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Arthropoda

Der Stamm Arthropoda (Gliederfüßer) [LATREILLE, 1829]

Merkmal der mehr als 1 Million Arten ist der gegliederte Körperbau mit maximal einem Paar Gliedmaßen (Beine, Mundwerkzeuge, Antennen) je Segment, ein durch Chitin versteiftes Außenskelett, das beim Wachstum wiederholt durch Häutung ersetzt wird, ein rückenseitiges Herz mit offenem Blutkreislauf und ein bauchseitiges Strickleiter-Nervensystem mit einem Ganglion je Segment. Die meisten Gliederfüßer vermehren sich geschlechtlich und entwickeln sich direkt oder über Larven. Strukturiert werden die Gliederfüßer in 4 Unterstämme, wobei Sechsfüßer und Tausendfüßer häufig unter der Bezeichnung Tracheentiere (Tracheata) zusammengefasst werden.

 

Unterstamm Myriapoda (Tausendfüßer) [LATREILLE, 1802]

Die Tausendfüßer zählen zu den ältesten Gliedertieren. Man geht davon aus, dass es sie schon seit 410 Millionen Jahren gibt und sie zu den ersten Landbewohnern gehörten. Ihr Rumpf gliedert sich in Segmente, die jeweils ein Laufbeinpaar besitzen. Nur die letzten Segmente besitzen keine Beine. Eine Ausnahme zu dieser Regel stellen die Doppelfüßer. Ab dem 4. Segment sind die Segmente zu Doppelsegmenten verschmolzen, die nun jeweils zwei Beinpaare besitzen. Die Bezeichnung "Tausendfüßer" entspricht nicht annähernd der Realität. Illacme plenipes gilt als Spitzenreiter mit 750 Beinen. Die meisten Arten besitzen deutlich weniger. Differenziert werden die ca. 13.500 Arten in 4 verschiedene Klassen:

  • Klasse Chilopoda (Hundertfüßer) [LATREILLE, 1817]
  • Klasse Diplopoda (Doppelfüßer) [DE BLAINVILLE & GERVAIS, 1844]
  • Klasse Pauropoda (Wenigfüßer) [LUBBOCK, 1868]
  • Klasse Symphyla (Zwergfüßer) [RYDER, 1880]

 

Unterstamm Hexapoda (Sechsfüßer) [LATREILLE, 1825]

Im Unterschied zu der variablen Anzahl der Segmente und Beinpaare der Myriapoden besitzen die Hexapoden exakt drei Brustsegmente mit insgesamt 6 Beinen. Bei den Fluginsekten befinden sich die Flügel auf dem letzten Segment. Der Kopf ist bestückt mit einem Antennenpaar und drei Paar Mundwerkzeuge, Mandibeln (dienen zum Zerkauen der Nahrung und als Greifwerkzeug, z.B. beim Beutefang), Maxillen und Labium. Während die Anzahl der Arten bei den Sackkiefler nur rund 5.000 beträgt, werden die Insektenarten auf mehrere Millionen geschätzt.

 

Unterstamm Crustacea (Krusten- oder Krebstiere) [BRÜNNICH, 1772]

Die rund 40.000 Arten bestechen durch eine enorme Formenvielfalt, die aus der Anpassung an völlig unterschiedliche Lebensräume und Lebensweisen entstanden sind. Bekannte Vertreter der Krebstiere sind u.a. Garnelen, Langusten, Hummer, Krabben und Asseln.

 

Unterstamm Chelicerata (Kieferklauenträger) [HEYMONS, 1901]

Kieferklauenträger werden auch als Fühlerlose bezeichnet, da sich am ersten Kopfsegment keine Antennen befinden. Ihren eigentlichen Namen verdanken sie den Greifinstrumenten am zweiten Kopfsegment, die "Kieferklauen" oder Chelicerata genannt werden. Bei vielen Gruppen werden die Kieferklauen als Mundwerkzeuge genutzt.

 

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