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Metazoa

Das Reich Metazoa (Vielzellige Tiere) [HAECKEL, 1874]



Als Mehrzeller oder Vielzeller (Metazoa) werden Tiere beschrieben, die aus mehreren Zellen aufgebaut sind. Im Laufe der Evolution haben sich die Zellen auf unterschiedliche Aufgaben spezialisiert.

  • Der Stamm Porifera (Schwämme) [GRANT, 1836]

    Die Schwämme (Porifera oder Spongiaria) leben ausnahmslos im Wasser, die meisten im Meer, nur wenige Arten im Süßwasser. Es gibt über 7500 Arten. Ihre Größe kann sich erstrecken von wenigen Millimetern bis über drei Meter Höhe. Sie leben sessil, bevorzugt auf Hartboden, können aber auch Überzüge auf Pflanzen oder Molluskenschalen bilden. Der überwiegende Teil der Schwämme ernährt sich durch Filtration. Der älteste bekannte noch lebende Schwamm der Art Scolymastra joubini ist etwa 10.000 Jahre alt und zählt somit zu den ältesten Lebewesen unseres Planeten. Er lebt im Südpolarmeer. Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zwischen Alter, Wachstum und Sauerstoffverbrauch: je weniger Sauerstoff, desto geringer das Wachstum und umso höher das Alter.

    • Die Klasse Demospongiae (Hornkieselschwämme) [SOLLAS, 1885]
    • Die Klasse Calcarea (Kalkschwämme) [BOWERBANK, 1866]
    • Die Klasse Hexactinellidae (Glasschwämme) [SCHMIDT, 1870]

  • Der Stamm Placozoa [GRELL, 1971]

    Die im Durchmesser max. 3 Millimeter kleinen Tiere haben von allen mehrzelligen Tieren die einfachste Struktur. Sie besitzen einen flachen, scheibenförmigen Körper und erinnern an Amöben, u.a. durch die beständige Veränderung ihrer Form. Eine echte Körpersymetrie existiert nicht. Vorne, hinten, rechts oder links können nicht definiert werden. Lediglich Rücken- und Bauchseite lassen sich strukturell als auch funktionell unterscheiden. Ein "ausgewachsenes" Tier besteht aus bis zu 1000 Zellen, die sich aus 4 verschiedenen Zelltypen zusammensetzen.Trennt man die einzelnen Zellen finden sie im Reagenzglas wieder zu einem kompletten Organismus zusammen. Werden mehrere Tiere zertrennt und vermischt, entstehen auch hier wieder komplette Organismen, wobei die es passieren kann, dass Zellen eines bestimmten Tieres jetzt Teil eines anderen sind. Placozoa können sich nahezu unbegrenzt durch ungeschlechtliche Fortpflanzung klonen. Damit ist ihre Lebensspanne potentiell unendlich. Versuche in der Praxis führen verschiedene Entwicklungslinien seit 20 Jahren ohne das Auftreten sexueller Prozesse. Sie gehen allesamt auf ein einziges Tier zurück. Einzige bekannte Art ist Trichoplax adhaerens [SCHULZE, 1883].

  • Eumetazoa (Gewebetiere) [BÜTSCHLI, 1910]
    Gewebetiere sind Tiere mit echten Zellgeweben. Es kommt in ihrer Entwicklung zu einer frühen Aufspaltung der embryonalen Zellen in zwei Zellschichten, Entoderm und Ektoderm. Nur Gewebetiere verfügen über spezialisierte Zelltypen wie Nervenzellen oder Muskelzellen,

    • Der Stamm Cnidaria (Nesseltiere) [HATSCHEK, 1888]
      • Die Klasse Anthozoa (Blumentiere) [EHRENBERG, 1834]
      • Die Klasse Cubozoa (Würfelquallen) [WERNER, 1975]
      • Die Klasse Hydrozoa (Hydrozoen) [OWEN, 1943]
      • Die Klasse Scyphozoa (Schirmquallen) [GOETTE, 1887]
      • Die Klasse Staurozoa (Stiel- oder Becherquallen) [MARQUES & COLLINS, 2004]

    • Der Stamm Ctenophora (Rippenquallen) [ESCHSCHOLTZ, 1829]
      Sie heißen "Quallen", sehen aus wie Quallen, gelten aber zoologisch nicht als echte Quallen. Dafür fehlen ihnen die charakteristischen Nesselzellen. Der Speiseplan reicht von Plankton, Tierlarven, Würmer, Krebse bis zu kleinen Fischen. Sie fangen die Beute mit ihren Tentakeln und streifen sie an der Mundöffnung ab. Die etwa 100 Arten der Rippenquallen leben im Meer, die meisten lassen sich von der Meeresströmung treiben. Damit ist ihr Verbreitungsgebiet eng mit den Strömungsverhältnissen verbunden. Unterschieden werden die beiden Klassen Tentaculifera (sie besitzen Tentakeln) und Nuda (sie besitzen keine Tentakeln).

    • Bilateria (Zweiseitentiere) [HATSCHEK, 1888]
      Bei diesen Tieren ist die linke Körperhälfte spiegelbildlich zur rechten Körperhälfte gebaut, zumindest äußerlich. Innerlich kann die Lage einzelner Organe diese Symmetrie durchbrechen, beispielsweise die Leber des Menschen. Weitere gemeinsame Merkmale sind ein Vorder- und ein Hinterende sowie ein Mund. Zu Bilateria werden auch die Nachfahren dieser Stämme gezählt, selbst wenn sich einzelne Merkmale im Laufe der Evolution verändert haben.

      • Der Stamm Orthonectida [GIARD, 1880]
        Orthonectida beschreibt ca. 25 Arten sehr kleiner, wurmförmiger Organismen, deren Körpergröße unter einem Millimeter liegt.

      • Der Stamm Rhombozoa (Rautentiere) [KROHN, 1839]
        Rhombozoa sind wurmförmige Organismen, deren Größe zwischen 0,1 mm und 9 mm variiert. Sie haben eine genau definierte, feste Anzahl von Zellen, die zwischen 10 und 40 liegt.

      • Die Stammgruppe Protostomia (Urmünder) [GROBBEN, 1908]
        Hierzu zählen die Stämme der Tiere mit einem vollständigen Verdauungstrakt inklusive Darm und After. In der Embryonalentwicklung des Darmes wird der Urmund (Blastoporus) zum Mund.

        • Der Stamm Acanthocephala (Kratzwürmer) [KOHLREUTHER, 1771]
          Kratzwürmer sind Darmparasiten. Als Zwischenwirte befallen sie Insekten und Krebstiere um dann zu den Endwirten wie Amphibien, Fischen, Vögeln und Säugetieren zu wechseln. Die 1.100 beschriebenen Arten bewegen sich in einer Größenordnung von wenigen Millimetern bis zu 70 Zentimetern.

        • Der Stamm Chaetognatha (Pfeilwürmer) [LEUCKART, 1854]
          Pfeilwürmer sind hauptsächlich im Plankton der wärmeren Ozeane zu finden. Die Größe ihrer stromlinienförmigen Körper bewegt sich von 3 mm bis zu 12 cm. Der durchsichtige Körper ist in Kopf, Rumpf und Schwanz gegliedert. Es gibt keine Atmungs-, Kreislauf- und keine Ausscheidungsorgane.

        • Der Stamm Cycliophora [FUNCH & KRISTENSEN, 1995]
          Aus diesem Stamm nur zwei Arten bekannt, die beide auf den Mundwerkzeugen von Hummern leben.

        • Der Stamm Entoprocta (Kelchwürmer) [NITSCHE, 1870]
          Kelchwürmer sind sessale Wasserbewohner, die sich bevorzugt in Küstenregionen aufhalten. Ihr Körper besteht aus einem kräftigen Stiel. Am unteren Ende befindet sich ein Fuß, der mit einer Klebedrüse ausgebildet ist. Damit haften sie sich an Schwämme, Ringelwürmer oder Stachelhäuter, ohne ihren "Partner" zu schädigen. Am oberen Ende befindet sich der Kelch mit der Tentakelkrone. Ihre Nahrung filtern sie aus vorbeiströmendem Wasser heraus. Sie profitieren dabei von den Verwirbelungen, die die größeren Partner durch Bewegungen verursachen.

        • Der Stamm Gastrotricha (Bauchhärlinge) [METSCHNIKOFF, 1864]
          Die zwischen 0,06 und 1,5 mm kleinen Bauchhärlinge sind im Meer und im Süßwasser zu finden. Sie besitzen einen länglichen Körper, der sich etwa in der Mitte des Körpers verdickt. Die Form erinnert an eine Flasche, was ihnen die Bezeichnung "Flaschentierchen"  verschaffte. Sie ernähren sich von Bakterien, Flagellaten und Algen.

        • Der Stamm Gnathostomulida (Kiefermündchen) [STERRER, 1972]
          Die Kiefermündchen sind ein bis vier Millimeter kleine marine Würmer. Alle Arten sind Zwitter.

        • Der Stamm Micrognathozoa [KRISTENSEN & FUNCH, 2000]

          Der Stamm der Micrognathozoa wurde erst im Jahre 2000 definiert und kennt mit Limnognathia maerski nur eine einzige Art.

        • Der Stamm Plathelminthes (Plattwürmer) [GEGENBAUR, 1859]
          Plattwürmer (Plathelminthes oder Platyhelminthes) sind abgeplattete, wurmförmige, wirbellose Tiere. Ihre Größe erstreckt sich von unter 0,5 mm bis zu einigen Metern. Als Rekordhalter mit 15 Metern gilt ein Fischbandwurm.
          • Die Klasse Cestoda (Bandwürmer)
          • Die Klasse Monogenea (Hakensaugwürmer) [CARUS 1863]
          • Die Klasse Trematoda (Saugwürmer) [RUDOLPHI, 1808]
          • Die Klasse Turbellaria (Strudelwürmer) [EHRENBERG, 1831]

        • Der Stamm Rotifera (Rädertierchen) [CUVIER, 1817]
          Rädertierchen sind 0,1 bis maximal 3 Millimeter lange Tiere mit genetisch festgelegter, gleich bleibender Anzahl von Zellen. Am Kopf befinden sich bewegliche Wimpernkränze, das Räderorgan. Bislang sind weltweit etwa 2000 Arten beschrieben.

        • Der Überstamm Lophotrochozoa (Lophotrochozoen) [HALANYCH, BACHELLER, LIVA, AGUINALDO, HILLIS & LAKE, 1995]

          • Der Stamm Annelida (Ringelwürmer oder Gliederwürmer) [LAMARCK, 1809]
            Der Körper der Ringelwürmer besteht aus mehreren Ringen bzw. Segmenten. An den Segmenten befinden sich bei einigen Arten paarförmige Stummelfüße (Parapodien) die mit Borsten durchzogen sind. Die meisten Ringelwürmer leben marin, einige Arten besitzen Kiemen. Die größte bekannte Art ist der aus Australien stammende "Giant Gippsland Earthworm" (Megascolides australis) mit einer Länge von bis zu 3 Metern.
            • Die Klasse Clitellata (Gürtelwürmer) [MICHAELSEN, 1919]
              • Die Klasse Hirudinea (Egel) [LAMARCK, 1818]
              • Die Klasse Oligochaeta (Wenigborster)
            • Die Klasse Polychaeta (Vielborster) [GRUBE, 1850]

          • Der Stamm Brachiopoda (Armfüßer) [DUMÉRIL, 1806]
            Armfüßer sind Meeresbewohner. Sie ähneln äußerlich den Muscheln, haben aber anstatt einer linken und rechten Klappe eine obere und eine untere. An der Dorsal- oder Armklappe sind auf der Innenseite zwei Arme (Lophophoren) befestigt, mit denen das Tier Nahrung aus dem Wasser sammelt und atmet. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Panzergeißelalgen (Dinoflagellaten) und Kieselalgen (Diatomeen), die sie mit Tentakeln an den Lophophoren heranstrudeln. Es sind ca. 70 Arten bekannt.

          • Der Stamm Ectoprocta (Moostierchen) [NITSCHE, 1869]
            Moostierchen leben sowohl im Süßwasser als auch im Meer. Die Tiere können sich geschlechtlich oder ungeschlechtlich fortpflanzen. Viele Arten haben eine harte und schützende Schale um sich. Sie bilden meist Kolonien in denen es zu Arbeitsteilungen kommt. Ca. 4.000 Arten sind benannt

          • Der Stamm Mollusca (Weichtiere) [CUVIER, 1797]
            Die Weichtiere (Mollusca), aus dem lateinischen mollis (weich) umfassen ca. 50.000 Arten, die man aufgrund ihres Aussehens oder ihres Verhaltens zunächst nicht als direkte Verwandte vermuten würden, wie zum Beispiel Weinbergschnecken und Tintenfische. Was sie verbindet, ist der gemeinsame Körperbau. Er besteht aus dem Kopf, dem Fuß, einem Eingeweidesack und einem Mantel, der bei vielen Arten ein Außenskelett, die Schale bildet. Die Schale kann unterschiedliche Formen aufweisen. Bei Muscheln bildet sie zwei Klappen, bei Schnecken ein spiralförmiges Gehäuse.
            • Die Klasse Aplacophora (Wurmmollusken) [VON IHERING, 1876]
            • Die Klasse Bivalvia (Muscheln) [LINNAEUS, 1758]
            • Die Klasse Cephalopoda (Kopffüßer) [CUVIER, 1797]
            • Die Klasse Gastropoda (Schnecken) [CUVIER, 1797]
            • Die Klasse Monoplacophora (Einschaler) [LEMCHE, 1957]
            • Die Klasse Polyplacophora (Käferschnecken) [BLAINVILLE, 1816] 
            • Die Klasse Scaphopoda (Kahnfüßer) [BRONN, 1862]

          • Der Stamm Nemertea (Schnurwürmer) [SCHULTZE. 1851]
            Schnurwürmer fangen ihre Beute mit einem ausfahrbaren Rüssel. Die meisten Arten bewohnen das Meer, nur wenige Arten kommen an Land vor. Es sind ca. 1.200 Arten bekannt. Sie können eine enorme Länge erreichen, wie beispielsweise Lineus longissimus, der mit bis zu 30 Metern zu den größten Tieren der Welt gehört.

          • Der Stamm Phoronida (Hufeisenwürmer) [HATSCHEK, 1888]
            Hufeisenwürmer sind 1 bis 10 cm große Meeresbewohner. Sie haben einen U-förmigen Darm, der sich in ihrem stark verlängerten unteren Körperabschnitt befindet. Sie leben in Röhren, durch deren Öffnung sie den Tentakelkranz und den After nach außen schieben. Aktuell sind 15 rezente Arten beschrieben.

        • Der Überstamm Ecdysozoa (Häutungstiere) [AGUINALDO, TURBEVILLE, LINFORD, RIVERA, GAREY, RaAFF & LAKE, 1997]
          Die Benennung basiert auf der Tatsache, dass diese Tiere einer hormonell gesteuerten Häutung unterliegen. Da sich die Außenhülle der Tiere während des Wachstums nicht kontinuierlich anpassen kann, muss die alte Hülle in bestimmten Zeitabständen abgestoßen werden. Darunter hat sich bereits die neue und größere Hülle entwickelt. Die Haut ist aus organischem Material aufgebaut. Die Mehrheit der Häutungstiere kennt getrennte Geschlechter.

          • Der Stamm Arthropoda (Gliederfüßer) [LATREILLE, 1829]
            Rund 80 Prozent aller bekannten rezenten (nicht fossilen) Tierarten gehören zu den Gliederfüßern. Sie verteilen sich auf beinahe eine Million Insektenarten, ca,.16.000 Tausendfüßer, ca. 100.000 Spinnentiere und ca. 50.000 Krebstiere. [mehr ...]

          • Der Stamm Kinorhyncha (Hakenrüssler) [REINHARD, 1881]
            Die wurmförmigen Tiere sind max. 1 mm groß. Der Körper besteht aus drei Teilen: Kopf, Hals und dem in elf Ringsegmente gegliederte Rumpf. Der deutsche Name stammt von den 50 bis 90 Haken oder Stacheln, die am Kopf in mehreren konzentrischen Ringen angeordnet sind. 140 Arten sind wissenschaftlich beschrieben. Es wird angenommen, dass sich in der Tiefsee weitere heute noch unbekannte Arten befinden.

          • Der Stamm Loricifera (Korsetttierchen) [KRISTENSEN, 1983]
            Korsetttierchen erreichen eine Größe von bis zu ca. 0,5 mm und besitzen bis zu 10.000 Zellen. Sie heften sich an kleine Partikel wie zum Beispiel Sandkörner und lassen sich nur schwer von diesen isolieren. Das Abtrennen endet für die Tiere meist tödlich, daher konnten bisher keine umfangreichen Untersuchungen durchgeführt werden. Sie halten sich meist am Meeresboden in 300 bis 400 Metern auf, wurden aber auch in der Tiefsee nachgewiesen. Bislang sind rund 100 Arten bekannt, von denen bisher aber nur wenige wissenschaftlich beschrieben sind.

          • Der Stamm Nematoda (Fadenwürmer) [RUDOLPHI, 1808]
            Fadenwürmer sind weit verbreitet, im Meer, in Süßwasser und in terrestrischen Biotopen. Eine große Anzahl parasitischer Arten hält sich auf in Pflanzen, Tieren und auch im Menschen. Die meisten frei lebenden Nematoden sind mikroskopisch klein. Parasiten, wie der Pferdespulwurm können dagegen mehrere Meter lang werden. Die Nahrung reicht bei frei lebenden Arten von Bakterien, Algen, Pilzen, Aas und Fäkalien bis zu räuberisch erbeuteten Tieren. Eine der häufigsten Ursachen für die Infektion mit Fadenwürmern ist die Aufnahme von rohem Fleisch in denen sich Larven (z.B. Trichinen) befinden. Es sind mehr als 20.000 Arten bekannt,

          • Der Stamm Nematomorpha (Saitenwürmer) [VEJDOVSKY, 1886]
            Der wissenschaftliche Name leitet sich ab aus den griechischen Wörtern nematos (Faden) und morphe (Gestalt). Ihr Körperbau ist schmal und lang. Die durchschnittliche Länge beträgt 5 bis 10 cm, einige Arten werden bis zu 2 Meter lang. Mit ca. 3mm sind sie extrem dünn. Als Larve gelangen die Saitenwürmer in ihre Wirte. Kurz vor Abschluss ihrer Entwicklung wird der Wirt genötigt, Wasser aufzusuchen. Dieser Prozess wird durch hormonelle Einflüsse oder Wasserentzug beeinflusst. Im Wasser verlassen die nun adulten Tiere ihre Wirte um einen Partner zu finden. Viele Wirte sterben nachdem die Würmer ihren Körper verlassen haben. Mehr als 320 Arten sind beschrieben.

          • Der Stamm Onychophora (Stummelfüßer) [RAFINESQUE, 1814]
            Stummelfüßer erhielten ihren deutschen Namen aufgrund ihrer stummelartigen Beine, wobei ein Bein in der Literatur eher als "sackartiger Körperanhang" umschrieben wird. Diese (Lobopoden) sind hohl und haben keine Gelenke. Ihre Anzahl ist von Art zu Art verschieden. An den Füßen sitzen einziehbare Krallen. Diese sind für den wissenschaftlichen Namen verantwortlich. Onychophora bedeutet "Krallenträger". Zur Fortbewegung bewegen sie immer beide Beine eines Paares gleichzeitig, die Krallen verhelfen dabei Halt auf hartem Untergrund zu finden. Die tatsächliche Fortbewegung kommt nicht von den Beinen alleine, sondern unter Mithilfe einer lokale Veränderung der Körperlänge zustande. Alle Arten leben an Land, bevorzugt in Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit. Sie sind in tropischen Regenwäldern und gemäßigten Zonen zu finden. Die räuberischen Tiere ernähren sich von Beutetiere, die erheblich größer als sie selbst sein können, zum Beispiel Asseln, Grillen oder Schaben. Zurzeit sind rund 150 Arten beschrieben

          • Der Stamm Priapulida (Priapswürmer) [DELAGE & HÉRUARD, 1897]
            Priapswürmer leben im oder auf dem Meeresboden in einer sauerstoffarmen Umgebung. Sie graben sich in Sedimente ein. Die Mundöffnung liegt dabei auf der Sedimentoberfläche. Größere Priapswürmer ernähren sich von wirbellosen Tieren oder von anderen Priapswürmern. Die kleineren Arten haben sich auf organische Abfallstoffe spezialisiert. Der Name stammt vom griechischen Gott der Manneskraft Priapos. Das Aussehen der Priapswürmer erinnert an das männliche Geschlechtsorgan. In der Systema Naturae wurden sie 1735 erstmals unter der Bezeichnung Priapus humanus (Menschlicher Penis) erwähnt.

          • Der Stamm Tardigrada (Bärtierchen) [SPALLANZANI, 1777]
            Bärtierchen sind Gruppen von mehrzelligen Kleinstlebewesen. Die größten Arten werden 1,5 mm lang, die kleinsten erreichen weniger als 0,2 mm. Viele Arten können durch Kryptobiose auch Extrembedingungen (Vakuum, tiefste Temperaturen, Trockenheit, Radioaktivität etc.) unbeschadet überdauern. Sie wurden nachgewiesen in der Tiefsee (unterhalb 4.000 m), im Himalaya (oberhalb 6.000 m), in den Polargebieten und in äquatorialen Gebieten. Bärtierchen haben einen gegliederten Körperbau mit Kopf und Rumpf, ein Nervensystem, 4 Beinpaare, einen Verdauungskanal mit Mundröhre, Magen und Darm. Schätzungen gehen von etwa 10.000 Arten aus von denen bis heute weniger als 1000 beschrieben sind.

      • Die Stammgruppe Deuterostomia (Neumünder oder Zweitmünder) [GROBBEN, 1908]

        • Der Stamm Chordata (Chordatiere) [BATESON, 1885]

          Alle Chordatiere zeigen eine Reihe gemeinsamer abgeleiteter Merkmale, die mehr oder weniger stark abgewandelt sein können. Gemeinsam die namensgebende Chorda dorsalis (ein stabförmiger Stützapparat im Rücken), das Neuralrohr (ein oberhalb der Chorda liegender Nervenstrang), der Kiemendarm (der zum Filterapparat erweiterte Vorderdarm), das bauchseitig gelegene Herz, das das Blut nach vorne zum Kopf pumpt, und der unterhalb der Chorda liegende Darm, der auf der Bauchseite nach außen mündet. Strukturiert werden die Chordatiere in

          • Cephalochordata oder Acrania (Schädellose) [OWEN, 1846]
            Die Schädellosen (Cephalochordata oder Acrania) sind fischförmige Lebewesen, die weder über einen knöchernen Schädel verfügen noch eine Wirbelsäule oder Extremitäten besitzen. Die einzigen noch lebenden Vertreter sind die Lanzettfischchen

          • Tunicata oder Urochordata (Manteltiere) [LAMARCK, 1816]

            Wichtiges Merkmal ist ein Cuticularmantel (Tunica), der von der einschichtigen Epidermis abgeschieden wird. Er besteht aus Tunicin, einem celluloseähnlichen Kohlenhydrat. Eine Ein- und Ausströmöffnung dient für das Atemwasser und die Planktonnahrung. Die Pumprichtung des Herzens wird in regelmäßigen Abständen umgekehrt. Unterschieden werden:

            • Die Klasse Appendicularia (Appendikularien oder Geschwänzte Manteltiere) [FOL, 1874]
            • Die Klasse Ascidiacea (Seescheiden) [NIELSEN, 1995]
            • Die Klasse Thaliacea (Salpen) [NIELSEN, 1995]

          • Vertebrata (Wirbeltiere) [CUVIER, 1812]
            • Die Überklasse Cyclostomata (Rundmäuler) [DUMÉRIL, 1806]
              • Die Klasse Myxini (Schleimaale)  [RAFINESQUE, 1815]
              • Die Klasse Petromyzontida (Neunaugen) [BERG, 1940]
            • Die Überklasse Gnathostomata (Kiefermäuler) [ZITTEL, 1879]
              • Die Klasse Chondrichthyes (Knorpelfische) [HUXLEY, 1880]
                • Batoidea (Rochen)
                  • Die Ordnung Rajiformes [BERG, 1940]
                  • Die Ordnung Pristiformes (Sägerochenartige)
                  • Die Ordnung Myliobatiformes (Stechrochenartige) [COMPAGNO, 1973]
                  • Die Ordnung Torpediniformes (Zitterrochenartige) [DE BUEN, 1926]
                • Selachi (Haie)
                  • Die Ordnung Carcharhiniformes (Grundhaie) [COMPAGNO, 1977]
                  • Die Ordnung Heterodontiformes (Stierkopfhaie) [BERG, 1940]
                  • Die Ordnung Hexanchiformes (Grauhaiartige oder Kammzähnerhaie) [BUEN, 1926]
                  • Die Ordnung Lamniformes (Makrelenhaiartige) [BERG, 1958]
                  • Die Ordnung Orectolobiformes (Teppichhaiartige) [APPLEGATE, 1972]
                  • Die Ordnung Pristiophoriformes (Sägehaie) [BERG, 1958]
                  • Die Ordnung Squaliformes (Dornhaiartige) [GOODRICH, 1909]
                  • Die Ordnung Squatiniformes (Engelhaie) [BUEN, 1926]
                • Die Ordnung Chimaeriformes (Seekatzen) [OBRUCHEV, 1953]
              • Die Reihe Osteichthyes (Knochenfische) [HUXLEY, 1880]
                • Die Klasse Actinopterygii (Strahlenflosser) [COPE, 1871]
                • Die Klasse Sarcopterygii (Fleischflosser) [ROMER, 1955]
              • Die Reihe Tetrapoda (Landwirbeltiere) [BROILI, 1913]
                • Die Klasse Amphibia (Amphibien) [GRAY, 1825]
                • Amniota (Nabeltiere oder Amnioten) [HAECKEL, 1866]
                  • Sauropsida [HUXLEX, 1873]
                  • Die Klasse Mammalia (Säugetiere) [LINNAEUS, 1758]
                    • Die Unterklasse Prototheria (Ursäuger) [GILL, 1872]
                      • Die Ordnung Monotremata (Kloakentiere) [BONAPARTE, 1838]
                    • Die Unterklasse Metatheria (Beutelsäuger) [HUXLEY, 1880]
                      • Die Ordnung Didelphimorphia (Beutelratten) [GILL, 1872]
                      • Die Ordnung Paucituberculata (Mausopossums) [AMEGHINO, 1894]
                    • Die Unterklasse Eutheria (Höhere Säugetierer) [HUXLEY, 1880]
                      • Die Ordnung Afrosoricida (Tenrekartige) [STANHOPE, 1998]
                      • Die Ordnung Artiodactyla (Paarhufer) [OWEN, 1848]
                      • Die Ordnung Carnivora (Raubtiere) [BOWDICH, 1821]
                      • Die Ordnung Cetacea (Wale) [BRISSON, 1762]
                      • Die Ordnung Chiroptera (Fledertiere) [BLUMENBACH, 1779]
                      • Die Ordnung Cingulata (Gepanzerte Nebengelenktiere) [ILLIGER, 1811]
                      • Die Ordnung Dasyuromorphia (Raubbeutlerartige) [GILL, 1872]
                      • Die Ordnung Dermoptera (Riesengleiter) [ILLIGER, 1811]
                      • Die Ordnung Diprotodontia [OWEN, 1866]
                      • Die Ordnung Eulipotyphla (Insektenfresser) [WADDELL, OKADA, HASEGAWA, 1999]
                      • Die Ordnung Hyracoidea (Schliefer) [THOMAS, 1892]
                      • Die Ordnung Lagomorpha (Hasenartige) [BRANDT, 1855]
                      • Die Ordnung Macroscelidea (Rüsselspringer) [BONAPARTE, 1838]
                      • Die Ordnung Microbiotheria [AMEGHINO, 1889]
                      • Die Ordnung Notoryctemorphia (Beutelmulle) [KIRSCH, 1977]
                      • Die Ordnung Peramelemorphia (Nasenbeutler) [KIRSCH, 1968]
                      • Die Ordnung Perissodactyla (Unpaarhufer) [OWEN, 1848]
                      • Die Ordnung Pholidota (Schuppentiere) [WEBER, 1904]
                      • Die Ordnung Pilosa (Zahnarme) [FLOWER, 1883]
                      • Die Ordnung Primates (Primaten) [LINNEAUS, 1758]
                      • Die Ordnung Proboscidea (Rüsseltiere) [ILLIGER, 1811]
                      • Die Ordnung Rodentia (Nagetiere) [BOWDICH, 1821]
                      • Die Ordnung Scandentia (Spitzhörnchen) [WAGNER, 1855]
                      • Die Ordnung Sirenia (Seekühe) [ILLIGER, 1811]
                      • Die Ordnung Tubulidentata (Röhrenzähner) [HUXLEY, 1872]

        • Der Stamm Echinodermata (Stachelhäuter) [KLEIN, 1734]
          Stachelhäuter (lat. echinatus = stachelig und gr. dermis = Haut) sind Meeresbewohner. Typisches Merkmal ist die fünfstrahlige Symmetrie, die erst nach einem Larvalstadium entwickelt wird.

        • Der Stamm Hemichordata (Kiemenlochtiere) [BATESON, 1885]
          Die wurmähnlichen Meerestiere können eine Länge von bis zu 2,50 Metern erreichen. Sie ernähren sich in dem sie Schlamm vom Boden aufnehmen und darin enthaltende organische Stoffe verdauen. Alternativ können sie im Wasser schwebende Nahrungsteile filtrieren. Bekannt sind ca. 100 Arten:

        • Der Stamm Xenacoelomorpha [PHILIPPE, BRINKMANN, COPLEY, MOROZ, POUSTKA, WALBERG, PETERSON & TELFORD, 2011]

          Die ca. 370 Arten dieser wurmartigen Tiere werden nur wenige Millimeter groß, besitzen keinen durchgängigen Darm, keine Kiemenbögen und keine Körperhöhle. Da sie über keinen After verfügen, dient der Mund als Ausscheidungsorgan. Sie leben im Meer zwischen den Partikeln des Sediments, auf der Oberfläche von Algen oder Korallen oder im Darm von Seegurken.