Tierpark Hagenbeck - Hamburgs tierisches Original

Die Geschichte des Tierparks geht zurück auf das Jahr 1848. Sechs Seehunde machten den Anfang. Heute sind im Tierpark mehr als 200 verschiedene Arten zu sehen - und über 100 Jahre alte Dinosaurier.

1907 gilt als das offizielle Gründungsjahr des Tierparks. Allerdings begann die Familie Hagenbeck schon 60 Jahre zuvor mit der Ausstellung von Tieren: 1848 stellt der Fischhändler Gottfried Claes Carl Hagenbeck sechs Seehunde in Hamburg St. Pauli zur Schau und gründete später ein Tierhandelsgeschäft. Der älteste Sohn Carl Hagenbeck gründete 1887 seinen ersten Zirkus und entwickelte in den Folgejahren die für die damalige Zeit revolutionäre Idee einer gitterlosen Freianlage. Realisiert wurden diese Vorstellungen 1907 mit der Eröffnung des ersten gitterlosen Tierparks der Welt in Stellingen, damals noch ein Dorf vor den Toren Hamburgs.

Mittlerweile wohnen ca. 1.850 Tiere aus 210 Arten im 25 Hektar großen Tierpark. Darunter befinden sich zahlreiche bedrohte Arten, die in das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) eingebunden sind. Rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum wurde 2007 das Tropen-Aquarium eröffnet. Dort leben mehr als 14.300 Tiere aus über 300 Arten.

"Tiere, Park und Kultur" lautet das Motto in Hamburg. Carl Hagenbeck interessierte sich nicht nur für Tiere. Er brachte eine Fülle an Pflanzen von seinen Reisen mit, unter anderen Urwelt-Mammutbaum und Ginkgo. Auf dem sechs Kilometer langen Wegenetz lohnt es sich durchaus auch einen Blick auf die botanische Vielfalt zu werfen. Gleiches gilt für die zahlreichen Skulpturen, Brunnen und Bauwerke, wie die thailändische Sala, was übersetzt so viel bedeutet wie "offener Pavillon". Die handgefertigte Sala wurde im August 2002 eingeweiht von der thailändischen Kronprinzessin Maha Chakri Sirindhorn.


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Der ehemalige Haupteingang
Der ehemalige Haupteingang

Koppelstraße
Der neue Eingang Koppelstraße

japanische Insel
Blick auf die japanische Insel

Buddha-Statue
Buddha-Statue auf der japanischen Insel

Brunnen
Brunnen

Sala
Die thailändische Sala am Birma-Teich

Naturabguss
Naturabguss zweier Riesenschlangen

Naturabguss zweier Riesenschlangen
aus dem Jahr 1909

In der Nacht vom 25 auf den 26. August 1909 haben sich zwei Schlangen beim Kampf um den Kadaver eines Schwans ineinander verbissen und nicht mehr losgelassen. Letztlich sind beide im Wasserbecken ertrunken.

Aldabrachelys gigantea
Seychellen-Riesenschildkröte
(Aldabrachelys gigantea)

Ursus arctos beringianus
Kamtschatkabär
(Ursus arctos beringianus)

Anser canagicus
Kaisergans
(Anser canagicus)

Grus virgo
Jungfernkranich
(Grus virgo)

Balearica pavonina
Kronenkranich
(Balearica pavonina)

Gazelle subgutturosa subgutturosa
Persische Kropfgazelle
(Gazelle subgutturosa subgutturosa)

Capra aegagrus hircus
Girgentana-Ziege
(Capra aegagrus hircus)

Muntiacus reevesi
Chinesischer Muntjak
(Muntiacus reevesi)

Macropus rufus
Rotes Riesenkänguru
(Macropus rufus)

Phacochoerus africanus
Warzenschwein
(Phacochoerus africanus)

Hydrochoerus hydrochaeris
Wasserschwein oder Capybara
(Hydrochoerus hydrochaeris)

Dolichotis patagonum
Großer Mara
(Dolichotis patagonum)

Equus quagga chapmani
Chapman-Zebra
(Equus quagga chapmani)

Sus scrofa domestica
Pietrain-Schwein
(Sus scrofa domestica)

Papio hamadryas
Mantelpavian
(Papio hamadryas)

Ammotragus lervia
Mähnenspringer
(Ammotragus lervia)


Asiatische Elefanten im Tierpark Hagenbeck

Asiatische Elefanten sind nach den Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) die größten Landtiere der Erde. Sie erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 3 Metern. Die Kühe wiegen etwa 2.700kg, die Bullen bis zu 5.000kg. Pro Tag nimmt ein Elefant etwa 150 kg Nahrung zu sich. Ihre Lebenserwartung liegt bei etwa 60 Jahren, in menschlicher Obhut können durchaus 80 Jahre erreicht werden. Asiatische Elefanten gelten als leicht zähmbar. Man vermutet, dass schon 2000 v. Chr. Elefanten im Tal des Indus als Zug-, Reit- und Arbeitstiere eingesetzt wurden. Gut ausgebildete Elefanten sollen mehr als 20 Kommandoworte befolgen können.

Die Nächte und die kälteren Jahreszeiten verbringen die Kühe und die Jungtiere in der 500 m² großen Freilaufhalle. Der rund 500.000 Liter umfassende Badeteich dient gleichzeitig zur Abtrennung der Tiere von den Besuchern. Für die Besucher ein optischer Leckerbissen, da sie die Tiere ohne störende Absperrungen beobachten können. Die älteste Kuh führt die Herde an und sorgt für deren Zusammenhalt. Die Jungtiere werden nicht nur von der eigenen Mutter, sondern auch von anderen Kühen, ihren "Tanten" versorgt. Junge Bullen werden meist im Alter von sieben bis acht Jahren aus der Herde vertrieben und schließen sich gerne zu "Junggesellenverbänden" zusammen. Die weiblichen Jungtiere bleiben für gewöhnlich ein Leben lang bei der Herde. Daraus resultiert, dass die Mitglieder einer Herde fast immer miteinander verwandt sind.

Elephas maximus indicus

Elephas maximus indicus

Elephas maximus indicus

Elephas maximus indicus

Insgesamt stehen den Elefanten ca. 8.000 m² Freifläche zur Verfügung. Sehr zur Freude der Besucher (und wie man unschwer erkennen kann) auch zur Freude der Elefanten dürfen die Besucher Obst, Gemüse und Tierpark-Tierfutter anbieten. Der exakt vermessene Graben sorgt einerseits für den notwendigen Abstand zwischen Tier und Besucher, ermöglicht andererseits den langen Rüsseln das verlockende Futter gefahrlos zu erreichen. Kleinere Absperrungen werden schon mal übergangen.


Tropen-Aquarium

8.000 m² Fläche, 1.000 Tonnen Baustahl, 4.000 Kubikmeter Stahlbeton, 1,5 Jahre Bauzeit, 24 Millionen Euro Baukosten. Das sind einige Eckdaten des 2007 eröffneten Hagenbecks. In den 19 Seewasser-Becken wohnen etwa 2.300 Seefische aus 100 Arten, die mehr als 10.000 Süßwasserfische sind in 10 Süßwasser-Becken untergebracht. Der große Teich mit den Nilkrokodilen hat eine Größe von 350 Quadratmeter und beinhaltet ca. 400.000 Liter Wasser. Insgesamt leben im Hagenbeck mehr als 14.300 Tiere aus über 300 Arten.

Hagenbeck
Hai-Atoll

Hagenbeck
Großer Kissenstern
(Culcita novaeguineae)

Furcifer pardalis
Pantherchamäleon
(Furcifer pardalis)

Crocodylus niloticus
Nilkrokodil
(Crocodylus niloticus)

Das Hai-Atoll bietet ein beeindruckendes Schauspiel, insbesondere wenn Zebra- und Riffhaie ihre Runden ziehen. Die konkav gebogene Panorama-Scheibe ist 6 Meter hoch, 14 Meter lang, 22 Zentimeter dick und 26 Tonnen schwer. Das Becken ist 8 Meter tief.

Mehr als 30 Reptilienarten leben im Tropen-Aquarium, darunter u.a. Krokodil-Teju, Kragenechse, Gila-Krustenechse, Texas-Klapperschlange, Königskobra, Netzpython, Schildkröten (z. B. Ambonia-Scharnierschildkröte, Schlangenhalsschildkröte und Rotbauch-Spitzkopfschildkröte).

Zudem sind Säugetiere (Kattas, Flughunde, Fledermäuse, Zwergmangusten und Klippschliefer), Amphibien, Wirbellose und verschiedene Vogelarten im Tropen-Aquarium zuhause.

Dracaena guianensis
Krokodilteju
(Dracaena guianensis)

Dendroaspis viridis
Grüne Mamba
(Dendroaspis viridis)

Pogona vitticeps
Streifenköpfige Bartagame
(Pogona vitticeps)

Crotalus atrox
Junge Texas-Klapperschlangen
(Crotalus atrox)

Intellagama lesueurii
Australische Wasseragame
(Intellagama lesueurii)

Procavia capensis
Klippschliefer
(Procavia capensis)


Über 100 Jahre alte Dinosaurier

Diese Dinosaurier sind tatsächlich alt. Die lebensgroßen Exemplare wurden 1908 von Carl Hagenberg in Auftrag gegeben und im Winter 1909/1910 vom Kölner Bildhauer Josef Pallenberg fertig gestellt. Bei der Anfertigung wurden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zugrunde gelegt, u.a. Abbildungen von Skeletten und Rekonstruktionen aus naturgeschichtlichen Museen. Es galt, eine möglichst naturgetreue Nachbildung zu erschaffen. Man hielt es damals für durchaus möglich, dass Saurier überlebt haben könnten. Auch Carl Hagenbeck konnte dieser Vorstellung nicht widerstehen und finanzierte eine Afrika-Expedition. Diese sollten Berichte von Reisenden untersuchen, die von einem Lebewesen in der Art eines Brontosaurus berichteten.

Triceratops (Dreihorngesicht)
Der 1889 von Othniel Charles Marsh beschriebene Saurier erreichte eine Gesamtlänge von ca. 9 Metern, wobei alleine 2 Meter vom mächtigen Schädel beansprucht werden. Verantwortlich für die Namensvergabe sind die 3 Hörner, ein relativ kleines Nasenhorn und zwei große Hörner über den Augen. Auffällig ist zudem der gewaltige Nackenschild, der vermutlich den Nacken gegen Bisse der Fressfeinde schützen sollte. Triceratops selbst war ein reiner Pflanzenfresser.

Ceratosaurus (Hornechse)
Auch Ceratosaurus wurde von Othniel Charles Marsh beschrieben. Der Saurier verdankt seinen Namen einem kleinen Horn über der Nase. Der etwa 5-6 Meter große und 2 Tonnen schwere Saurier wird als erfolgreicher Jäger beschrieben. Fossile Fußabdrücke deuten darauf hin, dass er in Rudeln die erheblich größeren Sauropoden jagte.

Triceratops
Dreihorngesicht
(Triceratops)

Ceratosaurus
Ein Ceratosaurus attackiert
einen Stegosaurus

Stegosaurus (Dachechse)
Der 1877 ebenfalls von Othniel Charles Marsh beschriebene Saurier erhielt die Bezeichnung Stegosaurus (stegos = Dach, saurus = Echse). Die Namensvergabe basierte auf der Annahme, die Rückenplatten lägen flach auf dem Rücken und würden sich wie Dachziegel überlappen. Tatsächlich stehen die Platten aufrecht in zwei Reihen. Die genaue Bedeutung dieser Platten ist unklar. Diskutiert werden u.a. folgende Varianten: sie dienen der Verteidigung, der Temperaturregulierung oder zum Imponieren z. B. bei der Brautschau. Die maximale Körperlänge des Vegetariers wird auf ca. 9 Meter geschätzt, die Höhe auf etwa 4,5 Meter und das Gesamtgewicht auf 4 Tonnen. Es werden drei Arten unterschieden: Stegosaurus armatus, Stegosaurus stenops und Stegosaurus longispinus.

Apatosaurus (trügerische Echse)
Der 1877 von Othniel Charles Marsh beschriebene Saurier gehört sicherlich zu den bekanntesten Sauriern, vermutlich aber eher unter seiner nicht offiziellen Bezeichnung "Brontosaurus (Donnerechse)". 1877 fand Marsh die ersten Fossilien und gab ihnen die Bezeichnung Apatosaurus, 1879 gab er anderen fossilen Funden die Bezeichnung Brontosaurus. Erst 1903 stellte sich heraus, dass beide Funde zur gleichen Gattung gehörten. Nach den Regeln der zoologischen Nomenklatur ist in solchen Fällen der ältere Name anzuwenden, also Apatosaurus. Man schätzt seine Gesamtlänge auf ca. 20 Meter und sein Gewicht auf etwa 33 Tonnen.

Deinosuchus (furchterregendes Krokodil oder Schreckenskrokodil)
Das 1909 von William Jacob Holland beschriebene Krokodil wird auf eine Gesamtlänge von 10 bis 12 Meter geschätzt. Die Schädelproportionen ähneln denen des Nilkrokodils (Crocodylus niloticus). Man vermutet daher eine vergleichbare Verhaltensweise, wie z.B. das Lauern auf Beute im Wasser.

Apatosaurus
Apatosaurus

Deinosuchus
Deinosuchus

Allosaurus (andersartige Echse)
Allosaurus wurde 12 Meter lang und gehörte zu den größten fleischfressenden Sauriern seiner Zeit. Die merkwürdige Bezeichnung "andersartige Echse" wurde im Rahmen der Erstbeschreibung durch Othniel Charles Marsh im Jahr 1877 vergeben. Die Anatomie der Wirbelknochen war bei Allosaurus anders als bei den bis dahin bekannten Dinosauriern. Allosaurus bewegte sich ausschließlich auf den langen und kräftigen Hinterbeinen. Die Arme waren relativ kurz, die Hände hatten drei Finger mit scharfen Krallen. Unterschiedliche Meinungen bestehen zur Lebensweise der Tiere. Die Meinung, dass es sich um einen Aasfresser handelt, scheint sich nicht durchzusetzen. Vieles deutet auf einen erfolgreichen Jäger hin, der eventuell sogar im Rudel auf Beutezug ging.

Allosaurus
Ein Allosaurus zerlegt einen Apatosaurus

Iguanodon
Iguanodon

Iguanodon (Leguanzahn)
Die Geschichte des Iguanodon begann mit dem Fund eines Schienbeinknochens im Jahr 1809, zu einer Zeit, als der Begriff Dinosaurier noch nicht existierte. Dieser wurde erst 1842 von Richard Owen eingeführt, der die Dinosaurier zunächst als ausgestorbene Gruppe der Reptilien betrachtete. 1822 wurden Zähne gefunden, die ebenfalls dem Iguanodon zugeordnet werden konnten. Da die Zähne denen der heutigen Leguane ähnelten, entstand die Bezeichnung "Leguanzahn". Zunächst wurde vermutet, dass sich Iguanodon auf vier Beinen bewegt. Man dachte an ein drachenähnliches Tier mit langem Schwanz und echsenartigem Kopf. Auf der Schnauze des Tieres wurde ein kurzes Horn vermutet. Später sollte sich herausstellen, dass es sich dabei um einen Daumen des Tieres handelte. Iguanodon war ca. 5 m hoch, 9 m lang und wog 4,5 Tonnen. Der Vegetarier konnte aufrecht gehen und so auch an höher gelegene Pflanzenteile gelangen. Der lange Schwanz diente dabei zur Stütze bzw. zur Wahrung des Gleichgewichts.

Ichthyosaurus (Fischechse)
Ichthyosaurier ähneln äußerlich den heutigen Delphinen. Sie waren vollständig an das Leben im Wasser angepasst und lebten ausschließlich im Meer. Dennoch handelt es sich nicht um Fische, sondern um Reptilien. Sie sind sekundär wieder zum Leben im Wasser übergegangen. Ihr Schultergürtel ist nicht wie bei Fischen, mit dem Schädel fest verwachsen. In ihren Flossen lassen sich Ober- und Unterarmknochen, Handwurzelknochen und Fingerknochen unterscheiden. Auffallend sind die sehr großen Augen. Das größte je gefundene gehörte einem Temnodontosaurus platyodon und hatte einen Durchmesser von 26,4 cm. Da Ichthyosaurier nicht mehr an Land kriechen und Eier ablegen konnten, waren sie lebendgebärend.

Ichthyosaurus
Ichthyosaurus

Mastodonsaurus
Mastodonsaurus

Mastodonsaurus (Dachschädler)
Der Mastodonsaurus gehört nicht zu den Sauriern, sondern ist ein Vertreter der Amphibien. Mastodonsaurus giganteus wird eine Länge von mehr als 6 Metern nachgesagt, wogegen die heute lebenden Japanischer Riesensalamander (Andrias japonicus) mit ihren 1,50 Metern recht bescheiden wirken. Mastodonsaurus gilt nicht als Vorfahre der heutigen Amphibien. Seine Linie im Stammbaum der Lurche ist am Ende des Trias ausgestorben.