Der Tierpark Hagenbeck

Hamburgs tierisches Original startete einst mit sechs Seehunden

1907 gilt als das offizielle Gründungsjahr des Tierparks. Allerdings begann die Familie Hagenbeck schon 60 Jahre zuvor mit der Ausstellung von Tieren: 1848 stellt der Fischhändler Gottfried Claes Carl Hagenbeck sechs Seehunde in Hamburg St. Pauli zur Schau und gründete später ein Tierhandelsgeschäft.

Der älteste Sohn Carl Hagenbeck gründete 1887 seinen ersten Zirkus und entwickelte in den Folgejahren die für die damalige Zeit revolutionäre Idee einer gitterlosen Freianlage. Realisiert wurden diese Vorstellungen 1907 mit der Eröffnung des ersten gitterlosen Tierparks der Welt in Stellingen, damals noch ein Dorf vor den Toren Hamburgs. Auf Basis dieses Konzepts entstehen zwischen 1922 und 1931 moderne Zoos in Chicago, Detroit und Paris. Ab 1937 wird der Tierpark in Stellingen erweitert und neu gestaltet. Es entsteht das damals modernste Elefanten-Freigehege der Welt.

Im zweiten Weltkrieg wurden rund siebzig Prozent des Tierparks zerstört. Die nachfolgenden Generationen bauen den Tierpark wieder auf. Der umfangreichste Umbau erfolgte 2003. Der Haupteingang wird an die Koppelstraße verlegt. Der bisherige Haupteingang bleibt als historisches Ensemble erhalten.

Rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum wurde 2007 das Tropen-Aquarium eröffnet. 2012 folge mit dem Eismeer eine Abbildung der arktischen und antarktischen Welten mit Eisbären, Seebären, Walrossen, Pinguinen und arktischen Seevogelarten. 2014 kommt Deutschlands erstes Walrossbaby zur Welt. Weitere Neuerungen folgen, u.a. der Umbau der Giraffenanlage (2021) und die neue Anlage für Tapire und Wasserschweine (2025).

Karte

Unser letzter Besuch: 03/2023      webseite.png

Der historische Haupteingang im Original
Der historische Haupteingang
im Original

Der historische Haupteingang
Der historische Haupteingang
im Miniatur Wunderland

Statue Carl Hagenbeck
Statue von Carl Hagenbeck
mit einem Löwen


Das Jugendstil-Tor war der Haupteingang vom Tag der Eröffnung 1907 bis ins Jahr 2003. Die Figuren auf den Torbögen wiesen schon am Eingang auf die exotischen Attraktionen hin. Dazu zählten auch die Figuren des Nubiers und des Indianers, denn bis Anfang der 1930er Jahre gehörten auch Völkerschauen zum Programm des Tierparks. Seit 2018 war bekannt, dass das Mauerwerk nicht mehr sicher galt und einer aufwendigen Restaurierung bedarf. Im Mai 2025 wurde das "Wahrzeichen von Hagenbeck" abgerissen und soll detailgetreu wieder aufgebaut werden.

Das mittlere Bild zeigt Carl Hagenbeck, der ein enges Verhältnis zu den Tieren pflegte und sie häufig in ihren Gehegen besuchte. Der Löwe "Triest" rettet ihn das Leben, als er in der Raubtierschlucht stolperte und sich einige Tiere auf ihn stürzten. Die beiden Schlangen auf dem rechten Bild haben sich in der Nacht vom 25 auf den 26. August 1909 beim Kampf um den Kadaver eines Schwans ineinander verbissen und nicht mehr losgelassen. Letztlich sind beide im Wasserbecken ertrunken. Der Tierbildhauer Josef Pallenberg fertigte den Naturabguss.

Naturabguss
Abguss zweier Riesenschlangen

Thailändische Sala
Thailändische Sala am Birma-Teich

Buddha-Statue auf der japanischen Insel
Buddha-Statue auf der japanischen Insel


"Tiere, Park und Kultur" lautet das Motto in Hamburg. Carl Hagenbeck interessierte sich nicht nur für Tiere. Er brachte eine Fülle an Pflanzen von seinen Reisen mit, unter anderen die beiden Ginkgo-Bäume (Ginkgo biloba), die auf der Japan-Insel zu sehen sind. Auf dem sechs Kilometer langen Wegenetz lohnt es sich durchaus, auch einen Blick auf die botanische Vielfalt zu werfen. Zu sehen sind u.a. Amur-Korkbaum (Phellodendron amurense), die rund 100 Jahre alten Sumpfzypressen (Taxodium) und die ältesten Urwelt-Mammutbäume Deutschlands (Metasequoia glyptostroboides). Für den kulturellen Aspekt sorgen u.a. die Japanische Brücke und die handgeschnitzte Thailändische Sala, die im August 2002 von der thailändischen Kronprinzessin Maha Chakri Sirindhorn eingeweiht wurde.

Tierwelten

Eismeer, Afrika, Elefanten und Orang-Utans
Hydrochoerus hydrochaeris

Wasserschweine (Hydrochoerus hydrochaeris)

Der Tierpark strukturiert sich in verschiedene Tierwelten. Im Eismeer leben Eisbären, Seebären, Pinguine und Walrosse. Im Afrika-Panorama sind u.a. Löwen, Mähnenspringer, Zebras, Antilopen und Marabus zu sehen. Das Orang-Utan Haus ist die Heimat der Sumatra Orang-Utans und die Elefanten-Freilaufhalle das Zuhause für die Indischen Elefanten.

Tropen-Aquarium

Nilkrokodile, Haie und zahlreiche Wasserbewohner
Crocodylus niloticus

Nilkrokodil (Crocodylus niloticus)

Im Tropen-Aquarium leben mehr als 350 verschiedene Arten. Der Aquarienbereich besteht aus 19 Seewasser- und 10 Süßwasserbecken und bietet Lebensräume für rund 13.000 Fische. Neben den Nilkrokodilen leben hier zahlreiche weitere Reptilienarten, Säugetiere, Amphibien, Wirbellose und verschiedene Vogelarten.

Dinosaurier

Über 110 Jahre alte Dinosaurier
Ceratosaurus

Ein Ceratosaurus attackiert einen Stegosaurus

Die lebensgroßen Dinosaurier wurden 1908 von Carl Hagenberg in Auftrag gegeben und im Winter 1909/1910 vom Kölner Bildhauer Josef Pallenberg fertig gestellt. Bei der Anfertigung wurden die damals aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zugrunde gelegt, um eine möglichst naturgetreue Nachbildung zu erschaffen.


Hinweis Hinweis:
Die Bilder aus dem Tierpark Hagenbeck haben wir über viele Jahre gesammelt. Es ist daher möglich, dass die eine oder andere Art heute nicht mehr zu sehen ist.


Hamburg