseits als Versteck, andererseits als "Trinkgefäß" dient.
    • Zusätzlich kann ein Wasserspender angeboten werden
    • für eine ausreichende Belüftung sorgen (kein Durchzug!) und vor Überhitzung schützen
    • Luftfeuchtigkeit 60-80%
    • Temperatur im Sommer tagsüber 26-28°C, nachts 16-20°C
    • Temperatur im Winter tagsüber 18-20°C, nachts 12-15°C
    • auf ausreichende UV-Versorgung achten



    Chamaeleo calyptratus
    Chamaeleo calyptratus



    Ernährung

    • Drosophila, Mikroheimchen, Buffalos und kleine Stab- und Gespenstschrecken für Jungtiere
    • Grillen, Heimchen, Zophobas, Heuschrecken und größere Stab- und Gespenstschrecken für die adulten Tiere
    • Die Zugabe von Vitaminen ist empfehlenswert



    Leckerbissen HeuschreckeLeckerbissen Heuschrecke
    Jungtiere auf einer Box mit DrosophilasJungtiere auf einer Box mit Drosophilas



    Eiablage und Inkubation

    • Die adulten Tiere nur zur Paarung zusammensetzen, ansonsten getrennt halten
    • Die Weibchen legen großen Wert auf einen geeigneten Ablageplatz.
    • Häufig graben sich die Tiere probeweise ein, um die Qualität des Ablageplatzes zu testen
    • Zur Eiablage ist eine mindestens 20 bis 30 cm hohe Ablagevorrichtung zu empfehlen, in der sich die Tiere nach unten eingraben können.
    • Gut geeignet ist Sand mit hohem Lehmanteil, z. B. Spielkastensand.
    • Nach einer Trächtigkeit von 25-40 Tagen werden im Durchschnitt 30-40 Eier je Gelege abgelegt.
    • Bewährt hat sich eine Inkubationstemperatur von 25 bis max. 30°C
    • Abhängig von der Substratfeuchte und der Temperatur liegt die Inkubationszeit zwischen 180 und 220 Tagen.



    PaarungPaarung
    PaarungPaarung



    EiablageEiablage
    Eier im GrößenvergleichEier im Vergleich



    Im linken Bild ist zu sehen, wie sich ein Weibchen nach unten gräbt um eine geeignete Stelle zur Eiablage zu finden. Nach der Ablage kommt sie wieder nach oben und verschließt die Grabungsstelle sorgfältig. Vergleichbar mit einer archäologischen Ausgrabung wird der Sand vorsichtig Millimeter für Millimeter abgetragen um die Eier aufzufinden. In diesem Fall waren sie ca. 23 cm tief eingegraben. Das rechte Bild zeigt den Unterschied von einem frisch abgelegten Ei (links) zu einem unmittelbar vor dem Schlupf befindlichen Ei (rechts). Das frische Ei hat noch eine sehr weiche Schale, die sich aber relativ schnell festigt.



    EierDie Eier kommen in das vorbereitete Inkubationsbehältnis
    Eier... und werden leicht bedeckt ...



    Die Eier werden vorsichtig aus der Ablagevorrichtung herausgenommen und in ein vorbereitetes Behältnis, z. B. eine Heimchendose mit angefeuchtetem Vermiculite gelegt. Anschließend werden die Eier mit trockenem Vermiculite leicht abgedeckt. Von jedem Ei bleibt ein kleines Stück sichtbar. Das erleichtert die Kontrolle während der Inkubation. Zuletzt werden die Behältnisse verschlossen und beschriftet mit dem Datum der Eiablage und der Anzahl Eier pro Behältnis.

    Eier ... verschlossen und beschriftet.
    Jungtiere kurz vor den SchlüpfenJungtiere kurz vor den Schlüpfen.



    Jungtier unmittelbar nach dem SchlupfJungtier unmittelbar nach dem Schlupf
    Jungtier unterwegs im GrünenJungtier unterwegs im Grünen



    Aufzucht der Jungtiere

    • Die Jungtiere können in den ersten Wochen gemeinsam in einem großen Terrarium mit dichter Bepflanzung untergebracht werden. Das erleichtert die Pflege erheblich.
    • Empfohlen wird aber, die Jungtiere später zu trennen und einzeln groß zu ziehen.
    • Nähere Details über die Aufzucht der Jungtiere finden Sie im Tagebuch.