Tallinn Zoo
1937 fanden in Helsinki die Weltmeisterschaften der Sportschützen statt. Rückwirkend könnte man sagen, dass diese Veranstaltung den Impuls zur Gründung eines Zoos in Estland auslöste. Die Mannschaft des estnischen Schützenverbandes gewann die Weltmeisterschaft und brachte neben dem Argentinien-Pokal auch einen Luchs als Geschenk mit. Er wurde "Illu" genannt und beschleunigte die Bestrebungen, in Estland einen Zoo zu gründen. Zwei Jahre später, am 25. August 1939 wurde der „Kleine Zoo“ in Kadriorg als nationaler Zoo Estlands eröffnet. Mit dabei war Illu, der später zum Wappentier des Zoos werden sollte.
Zunächst konzentrierte man sich darauf, den Tierbestand zu vergrößern, geeignete Lebensbedingungen für die Tiere zu schaffen und Erfahrungen in der Tierpflege zu sammeln. Koordiniert wurden die Arbeiten in erster Linie vom Tierschutzverband und vom Institut für Naturschutz und Tourismus. Nach der Annexion Estlands im Jahr 1940, als Vereine und Verbände verboten wurden, wurde der Zoo von der Stadtverwaltung Tallinn übernommen und ist bis heute eine kommunale Einrichtung.
Der Zweite Weltkrieg führte zu einer Unterbrechung des Zoobetriebs. Im Herbst 1944 wurde Estland in die Sowjetunion eingegliedert. Nach Kriegsende hatte die Wiederherstellung des Zoos für die neuen Machthaber keine Priorität. Innerhalb der folgenden 15 Jahre wurde der Zoo von 10 verschiedenen Direktoren geleitet. Immerhin wurde 1947 im Zoo die Gruppe der „Jungen Naturforscher“ gegründet. Ihr Ziel war es, bei jungen Menschen das Interesse an der Zoologie zu wecken und ihnen Respekt vor Tieren zu vermitteln. 1989 wurde der Zoo, als erster Zoo der Sowjetunion, Mitglied der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA).
Bis 1983 blieb der Zoo auf dem alten Gelände. Dann erfolgte die Verlegung in ein 89 Hektar großes Gelände im Stadtteil Veskimetsa. Der Name stammt von Veskimets (Der Mühlenwald), der heute ein wesentlicher Bestandteil des Zoos ist. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs war deutlich zu erkennen, dass sich der Zoo inmitten eines langjährigen Modernisierungsprojektes befindet. Es gibt noch einige alte Anlagen aus sowjetischer Bauzeit, die modernen Tierhaltungsansprüchen nicht mehr genügen und nach und nach ersetzt werden.

Eisbären
(Ursus maritimus)

Ostsee-Kegelrobbe
(Halichoerus grypus grypus)

Amurleopard
(Panthera pardus orientalis)
Inzwischen sind einige großartige moderne Anlagen entstanden. Der Zentralasien-Komplex wurde 2002 errichtet und beherbergt Tiere wie Przewalski-Pferde, Trampeltiere, Bisons, Yaks und Hyänen. 2004 entstand das Alpinarium mit der weltweit größten Sammlung an Bergziegen und Schafen. 2017 wurde das Polarium eröffnet, ein Lebensraum für Eisbären, der sogar einen Sonderpreis für die herausragende architektonische Gestaltung erhielt. 2023 folgte der "Rainforest" mit Arten des tropischen Regenwaldes Südostasiens. Zu sehen sind u.a. Binturongs, Fischkatzen, Flughunde und frei umherfliegende Vögel. "Tiger-Valley" wurde 2024 fertiggestellt, für Amur-Tiger und andere Tierarten aus dem Fernen Osten, wie Amurleopard, Rothund, Mandschurenkranich und Ural-Eule. Zudem gibt es zwei Tropenhäuser, in denen Krokodile und andere Reptilien, Fische, Vögel, Krallenaffen, Schimpansen und Mangusten leben. Das "Pachyderm House" beherbergt afrikanische Elefanten, Spitzmaulnashörner, Zwergflusspferde, Gürteltiere, Nagetiere und Schlangen. "Hawk hill" zeigt eine beträchtliche Vielfalt an Adlern, Geiern und Eulen. Weitere Vögel sind auf "Bird ponds" zu finden. Dazu gehören sechs Teiche mit Inseln auf denen Pelikane und zahlreiche Wasservögel leben. Aktuell befinden sich, gemäß Webseite des Zoo, rund 7.300 Tiere aus über 360 Arten in Tallinn.

Przewalski-Pferd
(Equus ferus przewalski)

Kulane
(Equus hemionus kulan)

Trampeltier
(Camelus ferus f. bactrianus)

Axishirsch
(Axis axis)

Sibirischer Steinbock
(Capra sibirica)

Ostkaukasischer Steinbock
(Capra cylindricornis)

Bucharische Schraubenziegen
(Capra falconeri heptneri)

Kihnu-Schaf
(Ovis orientalis f. aries)

Alpenmurmeltier
(Marmota marmota)

Hausyak
(Bos mutus f. grunniens)

Mongolischer Manul
(Otocolobus manul manul)

Braunborsten-Gürteltier
(Chaetophractus villosus)

Weißschwanz-Stachelschwein
(Hystrix indica)

Smaragdskink
(Lamprolepis smaragdina)

Aga-Kröte
(Rhinella marina)

Dunkler Tigerpython
(Python bivittatus)

Pantherschildkröte
(Stigmochelys pardalis)

Vierzehen-Schildkröten
(Testudo horsfieldii)

Spaltenschildkröte
(Malacochersus tornieri)

Zentralasiatischer Steinadler
(Aquila chrysaetos daphanea)

Eurasische Waldohreule
(Asio otus otus)

Habichtskauz
(Strix uralensis)

Eurasische Sperbereule
(Surnia ulula ulula)

Schmutzgeier
(Neophron percnopterus)

Silberfasan
(Lophura nycthemera)

Kragentaube
(Caloenas nicobarica)

Schneekraniche
(Leucogeranus leucogeranus)

Mandschurenkranich
(Grus japonensis)

Balistar
(Leucopsar rothschildi)

Zitronenbuntbarsch
(Amphilophus

Trauermantelsalmler
(Gymnocorymbus ternetzi)

Pfauenaugen-Stechrochen
(Potamotrygon motoro)

Roter Piranha
(Pygocentrus nattereri)

Kobalt-Zebrabuntbarsch
(Maylandia callainos)

Zebratilapie
(Heterotilapia buettikoferi)

Tanganjika-Beulenkopf
(Cyphotilapia frontosa)
Hinweis:
Die Bilder aus dem Zoo in Tallinn haben bei unserem bisher einzigen Besuch im Juli 2026 aufgenommen. Es ist daher möglich, dass die eine oder andere Art heute nicht mehr zu sehen ist.












