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Pogona vitticeps

Streifenköpfige Bartagame



Name

  • Wissenschaftliche Bezeichnung: Pogona vitticeps
  • D Streifenköpfige Bartagame
  • F Agame barbu
  • UK Central Bearded Dragon
  • E Dragón barbudo
  • NL Baardagame



Systematik

  • Klasse: Reptilia (Reptilien) [LAURENTI, 1768]
  • Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere) [OPPEL, 1811]
  • Unterordnung: Iguania (Leguanartige) [COPE, 1864]
  • Familie: Agamidae (Agamen) [DAUDIN, 1802]
  • Gattung: Pogona (Bartagamen) [STORR, 1982]
  • Art: Pogona vitticeps (Streifenköpfige Bartagame) [AHL 1926]
  • Der Artname leitet sich ab aus dem griechischen pogon (Bart) und den lateinischen Bezeichnungen vittatus (gestreift) und cephalus (Kopf)



Die Gattung Pogona in der Übersicht

  • Pogona barbata
    • Herkunft: New South Wales, Queensland, South Australia, Victoria
    • Deutscher Name: Östliche Bartagame
    • Gesamtlänge ca. 55-60 cm
  • Pogona henrylawsoni
    • Herkunft: Queensland
    • Deutscher Name: Zwerg-Bartagame
    • Gesamtlänge ca. 30 cm
  • Pogona microlepidota
    • Herkunft: West Australien (Kimberleys)
    • Deutscher Name: Kleinschuppige Bartagame
    • Gesamtlänge ca. 40 cm
    • gelten als sehr scheu und wurden vermutlich noch nie nach Europa exportiert
  • Pogona minima
    • Herkunft: nur auf der Insel Houtman Abrolhos (Westaustralien)
    • Deutscher Name: Kleine Bartagame
    • Gesamtlänge ca. 35 cm
  • Pogona minor
    • Herkunft: Nord- Süd und Westaustralien
    • Deutscher Name: Westliche Bartagame
    • Gesamtlänge ca. 40 cm
  • Pogona mitchelli
    • Herkunft: Nord- und Westaustralien
    • Deutscher Name: Mitchells Bartagame
    • Gesamtlänge ca. 40 cm
  • Pogona nullarbor
    • Herkunft: Süd- und Westaustralien
    • Deutscher Name: Nullarbor Bartagame
    • Gesamtlänge ca. 30 cm
  • Pogona vitticeps
    • Herkunft: Binnenland, Süd- und Ostaustralien
    • Deutscher Name: Streifenköpfige Bartagame, meist aber nur "Bartagame"
    • Gesamtlänge bis max. 60 cm



Merkmale

  • tagaktiv
  • sitzen bevorzugt in einer erhöhten Position, z. B. auf Steinen, Ästen oder Baumstümpfen
  • von dort wird die direkte Umgebung genau beobachtet.
  • Mögliche Beute wird erst dann interessant, wenn diese in wenigen schnellen Schritten erreicht werden kann
  • Größe bis max. 60 cm
  • Lebenserwartung ca. 10 Jahre



Pogona vitticeps
Pogona vitticeps



Geschlechtsunterschiede

  • Geschlechtsmerkmale: auf dem linken Bild sind die Femoralporen des Männchens deutlich sichtbar. Beim Weibchen (Bild rechts) sind diese nur schwach ausgeprägt.



Pogona vitticepsBartagame (männlich)
Pogona vitticepsBartagame (weiblich)



Warum eigentlich "Bart"-Agame?

  • Das Aufstellen des "Bartes" ist ein wichtiger Teil des Sozialverhaltens. Er unterstützt das Imponiergehabe und bewirkt, dass das Tier größer und kräftiger erscheint; in Verbindung mit heftigem Kopfnicken eine eindeutige Drohgebärde!
  • Auch im Balzverhalten spielt der aufgestellte Bart eine wichtige Rolle. Die Männchen versuchen die Weibchen durch einen tief schwarzen Bart zu beeindrucken.



Pogona vitticepsBart-Agame



Natürlicher Lebensraum

  • Australien (New South Wales, North Territory, Queensland, South Australia, Victoria)
  • Savanne und Halbwüste



Terrarien-Einrichtung

  • Terrariengröße für 1,1: mindestens 5 x 4 x 3  (L x B x H) in KRL
  • Wüstenterrarium mit ca. 10 cm sandigem Bodengrund
  • robuste Kletteräste und Steinaufbauten
  • Versteckmöglichkeiten
  • Temperatur tagsüber 25-30°C, nachts 20-23°C, Sonnenbadeplatz mit bis zu 40°C
  • Luftfeuchtigkeit ca. 50-60%
  • UV-Versorgung sicherstellen



Pogona vitticeps
Pogona vitticeps



Ernährung

  • Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Spinnen, Schaben
  • Buffalos (für die Jungtiere), Mehlwürmer (für die Halbstarken) und Zophobas (für die Erwachsenen)
  • Salat, Löwenzahn, Gänseblümchen, Kräuter, Kapuzinerkresse (Blätter und Blüten sind essbar)
  • Obst (Äpfel, Birne, Trauben, Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren …)



Winterruhe

Bartagamen machen keinen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe. Das bedeutet, sie ziehen sich zurück und bewegen sich kaum. Sie nehmen keine Nahrung auf, trinken aber hin und wieder. Sie bleiben nicht fest liegen. Sie sind durchaus für einige Minuten unterwegs und wechseln auch ihre Ruhepositionen. Also: in dieser Zeit nicht füttern, aber immer frisches Wasser vorhalten. Ab und an leicht sprühen (aber Staunässe vermeiden!) Das leichte Sprühen sorgt dafür, dass die Tiere auch dann genügend Feuchtigkeit über die Haut aufnehmen wenn sie nicht trinken. Die Tiere in einem Zeitraum von ca. 2 Wochen auf die Winterruhe vorbereiten. Das bedeutet:

  • nicht mehr füttern
  • die 2 Wochen reichen aus, damit sich die Tiere völlig entleeren können
  • sollte in dieser Zeit kein Kot im Terrarium auftreten, dann in lauwarmem Wasser baden. Das regt die Verdauung an.
  • Grundsätzlich sollen nur gesunde Tiere in die Winterruhe gehen. Daher bietet es sich an, eine Kotprobe untersuchen zu lassen. Jungtiere sollten ebenfalls keine Winterruhe machen.
  • innerhalb dieser 2 Wochen werden die "Tage" kürzer. Die Beleuchtungsdauer von Wärmelampen und die Intensität von Heizungsanlagen wird schrittweise verkürzt (morgens später an, abends früher aus)
  • Am Ende der 2 Wochen sind alle Heizungen und alle Wärmestrahler aus. Es genügt jetzt eine mäßige Zimmertemperatur, die bei ca. 15-18 Grad liegen sollte. Etwas wärmer ist ok, aber nicht weniger als 15 Grad. Beleuchtungseinrichtungen können bei ausreichender Zimmerhelligkeit ganz abgeschaltet werden, ansonsten ebenfalls reduzieren. Ziel ist nicht die völlige Dunkelheit. Es gilt, nach wie vor einen Tag- und Nachtrhythmus sicherzustellen, allerdings weniger intensiv.

Die Länge der Winterruhe sollte ca. 4-6 Wochen betragen. Die Tiere haben selbst ein gutes Gespür um die Ruhezeit zu beenden. Sobald sie deutlich aktiver werden, können die Tage langsam wieder länger werden. Das bedeutet, die Beleuchtungsdauer wird wieder angehoben, die Wärmelampen kommen schrittweise zurück und die Temperaturen steigen langsam wieder an. Ähnlich wie die Phase der Vorbereitung sollte auch für diese Nachbereitung eine Dauer von ca. 2 Wochen eingeplant werden. Etwa nach der Hälfte der Aufwärmphase bieten wir wieder Futter an, allerdings nur kleinere Portionen, damit sich die Tiere langsam wieder an Fressen und Verdauen gewöhnen können.

Mit Vor- und Nachbereitung kann sich diese Aktion durchaus auf 8-10 Wochen strecken. Spannende Frage: Wann ist der richtige Zeitpunkt um mit der Winterruhe zu beginnen? Oktober ist recht früh, da wir durchaus warme und sonnige Außentemperaturen von bis zu 20 Grad haben. Mitte bis Ende November hingegen wird es deutlich kühler. Meist signalisieren die Tiere selbst, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Sie ziehen sich auffallend häufig zurück, graben sich ein, verstecken sich in Höhlen und zeigen wenig Interesse am Essen.



Gute NachtGute Nacht



3 Generationen

  • Zeitweise leben bis zu drei Generationen zeitgleich in DahmsTierleben



GroßvaterDer Großvater, geboren im Jahr 2000
MutterDie Mutter, geboren im Juni 2004



Enkelder Enkel, geboren am 30.08.2006



Eiablage und Inkubation

  • Die Weibchen können bis zu 4 mal im Jahr Eier ablegen.
  • Die Größe der Gelege beträgt 15-20 Eier, im Einzelfall bis zu 35
  • Die Eier werden bei ca. 28°C inkubiert
  • Die Jungtiere schlüpfen nach ca. 90 Tagen



PaarungPaarung
PaarungPaarung



GelegeTeil eines Geleges
SchlüpfenDas Schlüpfen der Jungtiere



Aufzucht der Jungtiere

  • Die Jungtiere können zunächst zusammen in einem ausreichend dimensionierten Terrarium gehalten werden.
  • Einrichtung und Ernährung ist vergleichbar mit den adulten Tieren
  • Später sollten die Tiere in immer kleineren Gruppen gehalten werden.
  • Die Zusammensetzung der Gruppen an der Körpergröße der Tiere ausrichten, d.h. die schwächeren und die größeren jeweils in getrennten Gruppen aufziehen.
  • Im Tagebuch beschreiben wir die Aufzucht der Jungtiere im Detail.



DiskussionsrundeDiskussionsrunde
SonnenbadenSonnenbaden



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