Estland
Estland (amtlich Republik Estland) gehört neben Lettland und Litauen zu den drei baltischen Staaten. Das Land war von 1918 bis 1940 unabhängig und ist es erneut seit 1991. Estland ist Mitglied der Vereinten Nationen, der NATO, der OSZE, der OECD und der EU. Seit dem 1. Januar 2011 ist der EURO offizielle Währung.
Mit einer Fläche von ca. 43.000 km² ist Estland in etwa so groß wie die Schweiz. Vor der estnischen Ostseeküste liegen mehr als 2.300 Inseln, von denen nur 19 bewohnt sind. Von den insgesamt etwa 1,3 Millionen Einwohnern leben rund 450.000 in der Hauptstadt Tallinn. Die Altstadt von Tallinn ist seit 1997 eine UNESCO-Welterbestätte. Die Ursprünge der Stadt stammen aus dem 13. Jahrhundert, als dort durch die Kreuzritter des Deutschen Ordens eine Burg erbaut wurde. Bis 1918 hieß Tallinn "Reval", ein Name der außerhalb Estlands noch recht lange verwendet wurde. Tatsächlich wurde der Name Taani-linna schon seit der Eroberung durch den dänischen König Waldemar im frühen 13. Jahrhundert verwendet und bedeutet "Dänische Burg".
Die Flagge Estlands wurde erstmalig im November 1918 eingeführt, als Estland während des Zerfalls des Russischen Reiches im Verlauf der Oktoberrevolution seine Unabhängigkeit erlangte. Nach der Invasion der Sowjetunion 1940 wurde die Flagge verboten. Erst ab 1990 nach der Loslösung von der Sowjetunion wurde sie wieder verwendet und zur Nationalflagge der Republik Estland erklärt. Das Blau steht für Treue und Vertrauen, das Schwarz für die Ahnen und die Vergangenheit und das Weiß für den Schnee und die Zukunft. 2001 schlug der Politiker Kaarel Tarand vor, die Flagge durch eine Kreuz-Flagge im Stil der skandinavischen Länder zu ersetzen, da insbesondere zu Finnland enge Kontakte aufgrund der Verwandtschaft der Sprachen und Kultur bestehen. Der Vorschlag konnte sich nicht durchsetzen.
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Mehr als 50 Prozent der estnischen Landesfläche sind bewaldet, vor allem durch Birken, Waldkiefern, Fichten, Tannen und Lärchen. Zudem gibt es viele Seen und Moore. Bei unserem Aufenthalt in Estland haben wir die Gelegenheit genutzt, den Nationalpark Lahemaa zu besuchen und den dortigen Lehrpfad des Viru-Hochmoors zu durchwandern.
Der Nationalpark Lahemaa liegt an der Nordküste Estlands. Es ist der älteste unter den sechs estnischen Nationalparks. Das 725 Quadratkilometer große Schutzgebiet umfasst dichte, unberührte Wälder, ausdehnende Moore und ist die Heimat vieler Wildtiere, wie Elche, Wildschweine, Bären und Luchse. Lahemaa wurde von der Europäischen Union der Naturschutzgebiete (EUROPARC Federation) mit einem Qualitätssiegel ausgezeichnet, das die nachhaltige Entwicklung des Naturtourismus würdigt. Das Gebiet des Nationalparks ist nur sehr dünn besiedelt, es gibt nur wenige kleine Dörfer mit jahrhundertealten Bauernhäusern und Gutshöfen.
Das Moor liegt in der Gemeinde Kuusalu im Landkreis Harju im Lahemaa-Nationalpark in der Nähe der Straße Tallinn–Narva. Die Fläche des Moores beträgt 235 Hektar. Es befindet sich an einer Stelle, an der sich nach dem Abschmelzen des Gletschereises ein See befand, dessen Schlammablagerungen bis heute am Moorgrund liegen. Als der See zuwuchs, begann sich ein Moor zu bilden, dessen Ausdehnung durch die umgebenden Dünenwälle begrenzt wurde. Da man weiß, dass das Torfwachstum pro Jahr durchschnittlich einen Millimeter beträgt und die Torfschicht etwa drei Meter dick ist, lässt sich das Alter des Viru-Moores auf etwa 3.000 Jahre berechnen.
Der Wanderweg durch das Viru-Moor beginnt in der Nähe der Straße Liiapeksi–Loksa und endet am Weg Jõelähtme–Kemba. Die meisten Wanderer starten am Parkplatz an der Straße nach Loksa. Dort gibt es eine Informationstafel mit Hinweisen zum Wanderweg, zum Moor und der dortigen Fauna und Flora. Ein befestigter Waldweg führt zum Einstieg ins Moor.
Der Rundweg durch das Moor ist 3,5 Kilometer lang. Berechnet man den Weg vom Parkplatz und später wieder zurück zum Parkplatz, kommt man auf rund 5,5 Kilometer. Ein wesentlicher Teil des Weges führt über Holzplanken. Bei trockenem Wetter ist der Weg unproblematisch, bei Nässe kann es rutschig werden.
Etwa in der Mitte des Pfades befindet sich ein elf Meter hoher Aussichtsturm, der einen wunderbaren Blick über das gesamte Moor bietet.
Viru-Hochmoor
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Es gibt viele Informationstafeln auf denen die Entstehungsgeschichte des Moores, seine Bedeutung für die Natur und für die Menschen erläutert wird. Zudem gibt es Hinweise zu den Renaturierungsarbeiten, mit denen das ehemalige Torfabbaugebiet im hinteren Teil des Moores wiederbelebt werden soll. Umfangreich sind auch die Informationen zu den Moorpflanzen wie Sumpf-Labrador, Moor-Rosmarin, Hasenschwanz-Wollgras, insektenfressende Sonnentau-Pflanzen und Moltebeeren. Letztere wird als Lebensmittel ebenso geschätzt wird, wie als Heilkraut. Außerdem gibt es Heidekraut, Preiselbeeren, Heidelbeeren und im Herbst verschiedene Speisepilze.




















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