Nationalpark Tortuguero

Der Nationalpark Tortuguero liegt am karibischen Meer, ca. 40 km vor der Grenze zu Nicaragua. Das Gebiet besteht aus Mangroven- und Tieflandregenwäldern, die durchsetzt sind mit Seen, Lagunen und Kanälen.

Im Nationalpark Tortuguero, rund um das gleichnamige Dorf Tortuguero an der Karibikküste Costa Ricas leben etwa 700 Menschen. Der Name stammt ab vom spanischen Wort „tortuga“ und bedeutet soviel wie "Platz, an den die Schildkröten kommen“. Seit 1975 steht der 20.000 Hektar große Nationalpark unter Schutz.

Haupteinkommensquelle für die Bewohner Tortugueros ist der Tourismus, vor allem auch wegen der am Strand nistenden Meeresschildkröten. Im Ort gibt es keine Autos, das Dorf ist nur mit Boot oder Flugzeug erreichbar.

Tortuguero
Das Wasser bietet nicht nur ...

Tortuguero
... eine faszinierende Kulisse, sondern ...

Tortuguero
... ist zudem die Lebensgrundlage

Tortuguero
... für Menschen, Pflanzen und Tiere.


Die Vielfalt der einheimischen Pflanzen und Tiere ist faszinierend. Vom Boot aus sind Spitzkrokodile (Crocodylus acutus), Krokodilkaimane (Caiman crocodylus), Fischotter (Lutra langicauda), Wasserschildkröten, u.a. Rhinoclemmys annulata, Rhinoclemmys funerea und Kinosternon angustipons zu sehen, in der ufernahen Vegetation tummeln sich Grüne Leguane (Iguana iguana), Basilisken (Basiliscus plumifron) und (Basiliscus vittatus), in den Baumwipfeln leben Braunkehl-Faultiere (Bradypus variegatus), Klammeraffen (Ateles geoffroyi), Mantelbrüllaffen (Alouatta palliata) und Kapuzineraffen (Cebus capucinus). An Land sind neben Kröten und Fröschen, Ameiven und Anolis zahlreiche Spinnen, Insekten und Vögel zu sehen. Schlangen wie z.B. Erzspitznattern (Oxybelis aeneus), Lanzenottern (Bothriechis schlegelii) oder Abgottschlange (Boa constrictor) sind ebenfalls vertreten, aber schwieriger zu finden.

Cupiennius coccineus (Kammspinne)
Kammspinne
(Cupiennius coccineus)

Spinne aus der Odnung der Weberknechte
Spinne aus der Ordnung der Weberknechte (Opiliones)

Radnetzspinne, vermutlich Argiope savign
Radnetzspinne
vermutlich (Argiope savign)

Micrathena sagittata
Radnetzspinne
(Micrathena sagittata)

Nephila
Seidenspinne
(Nephila spec.)

Heliconius erato
Passionsblumenfalter
(Heliconius erato)

Heuschrecke
Heuschrecke
(Tropidacris cristata)

Egretta thula
Schmuckreiher
(Egretta thula)

Ardea alba
Silberreiher
(Ardea alba)

Egretta caerulea
Blaureiher
(Egretta caerulea)

Nyctanassa violacea
Krabbenreiher
(Nyctanassa violacea)

(Butorides virescens
vermutlich ein Grünreiher
(Butorides virescens)

Anhinga anhinga
vermutlich ein  Schlangenhalsvogel
(Anhinga anhinga)

Schwarzkehltrogon (Trogon rufus tenellus)
Schwarzkehltrogon
(Trogon rufus tenellus)

Ramphastos sulfuratus
Fischertukan
(Ramphastos sulfuratus)

Rhinoclemmys funerea
Bauchstreifen-Erdschildkröte
(Rhinoclemmys funerea)

Basiliscus plumifrons
Stirnlappenbasilisk
(Basiliscus plumifrons)

Iguana iguana
Grüner Leguan
(Iguana iguana)

Crocodylus acutus
Spitzkrokodil
(Crocodylus acutus)

Caiman crocodylus
Krokodilkaiman
(Caiman crocodylus)


Von den vier in Costa Rica vorkommenden Affenarten (Brüllaffen, Klammeraffen, Totenkopfaffen und Weißschulterkapuziner) sind drei im Nationalpark Tortuguero zu sehen bzw. zu hören. Letzteres bezieht sich in erster Linie auf die Brüllaffen, die auf eine Entfernung von bis zu 5 Kilometern zu hören sind. Abgesehen von ihrer Lautstärke sind sie für ihre eher ruhige und behäbige Lebensweise bekannt. Die Klammeraffen sind gute und schnelle Kletterer, die sich meist in den Baumkronen aufhalten. Die Weißschulterkapuziner gelten als sehr intelligente und geschickte Tiere. Ihnen wird zum Beispiel der Gebrauch von Werkzeugen nachgesagt.

Cebus capucinus
Weißschulterkapuziner
(Cebus capucinus)

Cebus capucinus
Weißschulterkapuziner
(Cebus capucinus)

Ateles geoffroyi
Geoffroy-Klammeraffe
(Ateles geoffroyi)

Alouatta palliata
Mantelbrüllaffe
(Alouatta palliata)


Am Strand von Tortuguero legen die Meeresschildkröten ihre Eier ab, so auch die Grünen Meeresschildkröten (Chelonia mydas). Biologen überwachen dieses beeindruckende Schauspiel, messen und registrieren die Tiere. Fotografieren ist strengstens untersagt, ebenso das Einschalten einer Taschenlampe oder einer anderen Lichtquelle. Auch durch Lärm kann sich das Tier gestört fühlen und die Eiablage abbrechen. Im Extremfall kann das zum Tod des Tieres durch Legenot führen. Ein Weibchen legt ca. 100 Eier ab und das mehrmals innerhalb weniger Wochen. In den folgenden 2-4 Jahren wird sie nicht zurückkehren.

Etwa 2 Monate nach der Eiablage schlüpfen die Jungtiere. Beinahe zeitgleich graben sie sich aus dem Sand heraus und rennen im Schutz der Dämmerung ins Meer. Mit Hinweisschildern werden die Menschen gebeten, nicht in diesen Vorgang einzugreifen. Die vermeidlich gut gemeinte Hilfe kann an dieser Stelle nur stören. "LET NATURE BE" - Die Natur regelt das schon!

Die Überlebenschancen der Jungtiere sind extrem niedrig. Die Schätzungen bewegen sich in einer Spanne von 1:1.000 bis 1:10.000. Nur einem von 10.000 Jungtieren wird es gelingen, als erwachsenes Tier zurückzukehren und selbst Eier abzulegen. Frühestens in 20 Jahren, nach Erreichen der Geschlechtsreife.

Chelonia mydas
Ablageort der Eier

Chelonia mydas
Keine Jungtiere anfassen - Let Nature be

Chelonia mydas
Ein soeben geschlüpftes Jungtier ...

Chelonia mydas
... auf dem Weg zum Meer.