Tiergarten Schönbrunn

Zu Besuch im besten Zoo Europas

Der Tiergarten Schönbrunn wurde im Juli 1752 gegründet und ist damit der älteste noch bestehende Zoo der Welt. Erste Pläne entstanden bereits 1745, als Kaiser Franz I. den Architekten Jean Nicolas Jadot de Ville-Issey mit dem Entwurf für eine Menagerie im Park der Sommerresidenz Schönbrunn beauftragte. Um nachvollziehen zu können, zu welcher Zeit der Tiergarten entstand, erlauben wir uns einen kurzen Rückblick auf die Zeit von 1745 bis 1753:

  • 1745 wird Jacques Étienne Montgolfier geboren. Er gilt zusammen mit seinem Bruder Joseph Michel als Erfinder des Heißluftballons.
  • 1747 wird das von König Friedrich II. von Preußen in Auftrag gegebene Schloss Sanssouci in Potsdam fertiggestellt.
  • 1748 beendet der Aachener Friede den Österreichischen Erbfolgekrieg zugunsten Maria Theresias.
  • 1751 entdeckt der schwedische Chemiker Axel Frederic Cronstedt das Element Nickel.
  • 1752 führte das Königreich Großbritannien den Gregorianischen Kalender ein.
  • 1752 experimentiert Benjamin Franklin mit einem Drachen im Gewitter und provoziert einen Blitzeinschlag. Der Versuch ist die Grundlage für die Entwicklung von Blitzableitern.
  • 1753 veröffentlicht Carl von Linné die zweibändige "Species Plantarum", die Grundlage der botanischen Nomenklatur.

Ailuropoda melanoleuca
Großer Panda
(Ailuropoda melanoleuca)

Phascolarctos cinereus
Koala
(Phascolarctos cinereus)

Tremarctos ornatus
Brillenbär
(Tremarctos ornatus)

Ailurus fulgens
Kleiner Panda
(Ailurus fulgens)

Schon im Jahre 1770 kam der erste Elefant nach Wien, 1781 folgten Wölfe, Bären und im Jahre 1800 zählten Eisbären, Großkatzen, Hyänen und Kängurus zu den Publikumsmagneten. Bereits 1828 war die erste Giraffe zu sehen. 1996 wurden das Schloss und der 160 Hektar große Schlosspark, zu dem auch der 17 Hektar große Tiergarten zählt, zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. 2008, 2010 und 2012 wurde Schönbrunn zum besten Zoo Europas gekürt. Auf einer Fläche von 17 Hektar leben ca. 9.000 Tiere aus 700 Arten.

Macaca sylvanus
Berberaffe oder Magot
(Macaca sylvanus)

Hylobates lar
Weißhandgibbon oder Lar
(Hylobates lar)

Pongo pygmaeus
Borneo-Orang-Utan
(Pongo pygmaeus)

Saimiri sciureus
Totenkopfaffe
(Saimiri sciureus)

Loxodonta africana
Afrikanischer Elefant
(Loxodonta africana)

Panthera leo
Löwe
(Panthera leo)

Acinonyx jubatus
Gepard
(Acinonyx jubatus)

Panthera pardus
Leopard
(Panthera pardus)

Panthera pardus
Leopard
(Panthera pardus)


Der "Schwarze Panther" ist keine eigene Art, sondern ein Leopard, dessen Fell schwarz gefärbt ist. Die dunkle Pigmentierung wird als Melanismus (aus dem griechischen melas "schwarz") bezeichnet. Melanismus kann auch bei anderen Tierarten auftreten, zum Beispiel bei Pferden (Rappen), Hunden, Mäusen, Meerschweinchen oder Schlangen.

Panthera tigris
Tiger
(Panthera tigris)

Canis lupus arctos
Arktischer Wolf
(Canis lupus arctos)

Nasua nasua
Nasenbär
(Nasua nasua)

Rhinoceros unicornis
Panzernashorn
(Rhinoceros unicornis)

Hippopotamus amphibius
Flusspferd
(Hippopotamus amphibius)

Hydrochaeris hydrochaeris
Wasserschwein oder Capybara
(Hydrochaeris hydrochaeris)

Eudyptes moseleyi
Felsenpinguin
(Eudyptes moseleyi)

Geronticus eremita
Waldrapp
(Geronticus eremita)

Merops bullockoides
Weißstirnspint
(Merops bullockoides)

Pelecanus crispus
Krauskopfpelikan
(Pelecanus crispus)


Der Naturerlebnispfad

Sciurus vulgaris
Eichhörnchen
(Sciurus vulgaris)

Salamandra salamandra
Feuersalamander
(Salamandra salamandra)

Der Tiergarten Schönbrunn kümmert sich nicht nur um exotische Tierarten, sondern ist gleichzeitig bemüht, den letzten Zipfel Wienerwald und die heimischen Wildtiere zu bewahren. 2009 wurde der Baumkronenpfad errichtet. Dieser führt in einer Höhe von zehn Metern durch das Blätterdach der Bäume und bietet einem tollen Ausblick auf den Tiergarten, das Schloss Schönbrunn, die Stadt und auf einheimische Tiere.

Bisher konnten 74 Vogelarten beobachtet werden, darunter auch gefährdeten Tierarten. Außerdem leben hier Eichhörnchen, Fledermäuse und Füchse. In Freilandterrarien lassen sich einheimische Amphibien und Reptilien beobachten, zum Beispiel Feuersalamander, Gelbbauchunken, Bergmolche, Kreuzottern, Smaragd- und Mauereidechsen.


Das Aquarien- und Terrarienhaus

Das Aquarien- und Terrarienhaus wurde 1959 eröffnet als eines der modernsten Aquarienhäuser der Welt. Vierzig Jahre später wurden Gebäude und Anlagen saniert und auf den neuesten Stand gebracht. Gleich am Eingang zum Aquarien- und Terrarienhaus leben die Beulenkrokodile. Das Aquarienhaus bietet einige Highlights, unter anderem Zagros-Molche, Pfeilschwanzkrebsen ein 80.000 Liter umfassendes Salzwasserbecken mit einem imposanten Korallenriff und hunderte bunte Fische aus dem Indopazifik, Seepferdchen und ein spezielles Strömungsaquarium für Quallen.

Chrysaora fuscescens
Kompassqualle
(Chrysaora fuscescens)

Pterois antennata
Antennen-Feuerfisch
(Pterois antennata)

Limulus polyphemus
Pfeilschwanzkrebs
(Limulus polyphemus)

Palinurus elephas
Europäische Languste
(Palinurus elephas)

Typhlonectes compressicauda
Schwimmwühle
(Typhlonectes compressicauda)

Seeigel
Seeigel

Pygocentrus nattereri
 Roter Piranha
(Pygocentrus nattereri)

Pagrus auriga
Rotbandbrasse oder Rotgebänderte Meerbrasse
(Pagrus auriga)

Potamotrygon leopoldi
Leopolds Stachelrochen
(Potamotrygon leopoldi)

Urobatis halleri
Kalifornischer Rundstechrochen
(Urobatis halleri)

Potamotrygon tigrina
Tiger-Stechrochen
(Potamotrygon tigrina)

Siganus puellus
Masken-Kaninchenfisch
(Siganus puellus)


Im Terrarienhaus befinden sich die Große Anakonda, Kobras, Klapperschlangen, Pfeilgiftfrösche, Nashornleguane und einiges mehr. In einem Nachtbereich können nachtaktive Tiere wie Blumenfledermäuse, Kaiserskorpione und Salomonenskinke beobachtet werden. Auf dem Außengelände befindet sich eine Brutinsel für rote Flamingos, die Freianlage für die Riesenschildkröten, ein Teich für europäischen Sumpfschildkröten und einige Freilandterrarien für gefährdete heimische Amphibien und Reptilien, wie die Wiesenotter, die kleinste Giftschlange Europas.

Hyla arborea
Europäischer Laubfrosch
(Hyla arborea)

Crocodylus moreletii
Beulenkrokodil
(Crocodylus moreletii)

Chelydra acutirostris
Südamerikanische Schnappschildkröte
(Chelydra acutirostris)

Cyclura cornuta
Nashornleguan
(Cyclura cornuta)

Leiocephalus schreibersii
Haiti-Glattkopfleguan
(Leiocephalus schreibersii)

Corucia zebrata
Wickelschwanzskink
(Corucia zebrata)

Shinisaurus crocodilurus
Chinesische Krokodilschwanzechse
(Shinisaurus crocodilurus)

Krokodilteju (Dracaena guianensis)Krokodilteju
(Dracaena guianensis)

Crotalus durissus
Schauer-Klapperschlange
(Crotalus durissus)

Naja naja
Brillenschlange oder Indische Kobra
(Naja naja)

Vipera ursinii rakosiensis
Ungarische Wiesenotter
(Vipera ursinii rakosiensis)

Emys orbicularis
Europäische Sumpfschildkröte
(Emys orbicularis)


Das Regenwaldhaus

Das Regenwaldhaus wurde 2002 zum 250. Geburtstag des Tiergartens eröffnet. In Anlehnung an einen Berghang in Südostasien wurde ein lebensnahes Szenario für mehr als 400 Pflanzenarten und 60 Tierarten geschaffen, darunter Reptilien, Gliedertiere, Säugetiere, Vögel, Amphibien und Fische. Die ganzjährig tropischen Temperaturen von 25-35°C und eine Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90% werden gesteuert durch das Zusammenwirken von Glasdachheizung, Wand- und Fußbodenheizung sowie einer Erdreichheizung. Nebelschwaden, Gewitterregen und grollende Donner sorgen für eine faszinierende Atmosphäre.

Brachylophus fasciatus
Gebänderter Fidschi-Leguan
(Brachylophus fasciatus)

Staurois parvus
Kleiner Winkerfrosch
(Staurois parvus)

Pteropus giganteus
Indischer Riesenflughund
(Pteropus giganteus)

Tupaia belangeri
Bergtupaja
(Tupaia belangeri)

Streptopelia chinensis
Perlhalstaube
(Streptopelia chinensis)

Amazona agilis
Rotspiegelamazone
(Amazona agilis)

Padda oryzivora
Reisfinken oder Reisamadine
(Padda oryzivora)

Loriculus galgulu
Blaukrönchen
(Loriculus galgulu)


Das Wüstenhaus

Das Wüstenhaus befindet sich außerhalb des Tiergarten Schönbrunn, in unmittelbarer Nähe des Eingangs Hietzing und des Palmenhauses. Das Gebäude wurde 1904 als Sonnenuhrhaus errichtet, diente später als Gewächs- und Überwinterungshaus für wertvolle australische und südafrikanische Pflanzen, später als Schmetterlingshaus bis es 1998 wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wurde das Gebäude im Jahr 2004 als neu eröffnet. In einem Gemeinschaftsprojekt von Bundesgärten und Tiergartenverwaltung entstand mit dem Wüstenhaus das Gegenstück zum 2002 geschaffenen Regenwaldhaus im Tiergarten. Ein Rundgang führt durch verschiedene Wüstenlandschaften mit zahlreichen Pflanzen, Vögeln, Reptilien und Kleintieren. Sehenswert sind zudem das 70 Meter lange Glasröhrenlabyrinth für Nacktmullen (Heterocephalus glaber) und das Außengelände, in dem unter anderem die auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten gelisteten Europäischen Ziesel (Spermophilus citellus) zu sehen sind.

WüstenhausDas Wüstenhaus
Dioscorea elephantipesDioscorea elephantipes

Das rechte Bild zeigt keinen Schildkrötenpanzer, auch wenn es so aussieht. Es handelt sich überhaupt nicht um ein Tier oder das Teil eines Tieres, sondern um die Knolle einer Pflanze. Sie trägt den wissenschaftlichen Namen Dioscorea elephantipes und gehört zu den Jamswurzelgewächsen (Dioscoreaceae). Die aus Südafrika stammende rankende Pflanze hat dünne, hellgrüne Blätter. Sie wächst in ihrer natürlichen Umgebung im Winter und zieht dann ein, um mit dem in der Knolle gespeicherten Wasser den trockenen Sommer zu überstehen. Die Oberfläche der Knolle verdickt sich mit der Zeit und bildet geometrisch angeordneten Risse, ähnlich einem Schildkrötenpanzer. So erklärt sich auch der inzwischen veraltete Name Testudinaria elephantipes.

Spermophilus citellusEuropäischer Ziesel
(Spermophilus citellus)
Uromastyx thomasiOman-Dornschwanzagame
(Uromastyx thomasi)
Crotalus molossusSchwarzschwanz-Klapperschlange
(Crotalus molossus)
Heloderma suspectum suspectumGila-Krustenechse
(Heloderma suspectum suspectum)
Anaxyrus debilisGrüne Kröte
(Anaxyrus debilis)
Colius striatusBraunflügel-Mausvogel
(Colius striatus)
Foudia madagascariensisMadagaskarweber - weiblich
(Foudia madagascariensis)
Foudia madagascariensisMadagaskarweber - männlich
(Foudia madagascariensis)