Lebewesen
Was genau ein Lebewesen ist und was genau ein Lebewesen von anderen Systemen unterscheidet, lässt sich wohl nicht in einem Satz beschreiben. Vielmehr deutet das Vorhandensein mehrerer Merkmale auf ein Lebewesen hin. Beispielsweise sind Lebewesen aus Zellen aufgebaut. Jede Zelle enthält in ihrem Erbgut alle zum Wachstum und für die vielfältigen Lebensprozesse notwendigen Anweisungen. Lebewesen betreiben Stoffwechsel, also die Aufnahme, den Transport und die chemische Umwandlung von Stoffen sowie die Abgabe von Stoffwechselendprodukten an die Umgebung; wichtig für Aufbau und Erhaltung von Körpersubstanz und der Körperfunktionen. Als weiteres Indiz gilt die eigenständige Vermehrung.
Unter Beachtung dieser Kriterien sind Viren nicht zu den Lebewesen zu zählen. Sie sind keine Zellen und sie sind nicht aus Zellen aufgebaut. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und pflanzen sich auch nicht selbständig fort. Ihre Vermehrung erfolgt durch Wirtszellen. Trotzdem gibt es einige Parallelen zu den Lebewesen, denn auch Viren sind durch Mutationen und Selektion der Evolution unterworfen. Viren, Viroide und Prionen werden in einer eigenen Taxonomie unter der Führung des "International Committee on Taxonomy of Viruses (ICTV)" verwaltet.
In der biologischen Systematik werden die Lebewesen in drei Gruppen (oder Domänen) strukturiert.
- Archaea (Archaeen)
Einzeller ohne Zellkern und ohne Peptidoglycan
- Bacteria (Bakterien)
Einzeller ohne Zellkern. Sie besitzen in ihrer Zellwand eine Festigkeit verleihende Schicht (=Peptidoglycan).
- Eukaryota (Eukaryoten)
Organismen, deren Zellen einen Zellkern und Organelle besitzen. Zu ihnen zählen Protozoen (Einzeller), Algen, Pilze, Pflanzen, Tiere und der Mensch.
Hinweis: Diese Grafik stammt aus dem englischen Wikipedia und ist laut Urheber zur uneingeschränkten Nutzung freigegeben.
Die Abbildung beschreibt ein Modell, das die Entwicklung der Arten erklären soll. Auf dem äußeren Ring werden die heute lebenden Arten abgebildet. Zwei oder mehr Arten gehen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück. Dieser Vorfahre wiederum hat gemeinsame Vorfahren mit parallelen Entwicklungszweigen. Alle heute bekannten Lebewesen, auch wenn diese mittlerweile ausgestorbenen sind, lassen sich in diesem Modell auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückführen. Dieser hat den Namen LUCA (Last Universal Common Ancestor) erhalten, übersetzt: "letzter allgemeiner gemeinsamer Vorfahr". LUCA befindet sich symbolisch in der Mitte der Grafik, sozusagen als "Ausgangspunkt" für die Entwicklung aller Lebewesen.
Die Darstellung zeigt eine weitere Überraschung. Die umfangreichste Vielfalt stellen die Mikroorganismen, also die Bakterien (blauer Bereich) und die Archaeen (grüner Bereich). Die uns vertrauteren Lebensformen wie Pflanzen, Pilze, Tiere einschließlich der Gattung Homo zählen zu den Eukaryoten (roter Bereich) und stellen damit nur einen relativ bescheidenen Anteil am Gesamtvolumen. Eines haben alle Lebewesen gemeinsam: Eine DNA (Desoxyribonukleinsäure), die aus Einzelbausteinen, den Nukleotiden aufgebaut ist. Jedes Nukleodit wiederum besteht aus einem Phosphat-Rest, einem Zucker und einer von vier organischen Basen, die mit den Kürzeln A (Adenin), T (Thymin), G (Guanin) und C (Cytosin) beschrieben werden.
