Aquarium Berlin
Bereits 1869 gründete Alfred Brehm das erste Aquarium Berlins in der Nähe des Brandenburger Tores. Es musste aber am 30. September 1910 aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Die Tierbestände wurden in verschiedene andere Aquarien überführt. Das Gebäude lag auf einem begehrten Grundstück, daher wurde es abgerissen um das Gelände für einen Neubau zu nutzen.
Zwischen 1911 und 1913 entstand auf dem Gelände des alten Maschinenhof des Zoologischen Gartens ein dreigeschossiger Bau, entworfen von den Architekten Zaar & Vahl. Das Gebäude hat eine Länge von 53 Metern und eine Breite von 35 Metern. Das tiergärtnerische Konzept stammte vom deutschen Zoologen und Verhaltensforscher Oskar Heinroth (1871-1945). Er wurde auch der erste Direktor des Aquariums. Nach ihm wurde 1924 Turdus heinrothi aus der Gattung der Echten Drosseln benannt.
Mittelpunkt und Hauptattraktion des Hauses wurde eine Krokodilhalle mit Hängebrücke, 27 Meter lang und zehn Meter breit, die sich über mehrere Stockwerke erstreckte. Eine derartige für Besucher begehbare und überdachte zoologische Anlage hatte es bis dahin noch nicht gegeben. Eröffnet wurde das Aquarium am 18. August 1913.

Unser letzter Besuch: 10/2019 

Belodon ist eine Gattung des Phytosauriers, eines krokodilähnlichen Reptils, das während der Trias lebte. Seine Fossilien wurden u.a. in Europa gefunden.

Meiolania ist eine ausgestorbene Gattung aus der Unterordnung der Halsberger-Schildkröten (Cryptodira).

Polacanthus ist eine Gattung der Vogelbeckensaurier (Ornithischia) mit einer Länge von rund 4 Metern. Er lebte vor ca. 131 bis 113 Millionen Jahren in Europa.
Iguanodon
Den künstlerischen Schmuck des Gebäudes gestaltete Heinrich Harder (1858-1935), ein Maler und Spezialist für die Darstellung prähistorischer Tiere. Ziel war, an die ausgestorbenen Vorgänger der im Aquarium gezeigten Tiere zu erinnern. Geht man vom Zoo zum Aquarium, steht man vor der lebensgroßen Nachbildung des Iguanodon, ein Dinosaurier aus der Kreidezeit. Das Modell ist der natürlichen Größe nachgebildet, die Höhe beträgt etwa fünf Meter, der Schwanz ist ca. drei Meter lang. Der Saurier wurde möglichst detailgenau wiedergegeben, dazu zählt auch die Struktur der Haut. Vor der Skulptur wurde ein rötlicher Granitfindling mit eingearbeitetem rechteckigem Inschriftenspiegel platziert. Die Inschrift lautet: Nachbildung eines / Iguanodon / Etwa seit 90 Millionen Jahren / ausgestorbenes Riesen-Reptil / aus den Kreideschichten Belgiens / Natürliche Größe. Iguanodon wurde von den Künstlern Otto August Markert und Heinrich Harder mit wissenschaftlicher Beratung des Herpetologen Gustav Tornier hergestellt. An der Fassade des Aquariums befinden sich die drei großen Reliefs von Belodon, Meiolania und Polacanthus.
Das Gebäude hat drei Ebenen. Im unteren Stockwerk sind Süßwasser- und Meeresbewohner untergebracht, in der mittleren Etage Reptilien und Amphibien. Im obersten Geschoss, auch "Kurioses Dachgeschoss" genannt, leben leuchtende Skorpione, giftige Frösche, schwarze Witwen und verblüffende Tarnkünstler. Außerdem gibt es Pilzgärten der Blattschneideameisen und kuriose Paarungs- und Brutrituale anderer Insekten und Amphibien.
Das Salzwasser für die Meeresbewohner musste zunächst in Lastkähnen von der Nordsee über die Elbe zum Landwehrkanal transportiert werden. Von dort pumpte es die Berliner Feuerwehr durch eine Schlauchleitung in die Becken des Aquariums. Diese sehr teure Vorgehensweise wurde später ersetzt, in dem man Seewasser künstlich herstellt. Dazu werden verschiedene Seesalze in Süßwasser aufgelöst.
Heute sind rund 80 Aquarien in Betrieb. Das größte Becken fasst 130.000 Liter Wasser. Hier leben Schaufelnasen-Hammerhaie, Doktorfische, Kaiserfische und Rochen. Zudem werden im Aquarium 30 Quallenarten gehalten.

Arapaima (Arapaima gigas), mit 2 Metern einer der größten Süßwasserfische der Welt

Etwa 1,40 Meter erreicht der große Barrakuda (Sphyraena barracuda)

Eber-Lippfisch
(Lachnolaimus maximus)

Grüner Augenfleck-Kammbarsch
(Cichla ocellaris)

Humboldt-Kammbarsch
(Cichla temensis)

Flussbarsch
(Perca fluviatilis)

Epaulettenhai
(Hemiscyllium ocellatum)

Schaufelnasen-Hammerhai
(Sphyrna tiburo)

Schwarzflecken-Kugelfisch
(Arothron nigropunctatus)

Gepunktete Igelfische
(Diodon hystrix)

Napoleon-Lippfisch
(Cheilinus undulatus)

Japanische Kompassqualle
(Chrysaora pacifica)

Pazifische Ohrenquallen
(Aurelia labiata)

Kanonenkugelqualle
(Stomolophus meleagris)

Schwarze Kompassqualle
(Chrysaora achlyos)

Südatlantische Wurzelmundqualle
(Lychnorhiza lucerna)

Malayenqualle
(Sanderia malayensis)

Indischer Zwergschlammspringer
(Periophthalmus novemradiatus)

Nagelrochen
(Raja clavata)

Nil-Tilapia
(Oreochromis niloticus)

Achilles-Doktorfisch oder Orangen-Doktorfisch
(Acanthurus achilles)

Imperator-Kaiserfisch
(Pomacanthus imperator)

Ringkaiserfisch
(Pomacanthus annularis)

Pfeilschwanzkrebs
(Limulus polyphemus)

Stülpmaullippfisch
(Epibulus insidiator)

Marakeli-Buntbarsch
(Paratilapia polleni)

Rotbrauner Zwergkaiserfisch
(Centropyge ferrugata)

Goldringel-Kugelfisch
(Tetraodon mbu)

Schwarzer Dornwels
(Oxydoras niger)
Für Amphibien, Reptilien und Gliedertiere werden fast 100 Terrarien vorgehalten. Eine der interessantesten Arten ist die Brückenechse (Sphenodon punctatus). Sie wird als lebendes Fossil bezeichnet. Ihre Verwandten sind schon seit etwa 65 Millionen Jahren ausgestorben. Nur ihre Gattung Sphenodon hat in Neuseeland überlebt. Zu den größten Einwohnern gehört das Ganges-Gavial, das eine Länge von fünf bis sieben Metern erreichen kann. Sie sind übrigens für Menschen nicht so gefährlich wie Echten Krokodile und Alligatoren. es sind reine Fischfresser, daher passt der Mensch nicht ins Beuteschema.

Sonora-Netzkröte
(Incilius alvarius)

Lappen-Ruderfrosch
(Polypedates otilophus)

Großkopf-Ruderfrösche
(Polypedates megacephalus)

Makifrosch
(Phyllomedusa sauvagii)

Korallenfinger-Laubfrosch
(Pelodryas caerulea)

Chinesischer Riesenflugfrosch
(Zhangixalus dennysi)

Zwergwabenkröte
(Pipa parva)

Nilkrokodil
(Crocodylus niloticus)
Gangesgaviale
(Gavialis gangeticus)

Keilkopf-Glattstirnkaiman
(Paleosuchus trigonatus)

Krokodilkaiman
(Caiman crocodilus)

Ringelschildechse
(Zonosaurus quadrilineatus)

Australische Wasseragame
(Intellagama lesueurii lesueurii)

Grüne Wasseragame
(Physignathus cocincinus)

Stirnlappenbasilisk
(Basiliscus plumifrons)

Puerto-Rico-Boa
(Chilabothrus inornatus)

Breit-Kupferkopf
(Agkistrodon laticinctus)

Spitzkopfnatter
(Gonyosoma oxycephalum)

Schönnatter
(Elaphe taeniura)

Woma-Python
(Aspidites ramsayi)

Westliche Diamantklapperschlange
(Crotalus atrox)

Gelbe Anakonda
(Eunectes notaeus)

Honduras-Königsnatter
(Lampropeltis abnorma)

Ridleys Schönnatter oder Höhlenschönnatter
(Elaphe taeniura ridleyi)

Dunkler Tigerpython
(Python bivittatus bivittatus)

Gila-Krustenechse
(Heloderma suspectum)

Skorpion-Krustenechse
(Heloderma horridum)

Strahlenschildkröte
(Astrochelys radiata)

Terekay-Schienenschildkröte
(Podocnemis unifilis)

Nordwestaustralische Spitzkopfschildkröte
(Emydura australis)
Hinweis:
Die Bilder aus dem Aquarium Berlin haben wir über viele Jahre gesammelt. Zudem liegt unser letzter Besuch schon eine Weile zurück. Es ist daher möglich, dass die eine oder andere Art heute nicht mehr zu sehen ist.
Berlin
- Aquarium Berlin - Unterwasserwelten, Reptilien und Kurioses im Dachgeschoss
- Zoo Berlin - Der älteste Zoo Deutschlands gehört heute zu den artenreichsten Zoos der Welt
- Tierpark Berlin - Der größte Tierpark Europas



