Serpentes
Die Unterordnung Serpentes oder Ophidia (Schlangen) [LINNAEUS, 1758]
Schlangen stammen von eidechsenartigen Vorfahren ab, die ihren Körper stark verlängert und ihre Beine reduziert haben. Sie sind zu einer schlängelnden Fortbewegung übergegangen. Vor etwa 100-135 Millionen Jahren kam es zur Trennung von Echsen und Schlangen. Die ältesten fossilen Schlangenfunde sind ca. 100 Millionen Jahre alt. Die verschiedenen Arten haben sich an die unterschiedlichsten Lebensräume und Klimabedingungen hervorragend angepasst.
Da Schlangen keine Gliedmaßen haben, besteht ihr Skelett nur aus einem Schädel, der Wirbelsäule und den Rippen. Zur Bewegung des Skeletts sind alle Wirbel und Rippen mit zahlreichen Muskeln verbunden. Durch die Koordination der Muskeln und durch die Biegsamkeit der Wirbelsäule wird die typische Schlängelbewegung möglich. Die Schuppenhaut der Schlangen verbindet Schutz und Flexibilität. Die Pigmente in den Schuppen geben den verschiedenen Arten ihre Färbung und Zeichnung.
Als größte Schlange gilt der Netzpython (Python reticulatus) mit einer Länge von mehr als 9 Metern. Beeindruckend ist auch nur geringfügig kleinere Anakonda (Eunectes murinus), die 435 Rückenwirbel besitzt, somit 400 mehr als der Mensch. Die kleinste Schlange ist die Reuters Blindschlange (Typhlops reuteri) mit einer Gesamtlänge von 10 Zentimetern.
Als giftigste Schlange gilt der in Australien lebende Taipan. Er wird als beißwütig und angriffslustig beschrieben. Etwa 80 von 100 Bissen sollen beim Menschen tödlich verlaufen, wenn nicht zeitnah ein Antiserum gespritzt wird. Seine Giftzähne können eine Länge von 12 mm erreichen. Die längste Giftschlange ist die Königskobra (Ophiophagus hannah) mit ca. 5,50 Metern.
Die nachfolgende Strukturierung erfolgt in Anlehnung an reptile-database.
Superfamilie Acrochordoidea
- Acrochordidae (Warzenschlangen) [Bonaparte, 1831]
Superfamilie Booidea [GRAY, 1825]
- Boidae (Riesenschlangen) [GRAY, 1825]
Superfamilie Colubroidea [OPPEL, 1811]
- Colubridae (Nattern) [OPPEL 1811]
- Elapidae (Giftnattern) [BOIE, 1827]
- Homalopsidae (Wassertrugnattern) [GÜNTHER, 1864]
- Lamprophiidae [FITZINGER, 1843]
- Pareatidae [ROMER, 1956]
- Viperidae (Vipern) [OPPEL, 1811]
- Xenodermatidae (Höckernattern) [GRAY, 1849]
Superfamilie Pythonoidea
- Loxocemidae (Spitzkopfpythons) [COPE, 1861]
- Pythonidae (Pythons)
- Xenopeltidae (Erdschlangen) [BONAPARTE, 1845]
Superfamilie Typhlopoidea
- Anomalepididae (Amerikanische Blindschlangen) [TAYLOR, 1939]
- Gerrhopilidae [VIDAL, WYNN, DONNELLAN & HEDGES, 2010]
- Leptotyphlopidae (Schlankblindschlangen) [STEJNEGER, 1892]
- Typhlopidae (Blindschlangen) [MERREM, 1820]
- Xenotyphlopidae [VIDAL, WYNN, DONNELLAN & HEDGES, 2010]
Superfamilie Uropeltoidea
- Anomochilidae (Sumatra-Wühlschlangen) [CUNDALL, WALLACH & ROSSMAN, 1993]
- Cylindrophiidae (Walzenschlangen) [FITZINGER, 1843]
- Uropeltidae (Schildschwänze) [MÜLLER, 1832]
ohne Zuordnung zu einer Superfamilie
- Aniliidae (Rollschlangen) [STEJNEGER, 1907]
- Bolyeriidae (Boylerschlangen) [HOFFSTETTER, 1946]
- Tropidophiidae (Erdboas) [BRONGERSMA, 1951]

