Zoo Berlin, ältester Zoo Deutschlands
Martin Hinrich Carl Lichtenstein war der erste Professor für Zoologie an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität. In einer Denkschrift schlug er 1840 vor, in Berlin eine systematische Sammlung von Tieren aufzubauen und diese in einer Gartenlandschaft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine solche Einrichtung gab es bereits seit 1828 in London und seit 1931 in Paris. König Friedrich Wilhelm IV. stellte Tiere aus der Menagerie auf der Pfaueninsel und die Fasanerie am südlichen Rand des Tiergartens zur Verfügung. Der preußische Gartenkünstler und General-Gartendirektor der königlich-preußischen Gärten Peter Joseph Lenné (1789-1866) schuf zwischen 1841 und 1844 einen Landschaftspark nach englischem Vorbild. Der Berliner Zoo wurde 01.08.1844 gegründet und war damals der erste Zoo in Deutschland und der neunte weltweit. Nach rund 25 mühsamen und wirtschaftlich wenig erfolgreichen Jahren gelang 1869 ein erster Aufschwung. Durch die Ausgabe von Aktien konnte die finanzielle Situation verbessert werden. Ab 1903 führte Direktor Ludwig Heck gitterlose, durch Gräben abgesicherte Anlagen ein, in Anlehnung an den Tierpark Carl Hagenbeck in Hamburg.
Von den großen Tierhäusern des 19. Jahrhunderts ist nur das 1871-72 von Hermann Ende und Wilhelm Böckmann erbaute Antilopenhaus erhalten geblieben. Es konnten auch einige historische Anlagen überleben, wie der Steinbockfelsen von 1899, der Bärenfelsen von 1937 oder das Hirschrevier, das zwischen 1869 und 1872 entstand.

Unser letzter Besuch: 09/2026 
1987 wurde die Fläche des Zoos um 3,4 Hektar vergrößert. Das sogenannte Erweiterungsgelände liegt jenseits des Landwehrkanals und kann über die neue Lichtensteinbrücke erreicht werden. Kurz vor der Brücke stehen zwei Bärenstatuen. Sie markieren den ältesten Zoo-Eingang, der bis 1928 genutzt wurde. Der dortige Kiosk war früher das Pförtnerhäuschen.
Gemäß Geschäftsbericht 2024 haben Zoo und Aquarium zum Stand 31.12.2024 zusammen 18.057 Tiere aus 1.008 Arten. Darunter befinden sich 716 Säugetiere aus 137 Arten und 1.090 Vögel aus 238 Arten. Strukturiert ist der Berliner Zoo in verschiedene Erlebniswelten wie Panda-Garden, Welt der Vögel, Adlerschlucht oder Hippo-Bay. Darüber hinaus gibt es verschieden Tierhäuser, wie das Elefantenhaus oder das Affenhaus.
Welt der Vögel
Die meisten der über 1.000 Vögel sind in der "Welt der Vögel" und in der angrenzenden Fasanerie zu sehen. Die Greifvögel leben in der Adlerschlucht, einige Arten in der dortigen begehbaren Freiflugvoliere. Gleich nebenan sind die Eulen in einer ebenfalls begehbaren Freiflugvoliere untergebracht. Typische Küstenbewohner befinden sich in der Strandvogelvoliere, auch diese ist für die Besucher frei zugänglich. Wer Interesse an seltenen Hühnern und Tauben hat, ist im historischen Tauben- und Hühnerhaus von 1908 genau richtig. Um der Vielfalt gerecht zu werden, haben wir für die Vögel des Berliner Zoos eine eigene Seite aufbereitet. [weiterlesen]

Welt der Vögel

Flammenkopf-Bartvogel
(Trachyphonus erythrocephalus)

Gaukler
(Terathopius ecaudatus)
Steinbockfelsen
Auf dem Steinbockfelsen leben Sibirische Steinböcke. Gleich nebenan befinden sich die gefährdeten asiatischen Sichuan-Takine. Soweit uns bekannt ist, sind die Alpenmurmeltiere nicht mehr im Berliner Zoo vertreten.

Sibirischer Steinbock
(Capra sibirica)
Sichuan-Takin
(Budorcas taxicolor tibetana)

Alpenmurmeltiere
(Marmota marmota marmota)
Elefantenhaus
Das Elefantenhaus wurde 1955 erbaut, zur damaligen Zeit in einer ungewöhnlich großzügigen Bauweise. Es gibt eine 2.000 m² große Außenanlage für die Herde und eine 700 m² Anlage für einen Bullen. Lange Zeit konnte man mit der Hilfe einiger Umbauten und Renovierungen von der damaligen Bauweise profitieren. Aus heutiger Sicht ist die Anlage zu klein, daher ist eine neue Anlage mit einer Fläche von 2,3 Hektar auf dem Erweiterungsgelände geplant. Der Elefantenbulle Victor verstarb im Januar 2025. Vor dem Neubau wird es vermutlich keinen neuen Bullen im Berliner Zoo geben.

Indischer Elefant
(Elephas maximus indicus)

Elefantenbulle Victor (1993-2025)
(Elephas maximus indicus)

Indische Elefanten
(Elephas maximus indicus)
Panda Garden
Der Berliner Zoo ist der einzige in Deutschland, in dem die Großen Pandas gehalten werden. Der Panda-Garden wurde am 5. Juli 2017 von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Chinesischen Präsidenten Xi Jinping feierlich eröffnet.
Die mehr als 5.000 m² große Anlage ist äußerlich der traditionellen chinesischen Architektur nachempfunden und beinhaltet vielfältige Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten für die Pandas. Es gibt einen steinerner Bachlauf, Kletterbäume und Höhlen. Im August 2019 kamen männliche Zwillinge zur Welt, die ersten Jungtiere, die in einem deutschen Zoo geboren wurde. Große Pandas ernähren sich fast ausnahmslos vom Bambus, weshalb er auch Bambusbär genannt wird. Da Bambus sehr nährstoffarm ist, nehmen sie täglich rund 10 bis 20 Kilogramm zu sich. Ein Panda verbringt etwa 12 Stunden am Tag mit Nahrungsaufnahme. Um Energie zu sparen, bewegen sich Pandas nur wenig, Am Tag streifen sie nur wenige hundert Meter umher.

Großer Panda
(Ailuropoda melanoleuca)

Großer Panda
(Ailuropoda melanoleuca)
Affenhaus
Im Affenhaus und den angeschlossenen Freigehegen sind rund 20 Affenarten zu sehen, darunter u.a. Menschenaffen, Makaken, Meerkatzen, und Languren.

Westlicher Flachlandgorilla
(Gorilla gorilla gorilla)

Bartaffe
(Macaca silenus)

Roter Springaffe
(Plecturocebus cupreus)

Humboldt-Pinguin
(Spheniscus humboldti)

Nördlicher Felsenpinguin
(Eudyptes moseleyi)

Königspinguin
(Aptenodytes patagonicus)
Nashorn-Pagode
Die Nashorn-Pagode ist ein 25 Meter hoher Turm in leuchtendem Rot. Der Begriff Pagode stammt aus Asien und beschreibt ein markantes turmartiges Bauwerk. Ursprünglich dienten Pagoden dazu, Überreste erleuchteter buddhistischer Mönche aufzubewahren. In der Berliner Pagode stehen die Themen Artenschutz und die Bedeutung der Artenvielfalt im Vordergrund. Im Umfeld der Pagode leben die gefährdeten Panzernashörner, die ebenfalls gefährdeten Flachlandtapire und die vom Aussterben bedrohten Visaya-Pustelschweine. Auf rund 14.000 Quadratmetern entstand eine naturnahe Sumpflandschaft mit Badebecken, Wasserfällen, Duschen und Schlammsuhlen, in Anlehnung an die natürlichen Lebensräume der Tiere. Das letzte Spitzmaulnashorn zog 2024 auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes in den Zoo nach Leipzig.

Panzernashorn
(Rhinoceros unicornis)

Panzernashorn
(Rhinoceros unicornis)

Junges Ostafrikanisches Spitzmaulnashorn
(Diceros bicornis michaeli)
Hippo Bay
Die Hippo Bay wurde 1997 eröffnet. Von außen nimmt man zunächst das rund 1.000 m² umfassenden Glasdach wahr. Zum Zeitpunkt der Eröffnung war die aus 800 Einzelscheiben bestehende Konstruktion die größte freitragende Doppelkuppel Europas. Darunter befindet sich eine tropische Flusslandschaft für Flusspferde und Zwergflusspferde.

Flusspferd
(Hippopotamus amphibius)

Westliches Zwergflusspferd
(Choeropsis liberiensis liberiensis)

Westliche Zwergflusspferde
(Choeropsis liberiensis liberiensis)
Raubtiere
Viele Raubtiere sind im Haus der Jäger zu sehen. Das frühere Raubtierhaus wurde 2018 umgebaut, neugestaltet und 2022 unter der Bezeichnung "Haus der Jäger" neu eröffnet. Neben Löwen und Tigern leben hier auch Sandkatzen, Mangusten, Mungos und die aus Südamerika stammenden Margays. Im Raubtierhaus befindet sich auch das Nachttierhaus. Hier sind Tag und Nacht vertauscht, um die nachtaktiven Tiere tagsüber beobachten zu können. Zu sehen sind u.a. Agutis, Gürteltiere, Galagos und Erdferkel. Darüber hinaus gehören auch Hundeartige und Bären zu den Raubtieren.

Afrikanischer Löwe
(Panthera leo)

Afrikanische Löwin
(Panthera leo)

Amurtiger
(Panthera tigris altaica)

Kragenbär
(Ursus thibetanus)

Afrikanischer Wildhund
(Lycaon pictus)

Jaguarundi oder Wieselkatze
(Herpailurus yagouaroundi)
Eisbären
Eisbären waren bereits im Jahr 1845 im Berliner Zoo zu sehen und gehörten schon immer zu den Lieblingen der Besucher. Seit dem Tod der Eisbärin Katjuscha im Jahr 2021 gibt es (zunächst) keine Eisbären mehr im Zoo.
Großen Medienrummel gab es zwischen 2006 und 2011 um den jungen Eisbären Knut. Am 5. Dezember 2006 wurden im Zoo zum ersten Mal seit über 30 Jahren zwei Eisbären geboren, die jedoch von ihrer Mutter verstoßen wurden. Ein Jungtier starb bereits nach vier Tagen, daher wurde entschieden, das zweite Jungtier von Hand aufzuziehen. Sein Pfleger Thomas Dörflein gab ihm den Namen Knut. Aufgrund einer Gehirnentzündung, die durch eine Infektion ausgelöst worden war, fiel der damals vierjährige Knut am 19. März 2011 ins Wasser und ertrank. Ein Denkmal im Zoo erinnert an Knut. Ein Präparat aus Knuts echtem Fell ist im Berliner Naturkundemuseum ausgestellt.

Eisbär Knut
(2006-2011)
(Ursus maritimus)
Rundgang
Nachfolgend eine kleine Auswahl aus der Artenvielfalt, die es im Berliner Zoo zu sehen gibt. Die größte Gruppe sind die Paarhufer, zu denen u.a. Hirsche, Rinder, Gazellen, Antilopen, Ziegen, Schafe, Schweine und Kamele gehören. Es handelt sich um überwiegend pflanzenfressende Tiere, die meist eine gerade Anzahl von Zehen (zwei oder vier) besitzen. Entsprechend haben die Unpaarhufer eine meist ungerade Anzahl von Zehen. Zu ihnen gehören Pferde, Nashörner und Tapire. Abschließend folgen Beuteltiere und Nagetiere.

Sibirische Moschustiere
(Moschus moschiferus)

weibicher Nyala
(Tragelaphus angasii)

männlicher Nyala
(Tragelaphus angasii)

weibliche Westliche Sitatunga
(Tragelaphus spekii gratus)

männliche Westliche Sitatunga
(Tragelaphus spekii gratus)

Davidshirsche
(Elaphurus davidianus)

männlicher Großer Kudu
(Tragelaphus strepsiceros)

weiblicher Großer Kudu
(Tragelaphus strepsiceros)

Rappenantilopen
(Hippotragus niger)

Südafrikanische Oryxantilope
(Oryx gazella)

Beisa-Oryx
(Oryx beisa beisa)

Mhorr-Gazelle
(Nanger dama mhorr)

Blessbock
(Damaliscus pygargus phillipsi)

Defassa-Wasserbock
(Kobus ellipsiprymnus defassa)

Kafue-Letschwes
(Kobus leche kafuensis)

Elenantilope
(Tragelaphus oryx)

Mesopotamischer Damhirsch
(Dama mesopotamica)

Südliche Giraffengazelle
(Litocranius walleri)

Barasingha oder Zackenhirsch
(Rucervus duvaucelii)

Östliches Weißbartgnu
(Connochaetes taurinus albojubatus)

Waldren
(Rangifer tarandus fennicus)
Okapi
(Okapia johnstoni)

Die Giraffenbullen Mugambi (Netzgiraffe),
dahinter Vizuri (Kordofan-Giraffe)

Dromedare
(Camelus dromedarius)

Guanako
(Lama guanicoe)

Coburger Fuchsschaf
(Ovis orientalis f. aries)

Präriebison
(Bos bison bison)

Watussirind
(Bos primigenius f. taurus)

Rotbüffel
(Syncerus caffer nanus)

Hinterwälder Rind mit Kalb
(Bos primigenius f. taurus)

Hauswasserbüffel
(Bubalus arnee f. bubalis)

Sulawesi-Hirscheber
(Babyrousa celebensis)

Warzenschweine
(Phacochoerus africanus)

Chaco-Pekari
(Catagonus wagneri)

Südliches Weißbartpekari mit Nachwuchs
(Tayassu pecari albirostris)

Böhm-Steppenzebra
(Equus quagga boehmi)
Grevyzebras
(Equus grevyi)

Przewalski-Pferd
(Equus ferus przewalski)

Rotes Riesenkänguru
(Macropus rufus)

Westafrikanische Quastenstachler
(Atherurus africanus)

Südafrikanisches Stachelschwein
(Hystrix africaeaustralis)

Parmakänguru
(Macropus parma)

Wasserschwein
(Hydrochoerus hydrochaeris)

Großer Pampashase
(Dolichotis patagonum)
Hinweis:
Die Bilder aus dem Zoo Berlin haben wir über viele Jahre gesammelt. Es ist daher möglich, dass die eine oder andere Art heute nicht mehr zu sehen ist.
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