Rio Tárcoles
Spitzkrokodile am Rio Tárcoles
Der Rio Tárcoles ist eine gute Adresse um eine größere Population von Spitzkrokodilen zu sehen. Der 111 km lange Fluss entspringt im vulkanischen Gebirgszug Cordillera Central und mündet im Golf von Nicoya, einer Meeresbucht des Pazifischen Ozeans an der Westküste von Costa Rica. Wenige Kilometer vor der Mündung in den Pazifik führt in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Carara (carara ist indianisch für Krokodil) eine Brücke über den Fluss. Von dieser lassen sich die Tiere hervorragend beobachten. Zwar ist die Brücke relativ eng und viel befahren, aber der Anblick der Tiere entschädigt für diese Unannehmlichkeiten.
Spitzkrokodile (Crocodylus acutus) gehören zu den größten Krokodilarten. Bei den männlichen Tieren werden Größen von bis zu 7 Metern angegeben, die durchschnittliche Größe liegt aber eher zwischen 4 und 5 Metern und das Gewicht bei rund 400 Kilogramm. Die Weibchen sind mit 3 bis 3,50 Metern kleiner und mit 180 kg entsprechend leichter.
Das Verbreitungsgebiet der Spitzkrokodile erstreckt sich vom südlichen Florida bis nach Peru und Venezuela, eingeschlossen die karibischen Inseln, wie Kuba, Jamaica oder Hispaniola. In der Roten Liste gefährdeter Arten hat die International Union for Conservation of Nature (IUCN) die Spitzkrokodile als gefährdet (vulnerable) eingestuft. Der Bestand wird weltweit auf 10.000 bis 20.000 Exemplare geschätzt.
Die Spitzmaulkrokodile leben bevorzugt in küstennahen Lagunen, Mangrovensümpfen oder Flussmündungen wie hier am Rio Tárcoles. Sie kommen in Gewässern mit unterschiedlichen Salzgehalten zurecht, bevorzugen aber geringere Werte. Dabei teilen sie ihren Lebensraum auch mit anderen Krokodilarten. In Südflorida leben sie zusammen mit dem Mississippi-Alligator (Alligator mississippiensis), in Kuba mit dem Rautenkrokodil (Crocodylus rhombifer), im südlichen Mexiko mit dem Beulenkrokodil (Crocodylus moreleti) und in Costa Rica an zahlreichen Stellen mit dem Krokodilkaiman (Caiman crocodilus fuscus).
Das Nahrungsspektrum der Spitzkrokodile beginnt bei Jungtieren mit Krustentieren, Fischen und Amphibien und steigert sich im Laufe der Entwicklung über Schlangen, Schildkröten, Leguanen und Vögeln bis hin zu Säugetieren. Nasenlöcher, Ohren und Augen befinden sich auf der Oberseite des Kopfes. So können die Tiere im bzw. größtenteils unter Wasser unbemerkt auf Beute lauern und diese durch blitzschnelles Hervorschnellen ergreifen.
Aktuelle Informationen zum Spitzkrokodil:
- Population Genetics and Conservation of the American Crocodile on the Pacific Coast of Costa Rica. (Laurie Anne Cotroneo, 2010)
- POPULATION STRUCTURE OF THE AMERICAN CROCODILE (CROCODYLUS ACUTUS) IN COIBA ISLAND, PANAMA, INFERRED FROM MORPHOMETRIC MEASUREMENTS AND MICROSATELLITE MARKERS (Liza Maria Garcia-Jimenez, Dezember 2010).

