Wilhelma Stuttgart
Begonnen hat die Geschichte der Wilhelma im Jahre 1829. Im Park des Schlosses Rosenstein wurden Mineralquellen gefunden und so beschloss König Wilhelm I. von Württemberg (1781-1864) ein Badehaus im maurischen Stil errichten zu lassen, ergänzt um eine Orangerie und ein Gewächshaus.
Der Architekt Karl Ludwig von Zanth lieferte die Pläne und 1842 wurde mit dem Bau des ersten Gebäudes begonnen. Auf Anweisung des Königs trug dies den Namen "Wilhelma". Es folgten weitere Gebäude und Anlagen u.a. der achteckige Aussichts-Pavillon, in der zeitweise die Hauptkasse eingerichtet war.
Dieses für damalige Verhältnisse ungeheuer teure und verschwenderische Vorhaben wurde vor der Öffentlichkeit soweit möglich verborgen. Ohne die ausdrückliche Erlaubnis des Königs durfte die Anlage nicht betreten werden.

Unser letzter Besuch: 05/2026 
Erst um 1880 wurden Berechtigungskarten ausgegeben und die Anlage für Besucher geöffnet. 1918/19 wurde der Württembergische Hof aufgelöst, die Wilhelma ging als "Botanischer Garten" in den Staatsbesitz über. 1944 wurden weite Teile der Wilhelma bei Bombenangriffen zerstört. Der „Maurische Garten“, die Gewächshäuser, das Küchengebäude, der Belvedere-Pavillon und die Damaszener-Halle blieben weitgehend verschont. Das Wohngebäude wird im Laufe der Jahre wiederhergestellt und beherbergt heute die Tropenhalle und die Nachttierabteilung. An der Stelle des Maurischen Festsaals stehen heute das Aquarium und die Krokodilhalle. Eine Originalfassade des alten Festsaals wurde integriert.

Vilja im Jahr 2009
Im Jahr der Neueröffnung 1949 starteten Ausstellungen und Sonderschauen mit der Zielsetzung auch Tiere zu präsentieren. 1951 kamen Giraffen, Zebras, Antilopen und Pinguine nach Stuttgart, ein Jahr später folgten Elefanten und Tiger. Stets blieben die Tiere in der Wilhelma. Ein Tatbestand, der die Besucher begeisterte, aber das Finanzministerium entsetzte. Das sofortige "Verschwinden der wilden Tiere aus der Wilhelma" wurde angeordnet. Erst als Albert Schöchle, der damalige Direktor der Wilhelma, den zu dieser Zeit amtierenden Finanzminister um die Taufe eines jungen Löwenbabys bittet, ist der Bann gebrochen. Die Wilhelma wird zum einzigen zoologisch-botanischen Garten Deutschlands gekürt.
Die indischen Elefanten kamen 1952 nach Stuttgart, unter ihnen auch die 1948 geborene Vilja. Sie stammte vermutlich von der Insel Sumatra. Bei unserem Besuch im Jahr 2009 zählt sie bereits stolze 61 Lebensjahre. Sie starb ein Jahr später, am 10.07.2010 an einem Kreislaufkollaps. Sie gilt als der älteste asiatische Elefant in einem europäischen Tiergarten.
Der besondere Reiz der Wilhelma ist das faszinierende Zusammenspiel aus Tierpark, Landschaftgarten, historischen Gewächshäusern und Maurischer Architektur. Das zeigt sich auch an der Gestaltung der Themenbereiche, die erheblich vielseitiger ist als in einem klassischen Zoo. Neben den Tierwelten Afrika, Asien, Amazonien und Südamerika gibt es mit Terra Australis einen Nachttierbereich für australische Beuteltiere. In den Gebirgswelten leben Alpensteinböcke, Markhor-Schraubenziegen und Schneeleoparden. Für Gliedertiere wurde das Insektarium errichtet, für Fische, Krebstiere, Frösche, Schlangen, Echsen und Krokodile das Aquarium und Terrarium. Gorillas, Bonobos und Totenkopfäffchen bewohnen das Menschenaffenhaus. In der Welt der Vögel wohnen u.a. Flamingos, Pelikane, Kiebitze, Kraniche, Enten und Pinguine. Darüber hinaus gibt es die historische Gewächshauszeile mit Sukkulenten, Bromelien, Orchideen, Palmen und tropischen Vögeln. Auf den Subtropenterrassen befinden sich Palmen, Zypressen, Feigenbäume, Tierskulpturen und Papageien. Dies alles eingebettet in den Maurischen Garten mit Magnolienhain und Seerosenbecken und dem Maurischem Landhaus, in dem Kakteen, tropische Nutzpflanzen und asiatische Vögel bewundert werden können. Insgesamt befinden sich in der Wilhelma mehr als 8.500 verschiedene Pflanzenarten und -sorten. Eine der spektakulärsten Erscheinungen in der Pflanzenwelt ist die Titanwurz (Amorphophallus titanum) aus Sumatra. Ihre Knolle kann ein Gewicht von bis zu 75 Kilogramm erreichen. Mit rund drei Metern hat die Pflanze den größten unverzweigten Blütenstand im Pflanzenreich.

Blick in ein
historisches Gewächshaus

Titanwurz
(Amorphophallus titanum)
Vögel in der Wilhelma
Gleich hinter dem Haupteingang zur Wilhelma befindet sich der erste Treffpunkt für die gefiederten Einwohner. Zu den Rosaflamingos gesellen sich Teichhühner und weitere Gäste wie Graureiher und Nilgänse. Auf dem langen See tummelt sich eine Gruppe Rosapelikane. In der historischen Damaszenerhalle befinden sich Vögel aus Nordamerika, Südostasien und Europa.
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Aquarium
Der Gebäudekomplex "Aquarium und Terrarium" gliedert sich in drei Bereiche. Im ersten Bereich sind die Wassertiere der gemäßigten Zonen zu sehen. Damit sind in erster Linie Bewohner der Nordsee und des Mittelmeeres gemeint. Der dritte Bereich ist geprägt von tropischen Süßwasserfischen und Korallenriffen. Hier leben zahlreiche farbenfrohe Arten wie Falterfische, Doktorfische und Lippfische.
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Terrarium
Der Gebäudekomplex "Aquarium und Terrarium" gliedert sich in drei Bereiche. Im mittleren Teil befindet sich das Terrarium. In mehr als dreißig Terrarien leben Schlangen, Frösche, Schildkröten, Warane, Geckos und zahlreiche weitere Arten in unterschiedlichen Lebensräumen. In der Krokodilhalle wohnen Leistenkrokodile und Australische Süßwasserkrokodile.
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Mit rund 11.000 Tieren in fast 1.200 Arten ist die Wilhelma einer der artenreichsten Zoos weltweit. Aufgrund der Vielfalt haben wir für die Vögel und die Bewohner von Aquarium und Terrarium jeweils eine eigene Seite aufbereitet. Die folgenden Bilder stammen aus den Themenwelten Afrika, Amazonien, Asien, Gebirgswelten und Südamerika.

Alpensteinbock
(Capra ibex)

Mittagsruhe bei den Geparden
(Acinonyx jubatus)

Schneeleopard
(Panthera uncia)

Amerikanischer Bison
(Bison bison)

Trampeltiere
(Camelus bactrianus)

Rote Riesenkängurus
(Macropus rufus)

Schwarzer Brüllaffe
(Alouatta caraya)

Rotgesichtsmakak
(Macaca fuscata)

Blutbrustpaviane
(Theropithecus gelada)

Tasmanischer Nacktnasenwombat
(Vombatus ursinus tasmaniensis)

Zweifingerfaultier
(Choloepus didactylus)

Molukken-Hirscheber
(Babyrousa babyrussa)

Somali-Wildesel
(Equus africanus somaliensis)

Kaschmirziege
(Capra aegagrus f. hircus)

Zebramangusten
(Mungos mungo)

Felsenmeerschweinchen
(Kerodon rupestris)

Bananenschönhörnchen
(Callosciurus notatus)

Langschwanz-Chinchilla
(Chincilla lanigera)

Degus
(Octodon degus)

Kurzohrrüsselspringer
(Macroscelides proboscideus)

Mongolische Rennratte
(Meriones unguiculatus
Hinweis:
Die Bilder aus der Wilhelma Stuttgart haben wir über viele Jahre gesammelt. Es ist daher möglich, dass die eine oder andere Art heute nicht mehr zu sehen ist.






