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Galápagos

Im Nationalpark Galápagos


Ein kurzer Überblick

Die Galápagosinseln liegen 972 km westlich der Küste von Ecuador. Verwaltungstechnisch bilden sie die zu Ecuador gehörende "Provincia de Galápagos" mit der Hauptstadt Puerto Baquerizo Moreno. Die offizielle Bezeichnung der Inseln lautet "Archipiélago de Colón" (Kolumbusarchipel). Der Name "Galápagos" geht zurück auf die ersten Karten, die 1570 gezeichnet wurden. Die Inseln wurden damals als "Insulae de los Galopegos" (Inseln der Schildkröten) bezeichnet. Das spanische Wort Galápago bedeutet "Wulst-Sattel" und beschreibt den Schildkrötenpanzer, der bei einigen Galápagos-Riesenschildkröte im Nackenbereich wie ein Sattel aufgewölbt ist.

Die Inselgruppe besteht aus 13 größeren und 6 kleineren Inseln sowie mehr als 100 Felsen und Eilande. Nur vier Inseln sind bewohnt: Santa Cruz, San Cristóbal, Isabela und Floreana. Auf Baltra gibt es einen Stützpunkt der ecuadorianischen Armee, Einrichtungen der Küstenwache und den kommerziell am meisten genutzten Flughafen des Archipels, dennoch gilt die Insel offiziell als unbewohnt. Die gesamte Landfläche beträgt ca. 8.000 km². Die Einwohnerzahl liegt bei ca. 30.000 (29.453 im Jahr 2015).


Die Sattelform des Panzers gab dem Archipel seinen NamenDie Sattelform des Schildkröten-Panzers
gab dem Archipel seinen Namen
Isla Roca León dormido, eine 114 Meter hohe Felsformation westlich von San CristóbalLa Roca León dormido, eine 114 Meter hohe
Felsformation westlich von San Cristóbal


Die Entdeckung

Die Galápagosinseln wurden am 10. März 1535 zufällig entdeckt. Tomás de Berlanga, der damalige Bischof von Panama, kam auf dem Weg nach Peru vom Kurs ab und strandete mit seinem Boot auf der Insel Floreana. Mehrere Tage verbrachten er und die Schiffsbesatzung dort und fanden schließlich ausreichend Trinkwasser für die Heimfahrt.

Die Inselgruppe wurde zunächst als "Islas Encantadas" (Verzauberte Inseln) bezeichnet, da niemand so weit draußen im Ozean Inseln vermutet hätte und die Seefahrer aufgrund der starke Strömungen den Eindruck hatten, dass diese immer wieder ihre Lage ändern. Im 17. Jahrhundert waren die Inseln Versteck und Fluchtort für Seeräuber. Am 12. Februar 1832 nahm General José María Villamil die Inseln für Ecuador in Besitz. Er nannte sie "Archipiélago del Ecuador". Es begann die erste dauerhafte Besiedlung durch den Menschen. 1892 wurden die Galápagosinseln zu Ehren von Christoph Kolumbus in "Archipiélago de Colón" umbenannt. Viele Inseln, wie Floreana oder Isabela, waren von 1934 bis 1959 Strafkolonien.


Die Entstehung

Durch Anomalien im Erdmantel treten sogenannte "Hot Spots" auf, d.h. heißes Material aus dem Erdmantel gelangt bis an die Oberfläche und verursacht dort einen ausgeprägten Vulkanismus, der zur Bildung neuer Inseln führen kann. Auf diese Weise entstanden die Galápagos-Inseln, die Hawaii-Inseln und die Azoren.

Der für die Entstehung der Galápagos-Inseln verantwortliche "Hot Spot" liegt im Westen des Archipels, in der Nähe der Inseln Fernandina und Isabela. Das Besondere an einem Hot Spot ist seine unveränderliche Position. Die Galápagos-Inseln bewegen sich kontinuierlich mit der tektonischen Nasca-Platte nach Osten, der Hot Spot verbleibt an seiner Position und erzeugt durch weitere Eruptionen neue Inseln. Das erklärt, warum die westlichen Inseln Fernandina und Isabela mit einigen hunderttausend Jahren deutlich jünger sind als die im Osten liegenden Inseln Española und San Cristóbal, die bereits 3-5 Millionen Jahre alt sind. Und es erklärt die unterschiedliche Flora und Fauna. Während die jüngeren Inseln im Westen eher karg und dünn bewachsen sind, hatte die Vegetation in den westlichen Inseln ausreichend Zeit, die Landfläche weitgehend zu überwuchern. Zudem hat die natürliche Erosion dafür gesorgt, dass die einstigen Vulkane weitgehend eingeebnet wurden.

Wie hat es wohl kurz nach der Entstehung einer neuen Insel dort ausgesehen? Ein Besuch des noch aktiven Vulkans Sierra Negra auf der Insel Isabela könnte diese Frage beantworten. Die letzte Eruption des 1.124 Meter hohen Vulkans ereignete sich im Oktober 2005 und dauerte 9 Tage.

Vulkan Sierra Negra
Vulkan Sierra Negra
Vulkan Sierra Negra
Vulkan Sierra Negra
Vulkan Sierra Negra
Vulkan Sierra Negra
Vulkan Sierra Negra
Vulkan Sierra Negra



Nur sehr langsam konnten sich kleinere Pflanzen ansiedeln, deren Samen bzw. Pollen auf dem Luftweg, über das Meer oder durch Insekten und Vögel auf die Inseln getragen wurden. Insekten und Vögel waren auch die ersten Tiere auf Galápagos, zusammen mit den Meeresbewohnern, wie z.B. den Seelöwen. Reptilien wie die Leguane, kamen auf Treibgut vom Festland. Sie können i.d.R. mehrere Wochen ohne Essen und Trinken überleben. Raubtiere, wie Hundeartige oder Katzenartige und die meisten anderen Säugetiere schaffen das nicht. So entstand eine Fauna, deren Bewohner keine Scheu vor Fressfeinden haben mussten, es gab schlichtweg keine.

Viele Tiere unterscheiden sich signifikant von ihren Verwandten auf dem Festland und werden heute als eigene Art oder Unterart geführt. So haben die Kormorane (Phalacrocorax harrisi) ihre Flugfähigkeit verloren und die Meerechsen (Amblyrhynchus cristatus) sind die weltweit einzige Echsenart, die ihre Nahrung im Meer sucht und Algen unter Wasser frisst. Auch auf den einzelnen Inseln haben sich die Tiere unterschiedlich entwickelt. Bei den Meerechsen sind aktuell 11 verschiedene Unterarten beschrieben und von den Riesen-Schildkröten haben 10 verschiedene Arten bis heute überlebt.


Proto-Galápagos

<p >Erstaunlich ist, wie es innerhalb der geologisch kurzen Zeit von einigen hunderttausend bis wenigen Millionen Jahren zu einer solchen Vielfalt kommen konnte. Es wird angenommen, dass es weiter östlich des Archipels vor ca. 9 Mio. Jahren so etwas wie ein Proto-Galápagos gegeben hat. Darunter wird eine Inselgruppe verstanden, die lange vor der Insel Española entstanden ist, weiter östlich lag (ca. 200-400 Kilometer vor der Küste) und längst wieder im Meer verschwunden sind.

Nach dieser Annahme mussten die Tiere einen nicht so langen Weg zurücklegen und es würde erklären, warum einige Tiere und Pflanzen eine endemische Entwicklungsstufe haben, die das Alter der Galápagosinseln übersteigt. Möglicherweise wurden die Inseln des Proto-Galápagos schon viel früher vom Festland aus besiedelt, Flora und Fauna hatten folglich mehr Zeit sich zu entwickeln, als bisher angenommen. Demnach würden die im Westen neu entstehenden Inseln nach und nach von den älteren Inseln aus dem Osten besiedelt. Die Entfernungen zwischen den Inseln sind nicht besonders groß und können relativ leicht überwunden werden.


Die Tierwelt im Nationalpark

Um die einzigartige Flora und Fauna zu schützen, erklärte die ecuadorianische Regierung die Galápagosinseln 1959 zum Nationalpark Galápagos. 1968 waren 97 Prozent der Landfläche unter Schutz des Nationalparks gestellt. Siedlungen und bisherige landwirtschaftliche Flächen erhielten Bestandsschutz. Baltra gehört wegen des Militärstützpunktes nicht zum Galápagos-Nationalpark. Seit 1978 stehen die Inseln auf der UNESCO-Liste des Weltnaturerbes. 1996 wurde das Seegebiet um das Galápagos-Archipel zum Meeresreservat erklärt. Mit einer Größe von 138.000 km² und Tiefen von bis zu 4.000 Metern ist es das zweitgrößte Meeresreservat der Erde: seit 2001 wurde es in die UNESCO-Liste des Weltnaturerbes aufgenommen.

Nachfolgend einige wenige Beispiele für die faszinierende Tierwelt auf den Inseln. Zu jeder Art gibt es weitere Bilder in unseren Bilder-Galerien.

Vögel

Galapagos Bahamaente (Anas bahamensis galapagensis) auf IsabelaAnas bahamensis galapagensis

  • D Galapagos Bahamaente
  • F Canard des Bahamas
  • UK White-cheeked Pintail (Galapagos)
  • E Anade Gargantillo
  • NL Bahamapijlstaart

Weitere Bilder
Kanadareiher (Ardea herodias cognata) auf San CristóbalArdea herodias cognata

  • D Kanadareiher
  • F Grand Héron
  • UK Great Blue Heron
  • E Garza azulada
  • NL Amerikaanse blauwe reiger

Weitere Bilder
Steinwälzer (Arenaria interpres) auf IsabelaArenaria interpres

  • D Steinwälzer
  • F Tournepierre à collier
  • UK Ruddy Turnstone
  • E Vuelvepiedras Común
  • NL Steenloper

Weitere Bilder
Lava-Reiher oder Galapagosreiher (Butorides sundevalli) auf San CristóbalButorides sundevalli

  • D Lava-Reiher oder Galapagosreiher
  • F Héron des Galapagos
  • UK Galapagos Heron
  • E Garcilla de lava
  • NL Galápagosreiger

Weitere Bilder
Gabelschwanzmöwe (Creagrus furcatus) auf Plaza SurCreagrus furcatus

  • D Gabelschwanzmöwe
  • F Mouette à queue fourchue
  • UK Swallow-tailed Gull
  • E Gaviota de las Galápagos
  • NL Zwaluwstaartmeeuw

Weitere Bilder
Prachtfregattvogel (Fregata magnificens) auf Seymour NorteFregata magnificens

  • D Prachtfregattvogel
  • F Frégate superbe
  • UK Magnificent Frigatebird
  • E Rabihorcado magnífico
  • NL Amerikaanse fregatvogel

Weitere Bilder
männlicher Bindenfregattvogel (Fregata minor ridgwayi) auf Seymour NorteFregata minor ridgwayi

  • D Bindenfregattvogel
  • F Frégate du Pacifique
  • UK Great Frigatebird
  • E Rabihorcado grande
  • NL Grote fregatvogel

Weitere Bilder
Amerikanische Teichralle (Gallinula galeata cachinnans) auf IsabelaGallinula galeata cachinnans

  • D Amerikanische Teichralle
  • F Gallinule d'Amérique
  • UK North American Gallinule
  • E Tagüita del norte
  • NL Amerikaans waterhoen

Weitere Bilder
Braunmantel-Austernfischer (Haematopus palliatus galapagensis) auf Seymour NorteHaematopus palliatus galapagensis

  • D Braunmantel-Austernfischer
  • F Huîtrier d'Amérique
  • UK Galapagos Oystercatcher
  • E Ostrero Americano
  • NL Amerikaanse Bonte Scholekster

Weitere Bilder
Amerikanischer Stelzenläufer (Himantopus mexicanus) auf IsabelaHimantopus mexicanus

  • D Amerikanischer Stelzenläufer oder Schwarznacken-Stelzenläufer
  • F Échasse d'Amérique
  • UK Black-necked Stilt
  • E Cigüeñuela de Cuello Negro
  • NL Amerikaanse steltkluut

Weitere Bilder
Lavamöwe (Leucophaeus fuliginosus) auf IsabelaLeucophaeus fuliginosus

  • D Lavamöwe
  • F Mouette obscure
  • UK Lava Gull
  • E Gaviota Fuliginosa
  • NL Lavameeuw

Weitere Bilder
San Cristóbal-Spottdrossel (Mimus melanotis) auf San CristóbalMimus melanotis

  • D San Cristóbal-Spottdrossel
  • F Moqueur de San Cristobal
  • UK San Cristobal Mockingbird
  • E Sinsonte de San Cristóbal
  • NL San-Cristobalspotlijster

Weitere Bilder
Galapagosspottdrossel (Mimus parvulus parvulus) auf Santa CruzMimus parvulus parvulus

  • D Galapagosspottdrossel
  • F Moqueur des Galapagos
  • UK Galapagos Mockingbird
  • E Sinsonte de Galápagos
  • NL Galápagosspotlijster

Weitere Bilder
Regenbrachvogel (Numenius phaeopus) auf IsabelaNumenius phaeopus

  • D Regenbrachvogel
  • F Courlis corlieu
  • UK Whimbrel
  • E Zarapito trinador
  • NL Regenwulp

Weitere Bilder
Braune Pelikane (Pelecanus occidentalis urinator) auf IsabelaPelecanus occidentalis urinator

  • D Brauner Galapagos-Pelikan
  • F Pélican brun (forme Galapagos)
  • UK Brown Pelican (Galapagos)
  • E Pelícano pardo de las Galápagos
  • NL

Weitere Bilder
Kubaflamingo (Phoenicopterus ruber) auf IsabelaPhoenicopterus ruber

  • D Roter Flamingo oder Kubaflamingo
  • F Flamant des Caraïbes
  • UK American Flamingo
  • E Flamenco del Caribe
  • NL Rode Flamingo

Weitere Bilder
Mangrovebaum-Waldsänger (Setophaga petechia aureola) auf IsabelaSetophaga petechia aureola

  • D Mangrovebaum-Waldsänger
  • F Paruline des mangroves
  • UK Mangrove Warbler
  • E Reinita de Manglar
  • NL Mangrovezanger

Weitere Bilder
Nazcatölpel (Sula granti) auf Santa CruzSula granti

  • D Nazcatölpel
  • F Fou de Grant
  • UK Nazca Booby
  • E Piquero nazca
  • NL Nazcagent

Weitere Bilder
Blaufußtölpel (Sula nebouxii) auf Seymour NorteSula nebouxii

  • D Blaufußtölpel
  • F Fou à pieds bleus
  • UK Blue-footed booby
  • E Bobo pata azul
  • NL Blauwpootgent

Weitere Bilder
Galápagostaube (Zenaida galapagoensis) auf Santa CruzZenaida galapagoensis

  • D Galapagostaube
  • F Tourterelle des Galapagos
  • UK Galapagos Dove
  • E Tórtola de las Galápagos
  • NL Galapagostreurduif

Weitere Bilder



Reptilien

Meerechsen (Amblyrhynchus cristatus cristatus) auf IsabelaAmblyrhynchus cristatus cristatus

  • D Meerechse
  • F Iguane marin des Galapagos
  • UK Galapagos Marine Iguana
  • E Iguana marina
  • NL Zeeleguaan

Weitere Bilder
Meerechse (Amblyrhynchus cristatus hassi) auf Santa CruzAmblyrhynchus cristatus hassi

  • D Meerechse
  • F Iguane marin des Galapagos
  • UK Galapagos Marine Iguana
  • E Iguana marina
  • NL Zeeleguaan

Weitere Bilder
Meerechse (Amblyrhynchus cristatus mertensi) auf San CristóbalAmblyrhynchus cristatus mertensi

  • D Meerechse
  • F Iguane marin des Galapagos
  • UK Galapagos Marine Iguana
  • E Iguana marina
  • NL Zeeleguaan

Weitere Bilder
Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas) in der Nähe des Roca León dormidoChelonia mydas

  • D Grüne Meeresschildkröte
  • F Tortue verte
  • UK Green Turtle
  • E Tortuga verde marina
  • NL Groene zeeschildpad

Weitere Bilder
Drusenkopf (Conolophus subcristatus) auf Seymour NorteConolophus subcristatus

  • D Drusenkopf oder Galapagos-Landleguan
  • F Iguane terrestre des galapagos
  • UK Galapagos Land Iguana
  • E Iguana terrestre de las galápagos
  • NL Galapagoslandleguaan

Weitere Bilder
Lava Lizard (Microlophus albemarlensis) auf Plaza SurMicrolophus albemarlensis

  • D
  • F
  • UK Galápagos lava lizard or Albemarle lava lizard
  • E
  • NL

Weitere Bilder

Lava Lizard (Microlophus bivittatus) auf San Cristóbal

Microlophus bivittatus

  • D
  • F
  • UK San Cristobals lava lizard
  • E
  • NL

Weitere Bilder



Weitere Tiere

Rote Klippenkrabbe (Grapsus grapsus) auf Seymour NorteGrapsus grapsus

  • D Rote Klippenkrabbe
  • F Sally-pied-léger ou crabe rouge
  • UK Sally Lightfoot crab
  • E La zayapa
  • NL

Weitere Bilder
Heuschrecke (Schistocerca melanocera) auf IsabelaSchistocerca melanocera

  • D
  • F
  • UK Large Painted Locus
  • E
  • NL

Weitere Bilder
Weißspitzen-Riffhai (Triaenodon obesus) auf Islote TintorerasTriaenodon obesus

  • D Weißspitzen-Riffhai
  • F Requin-corail ou Requin à pointes blanches
  • UK Whitetip Reef Shark
  • E Tiburón de arrecife de punta blanca
  • NL Witpuntrifhaai

Weitere Bilder
Galápagos-Seelöwe (Zalophus wollebaeki) auf Plaza SurZalophus wollebaeki

  • D Galápagos-Seelöwe
  • F Otarie des Galápagos
  • UK Galápagos Sea Lion
  • E León marino de las Galápagos
  • NL Galápagoszeeleeuw

Weitere Bilder


Ausblick

Zahlreiche Konflikte zwischen Naturschützern und Fischern, der zunehmende Tourismus, das steigende Luftverkehrsaufkommen und der Zustrom weiterer Siedler vom Festland führte 2007 zu einer ernsthaften Krise. Die UNESCO drohte mit der Streichung als Weltnaturerbe und setzte die Inseln auf die Rote Liste, u.a. weil die neuen Siedler immer mehr fremde Tiere und Pflanzen mitbrachten, die eine enorme Gefahr für die einheimische Natur darstellen. In der Folge wurde der Tourismus stärker reglementiert, der Siedlungsbau wurde eingeschränkt, illegale Siedler wurden auf das Festland zwangsumgesiedelt und es wurden Maßnahmen zur Selbstversorgung mit Energie und Lebensmitteln umgesetzt. Eingeschleppte und verwilderte fremde Arten wurden bekämpft, z.B. die Ziegen, die durch massiven Pflanzenfraß die Lebensgrundlage endemischen Pflanzenfresser zerstörten oder verwilderte Hunde und Katzen, die Eier und Jungtiere von Vögeln und Echsen fressen und damit das Ökosystem bedrohen. 2010 wurden die Galápagosinseln wieder von der roten Liste gestrichen.


Fassade eines Hauses auf IsabelaFassade eines Hauses auf Isabela
Fassade eines Hauses auf IsabelaFassade eines Hauses auf Isabela
Fassade eines Hauses auf IsabelaFassade eines Hauses auf Isabela
Fassade eines Hauses auf IsabelaFassade eines Hauses auf Isabela


Jährlich kommen rund 200.000 Besucher auf die Inseln. Jeder Tourist bringt ein wenig Geld mit. Von den 100 US-Dollar, die man für den Besuch auf Galápagos zahlen muss und der dem Naturschutz zugutekommen soll, verbleiben nur 20 Dollar auf den Inseln, der Rest geht auf's Festland. Viele Einheimische profitieren von den Besuchern, denn sie finden einen Job in der Tourismusbranche oder in der Parkverwaltung. Parallel wachsen die Erwartungshaltungen der Besucher und das Konkurrenzdenken der Anbieter: Bessere Hotels, Klimaanlagen, Restaurants, Bars, W-LAN, Mietwagen, etc.

Zudem gibt es Bestrebungen, große Hotelanlagen und leistungsfähigere Flughäfen zu bauen und den großen Kreuzfahrtschiffen einen Zugang zu den Inseln zu ermöglichen. Wie uns einige Einwohner versicherten, scheint sich auch das Klientel der Besucher zu verändern. Waren die Besucher früher sehr naturverbunden und standen der faszinierenden Tierwelt respektvoll und beinahe ehrfürchtig gegenüber, werden zunehmend uneinsichtige Selbstdarsteller beobachtet, die die Anweisungen der Guides ignorieren und trotz besseren Wissens auf den Wanderungen auf ihrer Zigarette bestehen, Müll achtlos wegwerfen, Pflanzen abreisen und sogar versuchen, sich zwischen die Tiere zu setzen um exklusive Selfies schiessen zu können. Leider scheinen eigene Beobachtungen diesen Trend zu bestätigen.

Wissenschaftler aus Ecuador haben hinterfragt, wie lange die Inseln noch Besucher ertragen könnten, bevor es zu dauerhaften Schäden bei Natur und Umwelt kommt. Ihre Prognosen (Interactions of social, terrestrial, and marine sub-systems in the Galápagos Islands, Ecuador) sind nicht sehr optimistisch.