Königswinter

Kultur und Tiere auf dem Drachenfels:  Die Nibelungenhalle, die Drachenhöhle und der Reptilienzoo

Der Drachenfels ist ein Berg zwischen Königswinter und Bad Honnef. Mit einer Höhe von 321 Metern bietet er am Aussichtsplateau einen wunderbaren Weitblick. Man erreicht das Plateau zu Fuß über den sogenannten Eselsweg. Man vermutet, dass dieser recht steile Weg schon von römischen Steinmetzen genutzt wurde, um Trachyt abzubauen. Dieses vulkanische Gestein war im Mittelalter rheinabwärts ein viel verwendeter Baustein, u.a. zum Bau des Kölner Doms. 1836 wurde der Abbau gestoppt. Für 10.000 Taler erwarb die preußische Regierung den Drachenfels samt Burgruine zum Schutze der Natur, denn die Steinbrüche drohten das Siebengebirge völlig zu verwüsten. Zum Schutz der Natur wurde 1869 der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) gegründet. 1922 wurde das Siebengebirge zum Naturschutzgebiet und ist somit eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands. Heute umfasst der Naturpark Siebengebirge ein Areal von 4800 Hektar und ca. 200 km ausgeschilderte Wanderwege.

Drachenfelsbahn
Drachenfelsbahn

Schloss Drachenburg
Schloss Drachenburg


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Unser letzter Besuch: 09/2020
Webseite Reptilienzoo

Burgruine Drachenfels
Burgruine Drachenfels

Die Hirschburg
Die Hirschburg

Hotelanlage Petersberg
Hotelanlage Petersberg


Eine bequeme Alternative zum Fußweg bietet die Drachenfelsbahn. Sie wurde 1883 eröffnet und ist damit die älteste noch in Betrieb befindliche Zahnradbahn in Deutschland. 1953 wurde die Bahn auf elektrischen Antrieb umgestellt. Auf einer Strecke von 1520 Metern überwindet sie 220 Höhenmeter bei einer maximalen Steigung von 20 Prozent. Die Fahrt bis zur Bergstation dauert 8 Minuten. Auf dem Gipfel befinden sich die Reste der zwischen 1138 und 1149 erbauten Burg Drachenfels und auf dem dahinterliegenden Plateau u.a. das 2012 in Form eines Glaskubus neu eröffnete Restaurant.Es gibt einen Zwischenhalt an der Mittelstation. Von hier aus sind es nur wenige Meter bis zum Schloss Drachenburg und zur Nibelungenhalle mit Drachenhöhle und Reptilienzoo. Schloss Drachenburg wurde erbaut von 1882 bis 1884 von Freiherr Stephan von Sarter (1833–1902).

Etwa 1 Km nördlich der Drachenburg befindet sich die Hirschburg. Sie wurde 1883/84 als Landvilla von Jacob Anton Biesenbach erbaut. Der Bau erfolgte nahezu gleichzeitig mit dem Bau der Drachenburg und es wurden auch einige Stilelemente übernommen. Das ist nicht überraschend, denn Jacob Anton Biesenbach war der Schwager von Stephan von Sarter.
Einen weiteren Kilometer nördlich befindet sich die Hotelanlage Petersberg. Die schon vom weitem gut sichtbare Anlage wurde 1892 erstmals eröffnet und diente viele Jahre als Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland.

Die Nibelungenhalle


Hier am Drachenfels soll gemäß der Nibelungensage, Siegfried den Drachen besiegt haben. Er badete in dessen Blut und wurde unverwundbar, bis auf die Stelle, auf die ein Lindenblatt fiel. Zum 100. Geburtstag Richard Wagners wurde 1913 die Nibelungenhalle als Erinnerungshalle und Gemäldemuseum  eröffnet.

Konzipiert wurde der Bau von zwei Berliner Architekten auf der Grundlage von konkreten Vorstellungen, die der Maler Hermann Hendrich (1854 - 1931) einbrachte. Von ihm stammen die 12 Großgemälde zu den vier Ringopern Rheingold, Walküre, Siegfried und Götterdämmerung. Die Reliefs an der Außenfassade stammen vom Königswinterer Architekt und Bildhauer Franz-Josef Krings. In der Apsis befinden sich ein Wagnerrelief auf Drachenfelser Trachitstein und zahlreiche Gemälde zu Wagners „Parsifal“.

Der Innenraum der Halle ist sechseckig. 6 Säulen tragen die Kuppel, in die 12 Scheiben mit Sternzeichen eingesetzt wurden. Der Boden des Innenraums besteht aus Xylolith (Steinholz oder Magnesitestrich) und zeigt eine Abbildung des Kosmos, in dessen Zentrum sich die Erdscheibe befindet. Um die Erdscheibe windet sich die 60 Meter lange Midgardschlange. Gemäß der germanischen Mythologie ist die Midgardschlange eine die Welt (Midgard) umspannende Seeschlange, die im Ur-Ozean lebt.

Nibelungenhalle
Die Nibelungenhalle

Blick in die Nibelungenhalle
Blick in die Nibelungenhalle

Gedenktafel zur Eröffnung der Nibelungenhalle zum 100.Geburtstag Richard Wagners
Gedenktafel

Apsis mit Gemälden zu Parsifal
Apsis mit Gemälden zu Parsifal

Siegfrieds Schwert auf einem Amboss
Siegfrieds Schwert auf einem Amboss

Freias Garten, Hermann Hendrich, 1913
Freias Garten, Hermann Hendrich, 1913


Die Drachenhöhle


Fafner, der 13 Meter lange Drache

Fafner

Gleich nach der Nibelungenhalle durchquert man einen düsteren, etwa 40 m langen und kaum 1,70 m hohen Felsengang. Dieser führt in die 1933 zum 50. Todestag Richard Wagners errichtete Drachenhöhle.

Hier ist der Wohnort des 13 Meter langen steinernen Drachens namens Fafner. Er wurde erschaffen von Franz Josef Krings, der schon bei der Gestaltung der Nibelungenhalle beteiligt war.

Wagners Fafner ist eine literarische Adaption von Fáfnir, einer Drachenfigur der nordischen Mythologie.


Der Reptilienzoo


Nach der Drachenhöhle gelangt man in den Reptilienzoo. Bernard Juchmann erbaute den Reptilienzoo 1958 unter dem Motto: Lebendige "Drachen" in einer "sagenhaften" Umgebung. Die Einrichtung ist aus Sicht des Besuchers wenig spektakulär, aber die Zusammenstellung der Arten ist erstaunlich. Zu sehen sind Krokodile, Leguane, Schildkröten, Krustenechsen, Nattern, Anakondas, verschiedene Boas und Pythons. Erwähnenswert sind die zahlreichen Nachzuchten, insbesondere die der beiden Mississippi-Alligatoren “Heinrich” und “Alice“. Sie sorgten 1999 mit dem ersten Alligatoren-Nachwuchs in Deutschland für Aufsehen. Auf dem Außengelände gibt es mehrere Volieren für Vögel, darunter die als gefährdet eingestufte Doppelgelbkopfamazone (Amazona oratrix oratrix).

Afrikanische Pantherschildkröte (Stigmochelys pardalis)
Afrikanische Pantherschildkröte
(Stigmochelys pardalis)

Skorpion-Krustenechse (Heloderma horridum exasperatum)
Skorpion-Krustenechse
(Heloderma horridum exasperatum)

Rote Regenbogenboa (Epicrates cenchria)
Rote Regenbogenboa
(Epicrates cenchria)

Grüne Anakonda (Eunectes murinus)
Grüne Anakonda
(Eunectes murinus)

Gelbe Anakonda (Eunectes notaeus)
Gelbe Anakonda
(Eunectes notaeus)

Kubanische Schlankboa (Chilabothrus angulifer)
Kubanische Schlankboa
(Chilabothrus angulifer)

Südliche Madagaskarboa (Acrantophis dumerili)
Südliche Madagaskarboa
(Acrantophis dumerili)

Madagaskarboa (Acrantophis madagascariensis)
Nördliche Madagaskarboa
(Acrantophis madagascariensis)

Madagaskar-Hundkopfsboa (Sanzinia madagascariensis)
Madagaskar-Hundkopfsboa
(Sanzinia madagascariensis)

Weisslippenpython (Bothrochilus albertisii)
Weisslippenpython
(Bothrochilus albertisii)

Neuguinea-Teppichpython (Morelia spilota harrisoni)
Neuguinea-Teppichpython
(Morelia spilota harrisoni)

Dunkler Tigerpython - Granit (Python bivittatus)
Dunkler Tigerpython - Granit
(Python bivittatus)

Liasis papuana
Papuapython
(Liasis papuana)

Königspython (Python regius)
Königspython
(Python regius)

Königspython (Python regius)
Königspython (albino)
(Python regius)

Djampea-Netzpython (Malayopython reticulatus)
Netzpython
(Malayopython reticulatus)

Netzpython, Farbvariante
Netzpython (Farbvariante "lavender")
(Malayopython reticulatus)

Netzpython, Farbvariante
Netzpython (Farbvariante "caramell")
(Malayopython reticulatus)

Djampea-Netzpython (Malayopython reticulatus jampeanus)
Djampea-Netzpython
(Malayopython reticulatus jampeanus)

Timorpython (Malayopython timoriensis)
Timorpython
(Malayopython timoriensis)

Rautenpython (Morelia spilota variegata)
Rautenpython
(Morelia spilota variegata)

Pazifische Gophernatter (Pituophis catenifer catenifer)
Pazifische Gophernatter
(Pituophis catenifer catenifer)

Kornnatter (Pantherophis guttatus)
Kornnatter
(Pantherophis guttatus)

Abgottschlange (Boa constrictor constrictor)
Abgottschlange
(Boa constrictor constrictor)

Mississippi-Alligator (Alligator mississippiensis)
Mississippi-Alligator
(Alligator mississippiensis)

Stumpfkrokodile (Ostaeolaemus tetraspis)
Stumpfkrokodile
(Ostaeolaemus tetraspis)

Doppelgelbkopfamazone (Amazona oratrix oratrix)
Doppelgelbkopfamazone
(Amazona oratrix oratrix)