Allwetterzoo Münster

Der Allwetterzoo Münster verbindet die großen Tierhäuser mit überdachten Wegen

Hermann Johann Theodor Landois (1835-1905), in Münster geborener Zoologe, Naturwissenschaftler und Heimatdichter, gründete 1871 den Westfälischen Verein für Vogelschutz, Geflügel- und Singvögelzucht. 1873 veröffentlichte er ein Dokument mit dem Titel Aufruf, Statuten und Plan zur Errichtung eines westfälischen zoologischen Gartens zu Münster. Es war die Grundlage für den Zoo an der Himmelreichallee, der am 26. Juni 1875 eröffnet wurde. 

Das ursprüngliche Ansinnen, war „die in Europa einheimischen Säugetiere möglichst vollzählig“ zu zeigen. Sehr bald schon zeigte sich, dass dieses Ziel nicht den Wünschen des Publikums entsprach. Man wollte eher exotische Arten sehen.

Zügig wurden die ersten Gehege eingerichtet. 1876 wurde das Affenhaus eingeweiht, 1878 ein Bärenkäfig, später folgten ein Wolfsbau und ein Saupark. 1886 wurde das erste Aquarium eröffnet. Zum 25-jährigen Zoojubiläum im Jahr 1900 zog der erste Elefant ein. 1910 und 1911 folgten Königstiger, Schneeleoparden und Eisbären.

Nach dem ersten Weltkrieg kam es zu zahlreichen Veränderungen. Aus dem „Westfälische Verein für Vogelschutz, Geflügel- und Singvögelzucht“ wurde 1921 der Verein „Westfälischer Zoologischer Garten e. V.“, heute mit ca. 18.000 Mitgliedern einer der größten Vereine der Region und zugleich Förderer zahlreicher Maßnahmen. 1924 wurde ein Rinderhaus eröffnet und 1927 ein Kamelhaus. Seelöwen, Schimpansen und Flusspferde kamen nach Münster. 1936 wurde ein neues Raubtierhaus in Betrieb genommen. 

Im Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Gebäude zerstört und viele Zootiere verloren ihr Leben. Die beiden letzten Elefanten mussten als Reparationsleistung nach Belgien abgegeben werden.

Im August 1946 wurde der Zoo wieder eröffnet. 1950 konnte wieder ein Elefant in das nur leicht beschädigte Elefantenhaus einziehen. In den Folgejahren kamen weitere Arten hinzu, darunter eine Galápagos-Riesenschildkröte, Zebras, Leoparden, Ameisenbären und Wisente.

Mitte der sechziger Jahre kam das Aus für den alten Zoo. Die Westdeutsche Landesbank suchte nach einem gut gelegenen Grundstück für einen geplanten Neubau. Weil den Stadtvätern sehr daran lag, das Unternehmen in Münster zu halten, bot man der Bank das Gelände des alten Zoos an. Im Austausch erhielt der Zoo-Verein ein fünfmal so großes Grundstück im Westen der Stadt, auf dem der Allwetterzoo entstand. Am 31. Dezember 1973 wurde der alte Zoo endgültig geschlossen.

Der neue Allwetterzoo wurde am 3. August 1974 für die Besucher geöffnet. Das Konzept sah vor, alle großen Tierhäuser mit wetterunabhängigen überdachten Wegen zu verbinden. Verschiedene Rundwege bieten wetterspezifische Alternativen: Der "Regenweg" führt trockenen Fußes durch die großen Tierhäuser, der "Sonnenweg" bezieht auch die Außengehege mit ein. Auf einer Fläche von 30 Hektar leben Tiere aus rund 300 Arten.

Im Zoo untergebracht ist das Westfälische Pferdemuseum, das sich auf etwa 1.000 m² Ausstellungsfläche der Natur- und Kulturgeschichte des Pferdes in Westfalen widmet.

Ein neues Highlight ist die bis zu 16 Meter hohe Meranti-Halle, u.a. mit Roten Varis, Schwarzen Brüllaffen, Flachlandtapiren, Große Ameisenbären und Riesenottern. Die Meranti-Halle wurde 2023 eröffnet und ist mit 21 Millionen Euro das teuerste Einzelprojekt in der Geschichte des Zoos. Ebenfalls 2023 wurde der Artenschutzcampus eröffnet, in dem besonders stark bedrohte Tierarten zu sehen sind.

Karte

Unser letzter Besuch: 06/2026    webseite.png

Prof. Fr. Hermann Landois
Das Denkmal für Hermann Landois wurde zum 25-jährigen Zoo-Jubiläum im Jahre 1900 vom Bildhauer August Schmiemann erschaffen. Die Einweihungsrede hielt Landois selbst.

Wir waren inzwischen einige Male im Allwetterzoo und konnten viele Tiere mit der Kamera einfangen. Aufgrund der Vielzahl der Arten haben wir auf dieser Seite nur die Säugetiere (außer Pferde) und die Vögel abgebildet. Für die Pferde und Pferdemuseum, für das Aquarium und für die Meranti-Halle haben wir jeweils eine eigene Seite aufbereitet. 

Aquarium und Artenschutzcampus

Feuerschwertgrundel


Das Aquarium des Allwetterzoos beheimatet Fische, Gliedertiere, Amphibien und Reptilien. Ergänzend dazu zeigt der Artenschutzcampus besonders stark bedrohte Tierarten.

Meranti-Halle

Hängebrücke


Europas erste regenerative Tropenhalle, benannt nach den Meranti-Bäumen,
die zu den höchsten Bäumen in den tropischen Regenwäldern gehören.

Pferde und Pferdemuseum

Polydor


Wir zeigen einige Exponate
aus dem Westfälischen Pferdemuseum
und schauen, welche Pferdearten wir
im Allwetterzoo finden können.


Säugetiere

Pongo pygmaeus-1
Borneo Orang-Utan
(Pongo pygmaeus)

Pongo pygmaeus-3
Borneo Orang-Utans
(Pongo pygmaeus)

Pongo pygmaeus-2
Junger Borneo Orang-Utan
(Pongo pygmaeus)

Gorilla gorilla gorilla
Westlicher Flachlandgorilla
(Gorilla gorilla gorilla)

Colobus guereza
Nördliche Guerezas
(Colobus guereza)

Cercocebus torquatus
Rotscheitelmangabe
(Cercocebus torquatus)

Callimico goeldii
Springtamarin
(Callimico goeldii)

Leontopithecus rosalia
Goldenes Löwenäffchen
(Leontopithecus rosalia)

Cebuella pygmaea
Zwergseidenäffchen
(Cebuella pygmaea)

Ursus arctos syriacus
Syrischer Braunbär
(Ursus arctos syriacus)

Helarctos malayanus
Malaienbär
(Helarctos malayanus)

Melursus ursinus ursinus
Indischer Lippenbär
(Melursus ursinus ursinus)

Panthera tigris altaica
Amurtiger
(Panthera tigris altaica)

Acinonyx jubatus jubatus
Südafrikanische Geparden
(Acinonyx jubatus jubatus)

Panthera pardus tulliana
Persischer Leopard
(Panthera pardus tulliana)

Suricata suricatta
Erdmännchen
(Suricata suricatta)

Panthera leo
Löwin
(Panthera leo)

Lynx rufus
Rotluchs
(Lynx rufus)

Cuon alpinus lepturus
Kiangsi-Rothund
(Cuon alpinus lepturus)

Canis lupus signatus
Iberische Wölfe
(Canis lupus signatus)

Canis lupus lupus
Eurasischer Wolf
(Canis lupus lupus)

Giraffa reticulata
Netzgiraffen
(Giraffa reticulata)

Ceratotherium simum simum
Südliches Breitmaulnashorn
(Ceratotherium simum simum)

Elephas maximus
Asiatischer Elefant
(Elephas maximus)

Tragelaphus eurycerus isaaci
Östlicher Bongo
(Tragelaphus eurycerus isaaci)

Connochaetes taurinus taurinus
Südliches Streifengnu
(Connochaetes taurinus taurinus)

Tragelaphus oryx
Elenantilope
(Tragelaphus oryx)

Bos mutus f. grunniens
Hausyak
(Bos mutus f. grunniens)

Phacochoerus africanus
Warzenschwein
(Phacochoerus africanus)

Potamochoerus porcus
Pinselohrschweine
(Potamochoerus porcus)

Vicugna vicugna f. pacos
Alpaka
(Vicugna vicugna f. pacos)

Nasua narica
Weißrüssel-Nasenbär
(Nasua narica)

Nasua nasua
Südamerikanischer Nasenbär
(Nasua nasua)

Tolypeutes matacus
Südliches Kugelgürteltier
(Tolypeutes matacus)

Geosciurus inauris
Kap-Borstenhörnchen
(Geosciurus inauris)

Notamacropus rufogriseus rufogriseus
Bennett-Känguru
(Notamacropus rufogriseus rufogriseus)

Elephantulus rufescens
Rote Elefantenspitzmaus
(Elephantulus rufescens)

Cavia magna
Sumpfmeerschweinchen
(Cavia magna)

Camelus ferus f. bactrianus
Trampeltiere
(Camelus ferus f. bactrianus)


Vögel

Spheniscus demersus
Brillenpinguin
 (Spheniscus demersus)

Spheniscus demersusMehrmals pro Woche findet um 14 Uhr
der Marsch der Brillenpinguine statt

Nestor notabilis
Kea
(Nestor notabilis)

Ara chloroptera
Grünflügelara
(Ara chloroptera)

Ara macao
Hellroter Ara
(Ara macao)

Ciconia ciconia
Weißstorch
(Ciconia ciconia)

Phoenicopterus chilensis
Chileflamingos
(Phoenicopterus chilensis)

Pelecanus crispus
Krauskopfpelikan
(Pelecanus crispus)

Struthio camelus australis
Südafrikanischer Blauhalsstrauß
(Struthio camelus australis)

Sagittarius serpentarius
Sekretär
(Sagittarius serpentarius)

Gyps fulvus
Gänsegeier
(Gyps fulvus)

Strix nebulosa
Bartkauz
(Strix nebulosa)

Aegypius monachus
Mönchsgeier
(Aegypius monachus)

Anser indicus
Streifengans
(Anser indicus)

Anser canagicus
Kaisergänse
(Anser canagicus)

Branta ruficollis
Rothalsgans
(Branta ruficollis)

Cygnus atratus
Schwarzschwäne
(Cygnus atratus)

Grus japonensis
Mandschurenkranich
(Grus japonensis)

Balearica regulorum gibbericeps
Ostafrikanischer Kronenkranich
(Balearica regulorum gibbericeps)

Recurvirostra avosetta
Säbelschnäbler
(Recurvirostra avosetta)

Tringa totanus
Rotschenkel
(Tringa totanus)

Calidris pugnax
Kampfläufer
(Calidris pugnax)

Lophura edwardsi
Edwardfasan
(Lophura edwardsi)

Sturnia pagodarum
Pagodenstar
(Sturnia pagodarum)

Dacelo novaeguineae
Jägerliest
(Dacelo novaeguineae)


Hinweis Hinweis:
Die Bilder aus dem Allwetterzoo haben wir über viele Jahre gesammelt. Es ist daher möglich, dass die eine oder andere Art heute nicht mehr zu sehen ist.


Münster