Crocodylia
Die Ordnung Crocodylia (Krokodile) [OWEN, 1842]
Es klingt auf den ersten Blick kurios: Krokodile sind eine Schwestergruppe der Vögel und sind gemeinsam mit ihnen die einzigen lebenden Nachfahren der Archosaurier, zu denen die Flug- und Dinosaurier gezählt werden. Mit einer stattlichen Größe von bis zu 7 Metern haben sich die Krokodile an das Leben im Wasser hervorragend angepasst. Sie tauchen völlig ab, lediglich Augen und Nasenlöcher bleiben über der Wasseroberfläche. Der flache Körperbau, die meist flache Schnauze, der ruderförmige Schwanz und die explosive Schnellkraft ermöglicht es ihnen, die Beute blitzschnell zu fassen. Dann drehen sie sich mehrfach um die eigene Achse um die Beute zu zerreißen. Da sie die Nahrung nicht kauen können, werden abgerissene Fleischstücke vollständig verschluckt. Eine fast zärtliche Seite zeigen die Krokodile bezüglich ihrer Jungtiere. Man geht davon aus, dass ca. 90% des Nachwuchses von Nesträubern oder Raubtieren gefressen werden. Bei einigen Arten werden Eier und Jungtiere von den Muttertieren bewacht. Darüber hinaus hilft die Mutter beim Schlupf, trägt die Kleinen ins Wasser und wehrt Freßfeinde ab. Ein für Reptilien einmaliges Verhalten!
Die heute lebenden 23 Krokodilarten werden in die drei Familien
- Aligatoridae (Alligatoren) [GRAY, 1844],
- Crocodylidae (echte Krokodile) [CUVIER, 1807] und
- Gavialidae (Gaviale) [GMELIN, 1789]
systematisiert. Verschiedene Darstellungen kennen nur eine Familie (Crocodylidae) und benennen die drei Gruppierungen folglich als Unterfamilien mit den Bezeichnungen Alligatorinae, Crocodylinae und Gavialinae.
Gaviale fallen durch die extrem lange und dünne Schnauze auf. Die echten Krokodile sind direkt erkennbar aufgrund der Kiefergruben im Oberkiefer, in der der größte Zahn des Unterkiefers gelagert und sichtbar ist. Außerdem ist die Schnauze der Alligatoridae breiter als die der Crocodylidae.

