The Sloth Sanctuary of Costa Rica
Auffang- und Forschungsstation für Faultiere
Um den tropischen Regenwald an der karibischen Küste zu schützen, erwarben Luis Arroyo und Judy Avey-Arroyo im Jahr 1972 ein 230 Hektar großes Grundstück. Neben der Erhaltung des Regenwaldes wurde schnell ein weiteres Thema relevant: die Versorgung verletzter Tiere und deren Wiederauswilderung.
| Braunkehl-Faultier Bradypus variegatus aus der Familie der Dreifinger-Faultiere. | Jungtier Choloepus hoffmanni aus der Familie der Zweifinger-Faultiere. |
Entscheidend für die weitere Entwicklung wurde ein besonderes Ereignis im Jahr 1992, als zum ersten Mal ein verletztes Faultier behandelt wurde. Als in der Folgezeit weitere Exemplare eintrafen, wie zum Beispiel
- Jungtiere, die von Bäumen fielen,
- Jungtiere, deren Mütter überfahren wurden,
- adulte Tiere, die Unfälle mit zum Teil erheblichen Verletzungen überlebten,
- Tiere, die von Hunden verletzt wurden,
- Tiere, die sich an Stromleitungen verletzten,
- und leider zahlreiche Tiere, die von Menschen misshandelt wurden und zum Teil erhebliche Verletzungen wie z. B. Schusswunden aufwiesen
stand man vor der Herausforderung, mehr über diese merkwürdig anmutenden Tiere verstehen zu müssen, um sie erfolgreich zu behandeln und wieder auswildern zu können. Ist das Auswildern im Einzelfall nicht mehr möglich, musste eine Möglichkeit geschaffen werden, die Tiere langfristig unterzubringen und zu versorgen.
Man lernte viel über die Anatomie und die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten der beiden in Costa Rica beheimateten Arten Bradypus variegatus und Choloepus hoffmanni und gab dieses Wissen an die einheimische Bevölkerung und die Besucher weiter.
Auch in Zukunft wird eine der größten Herausforderung darin bestehen, den Tieren den notwendigen Respekt zu verschaffen und für Sympathie oder gar Begeisterung zu werben. Nur so ist es möglich, die Misshandlungen einzudämmen und mit den zum Teil irrwitzigen Vorurteilen aufzuräumen; zum Beispiel mit dem Irrglauben, dass sich die Faultiere gerne von Blättern ernähren, die halluzinogene Stoffe enthalten und diese für das "ständige Grinsen im Gesicht der Faultiere" verantwortlich sind.
Auf dem Gelände der Station ist die Nachbildung eines Riesenfaultiers zu sehen. Diese erreichten zum Teil ein Gewicht von mehreren Tonnen. Sie lebten im Gegensatz zu heutigen Faultieren nicht in den Bäumen, sondern auf dem Boden. Die am Ende des Pleistozän ausgestorbene Art Megatherium erreichte eine Gesamtlänge von bis zu 6 Metern.
Neben einem lehrreichen Rundgang durch die Station können die Besucher eine Bootstour durch den angrenzenden Regenwald unternehmen. Mit ein wenig Glück sind dort zahlreiche Bewohner zu sehen, wie dieser Stirnlappenbasilisk Basiliscus plumifrons.
Weitere Informationen zur Sloth Sanctuary:
- Die Station befindet sich ca. 31 Kilometer südlich vom Limón in Richtung Cahuita
- Umfangreiche Informationen zeigt die Homepage unter www.slothsanctuary.com.
- Aktuelle Neuigkeiten gibt es unter https://twitter.com/#!/slothsanctuary

