Zoo Riga
Der Zoo Riga (offiziell Rigaer Nationaler Zoologischer Garten) ist der älteste Zoo des Baltikums und beherbergt auf einer Fläche von 20 Hektar rund 3.000 Tiere aus 400 Arten. Die Idee, in Riga einen Zoo zu errichten, wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts diskutiert, doch der Stadtrat lehnte sie als überflüssigen Luxus ab. 1907 wurde dann doch die Errichtung eines Zoos in den Bebauungsplan der Stadt aufgenommen. 1908 gründete sich der Verein „Rigas Zooloģiskais dārzs“ (Rigaer Zoologischer Garten), der 1911 einen Vertrag mit der Stadt Riga abschloss. Der Verein übernahm die Mittelbeschaffung und die organisatorischen Aufgaben und verpflichtete sich, den Zoo spätestens nach fünf Jahren für die Öffentlichkeit zu öffnen und die Ausstellung von mindestens 75 Tierarten zu gewährleisten. Die Stadt sicherte finanzielle Unterstützung zu. Am 14. Oktober 1912 wurde der Zoologische Garten mit Tieren aus 88 Arten eröffnet. Dank der Unterstützung der Öffentlichkeit wurden zahlreiche Gebäude errichtet. Viele Tiere wurden dem Garten von Unternehmern, Firmen, und Privatpersonen geschenkt.
Die rasante Entwicklung des Zoos wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. Im März 1916 stellte der Stadtrat von Riga die finanzielle Unterstützung ein. Ein Teil der Tiere wurde verkauft. 1917 marschierte die Armee des Deutschen Reiches in Riga ein; die 37 wertvollsten Tiere wurden nach Deutschland verschleppt, die übrigen getötet. 1918 wurde der Zoo geschlossen. Nach dem Ersten Weltkrieg erklärte Lettland am 18. November 1918 die Unabhängigkeit, die 1920 nach dem Lettisch-Russischen Krieg vertraglich festgelegte wurde. 1921 übertrug der Stadtrat von Riga das Gelände des früheren Zoos mit allen Gebäuden an die Sozialfürsorge, die dort Sommerlager für Kinder einrichtete.
1932 wurde eine Initiative aus dem Umfeld des Forstamtes gestartet, den Zoo wieder aufleben zu lassen. Die Sozialfürsorge protestierte vehement, da die Verlegung der Kinderkolonie hohe Kosten verursachen würde. Im Juli 1933 übergab die Stadt dem Forstamt einen kleinen Teil des ehemaligen Geländes, auf dem zeitnah 124 Tiere aus 48 Arten untergebracht wurden. Wieder wurden nahezu alle Tiere von Privatpersonen gespendet. 1933 gründete sich ein neuer Verein „Latvijas Zooloģiskais dārzs“ (Der Zoologische Garten von Lettland), der den Zoo 1934 vom Forstamt übernahm.
Nach und nach gewann der Zoologische Garten sein ursprüngliches Gelände zurück und begann mit der Sanierung der Gebäude. Am 19. Juli 1935 beschloss der Stadtrat, das Sommerlager aufzulösen und das gesamte Gelände dem Zoologischen Garten zu überlassen. Im Juli 1940 begann die sowjetische Besetzung. Lettland wurde administrativ an die sowjetischen Verwaltungsstrukturen angepasst, die zivile und militärische Führung abgesetzt und der Verein „Latvijas Zooloģiskais dārzs“ aufgelöst.
Die Leitung des Zoos übernahm jetzt die Immobilienverwaltung der Stadt Riga. Neue Einrichtungen entstanden, darunter ein Aquarium, ein Terrarium und ein Bärenhaus. Während der Sowjetzeit zählte der Zoo Riga zu den besten in der Sowjetunion. Nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Lettlands im August 1991 gingen die Besucherzahlen rapide zurück, da nun die zahlreichen Besucher aus der ehemaligen UdSSR ausblieben.

Mähnenwolf
(Chrysocyon brachyurus)

Zwergmanguste
(Helogale parvula)

Blutbrustpavian
(Theropithecus gelada)

Wasserschweine
(Hydrochoerus hydrochaeris)

Wüstenfuchs
(Vulpes zerda)

Sumpfwallaby
(Wallabia bicolor)

Flachlandtapir
(Tapirus terrestris)

Östlicher Kiang
(Equus kiang holdereri)

Bucharische Schraubenziege
(Capra falconeri heptneri)
Im November 1992 trat der Zoologische Garten Riga dem Europäischen Verband der Zoos und Aquarien (EAZA) bei. Nach und nach wurden die inzwischen veralteten Einrichtungen aus der Sowjetzeit durch neue Anlagen ersetzt. Im November 1998 wurde das Tigerhaus eröffnet, damals das größte und modernste Gebäude dieser Art in Europa. 1999 folgte der Bauernhof mit für Lettland typische Haustiere, 2001 das Tropenhaus, 2002 ein tropisches Meeresaquarium, 2004 ein Gehege für Takine und Polarfüchse. 2007 wurde ein Giraffenhaus erbaut, das 2019 in den afrikanischen Savannenbereich integriert wurde.
Der Zoo Riga führt verschiedene wissenschaftliche Forschungs- und Naturschutzprojekte durch, u.a. die Beobachtung des Herbstzuges von Eulen, Wiederansiedlung des Europäischen Laubfrosches in Lettland, ein Zuchtprojekt für Greifvögel und die Untersuchung der Verhaltensmerkmale von Zwergadlern.

Paradieskranich
(Anthropoides paradisea)

Darwinnandu
(Rhea pennata)

Rußköpfchen
(Agapornis nigrigenis)

Afrikanische Weichschildkröten
(Trionyx triunguis)

Callagurschildkröte
(Batagur borneoensis)

Malaiische Dornschildkröte
(Cyclemys dentata)

Amboina-Scharnierschildkröte
(Cuora amboinensis)

Rotwangen-Schmuckschildkröte
(Trachemys scripta elegans)

Europäische Sumpfschildkröte
(Emys orbicularis)

Erdkröte
(Bufo bufo)

Cranwells Schmuckhornfrosch
(Ceratophrys cranwelli)

Korallenfinger-Laubfrosch
(Pelodryas caerulea)

Schwarzflecken-Giftlaubfrosch
(Trachycephalus nigromaculatus)

Goldener Pfeilgiftfrosch
(Phyllobates terribilis)

Teichfrosch
(Pelophylax esculentus)

Rosenkäfer
(Chlorocala smaragdina)

Rosenkäfer
(Pachnoda trimaculata)

Langfühlerschrecke
(Nesoecia constricta)

Gründlinge
(Gobio gobio)

Viergürtelbarbe
(Puntigrus tetrazona)

Rotfeder
(Scardinius erythrophthalmus)

Döbel
(Squalius cephalus)

Harlekin-Regenbogenfische
(Melanotaenia boesemani)

Flussbarbe
(Barbus barbus)

Vierstreifen-Schlankcichlide
(Julidochromis regani)

Bachschmerle
(Barbatula barbatula)

Ameca-Hochlandkärpfling
(Ameca splendens)
Hinweis:
Die Bilder aus dem Zoo in Riga haben bei unserem bisher einzigen Besuch im Juli 2026 aufgenommen. Es ist daher möglich, dass die eine oder andere Art heute nicht mehr zu sehen ist.





















