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Primaten

Primaten im Naturzoo Rheine

Dscheladas oder Blutbrustpaviane (Theropithecus gelada)

Die Haltung der Dscheladas oder Blutbrustpaviane ist einer der Schwerpunkte im Naturzoo Rheine. Hier wird das internationale Zuchtbuch im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für die Dscheladas geführt. EEP ist ein Zoo-übergreifendes Projekt zur koordinierten Zucht von in Zoos gehaltenen Tierarten. Für jede dort betreute Tierart ist genau ein Zoo verantwortlich. Dieser gibt Empfehlungen zur Verpaarung einzelner Tiere, stellt neue Gruppen zusammenstellen und organisiert den Austausch zwischen den beteiligten zoologischen Einrichtungen um einen möglichst optimalen Genpool zu bewahren und die Erhaltung der Art zu sichern.

Mit mehr als 30 Tieren unterhält Rheine die weltweit größte Zuchtkolonie für Dscheladas. Seit 1983 wurden mehr als 80 Jungtiere geboren. Die Geburten finden bereits in der 5. Generation statt. (Quelle: Zooführer Naturzoo Rheine). Seit 1981 bewohnen die Dscheladas eine 1.500m² große begrünte Freianlage und den Felsen der Mähnenschafe. 1997 wurde die Anlage um ein zweites Großgehege und ein Haus mit großzügigen Innenräumen erweitert.

In freier Natur sind die Dscheladas nur im Hochland von Äthiopien in einer Höhe von 2200 bis über 4400 Metern zu finden. Sie bewohnen dort die gebirgigen Grasflächen und ernähren sich größtenteils von Gras und Grassamen und in der Trockenzeit von Wurzeln und Knollen. Tagsüber sind sie mit der Nahrungssuche beschäftigt. Zum Schlafen ziehen sie sich in Felsspalten oder enge Schluchten zurück.

Das auffälligste Merkmal der Dscheladas ist ein roter, haarloser Fleck auf der Brust. Dieser wird bei Männchen in der Brunftzeit knallrot, bei Weibchen bildet sich dort eine Reihe roter Warzen. Die Männchen erreichen eine Kopfrumpflänge von ca. 75 Zentimetern und ein Gewicht von ca. 21 kg. Die Weibchen sind mit einer Kopfrumpflänge von etwa 50 Zentimetern und einem Gewicht von 14 Kilogramm deutlich kleiner.

Theropithecus gelada
Theropithecus gelada



Theropithecus gelada
Theropithecus gelada



Theropithecus gelada
Theropithecus gelada



Theropithecus gelada
Theropithecus gelada



Berberaffen (Macaca sylvanus)

Berberaffen (auch Magot genannt) gehören wie die Descheladas zur Gruppe der Pavianartigen. Dort zählen sie zur Gattung der Makaken (Macaca). Alle Makaken leben mit Asien. Einzige Ausnahme sind die Berberaffen. Der auf 10.000 bis 15.000 Exemplare geschätzte Bestand ist in Marokko und Algerien zuhause. Etwa 200 Exemplare leben in Gibraltar. Diese sind, vom Menschen abgesehen, die einzigen frei lebenden Primaten in Europa. Die IUCN bewertet den Bestand der Berberaffen als "stark gefährdet" (endangered).

Wie für Makaken üblich, leben auch die Berberaffen in Gruppen zu meist 15 bis 20 Tieren. Bei ausreichendem Nahrungsangebot kann eine Gruppe aus 50 Individuen bestehen, darunter auch mehrere adulte Männchen. Die männlichen Berberaffen erreichen eine Kopfrumpflänge von bis 55-60 cm und ein Gewicht von bis zu 19kg. Die Weibchen sind 5 bis 10 cm kleiner, bei einem Gewicht von 8 bis 12 Kilogramm. Berberaffen besitzen keinen Schwanz - ein Merkmal, das man ansonsten eher von den Menschenaffen kennt. Die Lebenserwartung der Tiere liegt bei 15 bis 20 Jahren.

Berberaffen sind wahre Allesfresser. Ihr Nahrungsspektrum reicht von Früchten, Obst, Blättern, Gräser, Eicheln, Wurzeln über Insekten, Raupen und Spinnen bis hin zur Baumrinde. Tagsüber begibt sich die Gruppe auf Nahrungssuche, je nach Lebensraum in den Wald, in offene Landschaften oder in Kulturen. Meist bewegt sich die Gruppe geschlossen zwischen Nahrungsplatz, Wasserstelle und Schlafplatz. In der Nähe menschlicher Siedlungen (insbesondere in Gibraltar) unternehmen sie regelrechte Raubzüge und plündern alles, was zur Nahrungsaufnahme tauglich erscheint (z. B. Getränkedosen und Süßigkeiten) oder dem Spieltrieb bzw. der Neugier zum Opfer fällt.

Der Affenwald wurde schon 1974 eröffnet. Es war das erste Gehege seiner Art in Deutschland. Auf einer Fläche von ca. 1 Hektar leben rund 30 Berberaffen unter naturnahen Verhältnissen in einem Eichenwald. Ein Rundweg führt die Besucher durch das Gelände. Es gibt keine Zäune oder Gräben. Die Tiere können sich frei bewegen, was zu direkten Begegnungen zwischen Mensch und Tier führt. Vor Eintritt in den Affenwald müssen die Besucher unbedingt die Hausordnung beachten. Diese dient gleichermaßen dem Schutz der Besucher und dem Schutz und der Gesundheit der Tiere.

Macaca sylvanus
Macaca sylvanus



Macaca sylvanus
Macaca sylvanus



Macaca sylvanus
Macaca sylvanus



Weißhandgibbons oder Lar (Hylobates lar)

Die Weißhandgibbons bewohnen eine 1.200 Quadratmeter große Insel mit bis zu 8 Meter hohen Kletterbäumen. Die tagaktiven Baumbewohner bewegen sich mit ihren langen Arme und den hakenförmigen Händen in großen Schwüngen durch das Geäst. Ebenfalls perfekt beherrschen sie den aufrechten Gang auf den Ästen. Am Boden halten sie sich dagegen nur selten auf. Als Besucher genießt man einen freien Blick auf die Insel, ohne störende Gitter oder vergleichbare Abtrennungen. Die Tiere können aus verschiedenen Perspektiven beobachtet werden, u.a. auch von einem Hochstand, von dem aus ein schöner Blick in die Baumwipfel ermöglicht wird.

Jede Familie beansprucht ein festes Territorium, das durch laute Gesänge gegenüber ihren Artgenossen gekennzeichnet wird. Die Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 45 bis 60 Zentimetern (der Schwanz fehlt) und ein Gewicht von ca. 5,5 Kilogramm. Die Färbung des Fells variiert von hellbraunen Tönen bis zu dunkelbraun und schwarz. Hände, Füße und ein Haarkranz um das Gesicht sind weiß. Der natürliche Lebensraum der Weißhandgibbons sind die tropischen Regenwälder in Indien, der malaiischen Halbinsel und der zu Indonesien gehörenden Insel Sumatra. In China sind die Weißhandgibbons vermutlich ausgestorben (Quelle: Universität Zürich). Sie leben in Familien, die aus genau einem Paar und den noch nicht geschlechtsreifen Jungtieren bestehen. Nach einer Tragzeit von 7 Monaten kommt ein einzelnes Jungtier zur Welt. 2 Jahre lang wird es gesäugt, nach etwa 8 Jahren ist es geschlechtsreif. Die Lebenserwartung der Tiere liegt bei ca. 25 Jahren.

Hylobates lar
Hylobates lar



Hylobates lar
Hylobates lar



Hylobates lar
Hylobates lar



Weitere Primaten

Macaca silenusBartaffe
(Macaca silenus)
Lophocebus aterrimusSchopfmangabe
(Lophocebus aterrimus)



Saguinus oedipusLisztaffe
(Saguinus oedipus)



Der Naturzoo im Überblick
Fläche (ha):13
Tierarten:100
Tiere:1.000
 
Webseite:Link
 
Unser letzter Besuch:06-2012