Affenwald
Berberaffen (Macaca sylvanus)
Der Affenwald wurde schon 1974 eröffnet. Es war das erste Gehege seiner Art in Deutschland. Auf einer Fläche von ca. 1 Hektar leben rund 30 Berberaffen unter naturnahen Verhältnissen in einem Eichenwald. Ein Rundweg führt die Besucher durch das Gelände. Es gibt keine Zäune oder Gräben. Die Tiere können sich frei bewegen, was zu direkten Begegnungen zwischen Mensch und Tier führt. Vor Eintritt in den Affenwald müssen die Besucher unbedingt die Hausordnung beachten. Diese dient gleichermaßen dem Schutz der Besucher und dem Schutz und der Gesundheit der Tiere.
Berberaffen (auch Magot genannt) gehören wie die Descheladas zur Gruppe der Pavianartigen. Dort zählen sie zur Gattung der Makaken (Macaca). Alle Makaken leben mit Asien. Einzige Ausnahme sind die Berberaffen. Der auf 10.000 bis 15.000 Exemplare geschätzte Bestand ist in Marokko und Algerien zuhause. Etwa 200 Exemplare leben in Gibraltar. Diese sind, vom Menschen abgesehen, die einzigen frei lebenden Primaten in Europa. Die IUCN bewertet den Bestand der Berberaffen als "stark gefährdet" (endangered).
Wie für Makaken üblich, leben auch die Berberaffen in Gruppen zu meist 15 bis 20 Tieren. Bei ausreichendem Nahrungsangebot kann eine Gruppe aus 50 Individuen bestehen, darunter auch mehrere adulte Männchen. Die männlichen Berberaffen erreichen eine Kopfrumpflänge von bis 55-60 cm und ein Gewicht von bis zu 19kg. Die Weibchen sind 5 bis 10 cm kleiner, bei einem Gewicht von 8 bis 12 Kilogramm. Berberaffen besitzen keinen Schwanz - ein Merkmal, das man ansonsten eher von den Menschenaffen kennt. Die Lebenserwartung der Tiere liegt bei 15 bis 20 Jahren, in Gefangenschaft bis 25 Jahre.
Berberaffen sind wahre Allesfresser. Ihr Nahrungsspektrum reicht von Früchten, Obst, Blättern, Gräser, Eicheln, Wurzeln über Insekten, Raupen und Spinnen bis hin zur Baumrinde. Tagsüber begibt sich die Gruppe auf Nahrungssuche, je nach Lebensraum in den Wald, in offene Landschaften oder in Kulturen. Meist bewegt sich die Gruppe geschlossen zwischen Nahrungsplatz, Wasserstelle und Schlafplatz. In der Nähe menschlicher Siedlungen (insbesondere in Gibraltar) unternehmen sie regelrechte Raubzüge und plündern alles, was zur Nahrungsaufnahme tauglich erscheint (z. B. Getränkedosen und Süßigkeiten) oder dem Spieltrieb bzw. der Neugier zum Opfer fällt.

