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Chichen Itza

Die einstige heilige Stätte der Maya ist heute ein UNESCO Kulturerbe der Menschheit



Chichén Itzá war rund 700 Jahre lang eine heilige Stätte der Maya. Das archäologische Gebiet umfasst ca. 8km², wobei heute nur ein Teil der Gebäude freigelegt wurde. Von der UNESCO wurde Chichén Itzá zum Kulturerbe der Menschheit erklärt.
Vermutlich wurde Chichén Itzá um 450 n. Chr. von aus dem Süden zugewanderten Mayastämmen gegründet. Im 7. oder 8. Jahrhundert sind Stämme der Tolteken aus dem zentralmexikanischen Hochland eingewandert. Es fand eine Verschmelzung beider Kulturen statt, was auch die Vorherrschaft toltekischen Stilelemente begründet. Wahrscheinlich wurde Chichén Itzá um 1250 verlassen.



Platforma de VenusDer Tempel der Venus
(Platforma de Venus)
El CastilloDie Pyramide des Kukulkàn
(El Castillo)



Templo de los GuerrerosDer Tempel der Krieger
(Templo de los Guerreros)
Tempel des JaguarsDer Tempel des Jaguars und
die Außenmauern des Ballspielplatzes



Überragendes Gebäude ist die 30 Meter hohe Pyramide des Kukulkàn. An der nach Norden zeigenden Treppe ist eine gefiederte Schlange zu sehen, die bei den Maya "Quetzalcoatl" genannt wurde. Sie gilt als die Herrscherin über Himmel und Erde und als das Wahrzeichen des obersten Gottes Kukulkàn. Die Pyramide ist streng nach den toltekischen Himmelsvorstellungen gebaut. Ein möglicher Erklärungsversuch sagt, dass die 4 Seiten die 4 Himmelsrichtungen beschreiben. Die 4 x 91 Stufen (=364) plus die letzte Stufe (= insgesamt 365) ergeben die Anzahl Tage eines Jahres.



Ausblick von El CastilloAusblick von El Castillo auf den Tempel des Jaguars und
den dahinter liegenden Ballspielplatz (Juego de Pelota)
Cenote de los SacrificioaOpferbrunnen
(Cenote de los Sacrificioa)



Insgesamt wurden in Chichén Itzá 7 Ballspielplätze gefunden, der größte mit einem Spielfeld von 146m x 27m. Das tödliche Ballspiel (Pelota) war ein rituelles, kein sportliches Ereignis. Es symbolisiert den Kampf der Sonne gegen den Mond, des Tages gegen die Nacht, der Götter der Unterwelt (Dunkelheit und Tod) gegen die Götter des Himmels (Sonne und Mond). Solange sich die Gestirne bewegen (= solange der Ball im Spiel bleibt), ist die Existenz des Universums gesichert. In einer weit verbreiteten Variante des Spiels waren zwei Teams zu je 3 bis 5 Spielern beteiligt. Jede spielte auf einer Hälfte des Platzes. Von einem Ende des Spielfeldes wurde der Ball aus der Hand gespielt, anschließend durfte der Ball nur mit Knie, Gesäß und Hüfte berührt werden. Der Ball sollte den Boden möglichst nicht berühren, sonst wäre der symbolische Lauf der Sonne am Firmament unterbrochen. Punkte für den jeweiligen Gegner gab es, falls der Ball nicht aufgefangen werden konnte oder gegen die Mauer geschlagen wurde. In über 7 Meter Höhe befanden sich Steinringe. Ging der Ball durch diesen Ring, gab das besonders viele Punkte. Bis heute ist nicht sicher, ob die Verlierer des Spieles geopfert wurden (um ihre Tat zu büßen) oder die Sieger (nur das Beste für die Götter) - oder beide.

Neben den zahlreichen imponierenden Gebäuden hinterlässt der kreisrunde Opferbrunnen einen bleibenden Eindruck: 60m Durchmesser, 82m tief. Neben seiner Funktion als Brunnen wurde er in Trockenzeiten als Opferstätte genutzt. Wertvolle Gegenstände und lebende Menschen wurden in den Brunnen geworfen um speziell den Regengott Chac positiv zu stimmen. Im Rahmen der Ausgrabungs- und Forschungsarbeiten wurden über 4000 Objekte und zahlreiche Skelette gefunden, hauptsächlich von Männern und Kindern.