Antigua

Ein Besuch des Wallings Nature Reserve auf der Insel mit 365 Stränden

Einer von 365 Stränden auf Antigua
Antigua ist einer Ausdehnung von ca. 16 km x 24 km eine beinahe kreisförmige Insel. Sie entstand vor ca. 30 Millionen Jahren. Ihr Ursprung ist ein Vulkankegel, der noch heute knapp die Hälfte der Landfläche ausmacht.
Die sehr unregelmäßig verlaufende Küstenlinie ist 87 km lang und setzt sich zusammen aus zahlreiche Buchten, Salzseen, Sümpfen, Mangroven und vorgelagerte Riffen. Ursprünglich war Antigua mit dichtem Wald bedeckt, heute ist davon nur noch wenig zu sehen.
Neben dem Export von Rum, Ananas und Baumwolle leben die ca. 67.000 Einwohner vom Tourismus. Geworben wird mit dem Slogan "365 Strände, für jeden Tages des Jahres ein anderer".

Früher einmal war Antigua spanische, französische und dann britische Kolonie. Seit 1981 bildet Antigua zusammen mit Barbuda und der nur 1,5 km² großen unbewohnten Insel Redonda bildet den Staat "Antigua und Barbuda".  Die Amtssprache ist weiterhin Englisch (mit einem für die Karibik typischen Dialekt), es gilt Linksverkehr und Volkssport Nummer 1 ist Cricket.

Der Name "Antigua" wurde 1493 von Christoph Kolumbus vergeben. Er benannte die Insel nach seiner Schutzheiligen Maria, die u. a. in der Kathedrale von Sevilla als Virgen de la Antigua verehrt wird. Kolumbus selbst hat die Insel vermutlich nie betreten. Für ihn war es lediglich eine von Wilden bewohnte Insel, ohne Trinkwasser und ohne jeden Wert. Besiedlungsversuche der Spanier wurden rasch wieder aufgegeben. Erst 1632 wurde Antigua von den Briten kolonialisiert, wenig später von den Franzosen erobert. 1674 bildete Antigua zusammen mit Nevis, St. Kitts und Montserrat eine Konföderation englischer Inselkolonien und blieb britisch bis zur Unabhängigkeit. 

Die vielen Strände, Lagunen und Seen bietet gute Habitate für zahlreiche Vogelarten, wie Pelikane, Reiher, Möwen und Brachvögel.

Braunpelikan (Pelecanus occidentalis occidentalis)
Ein Braunpelikan ...

Braunpelikan (Pelecanus occidentalis occidentalis)
... startet aus dem Wasser ...

Braunpelikan (Pelecanus occidentalis occidentalis)
... hebt ab ...

Braunpelikan (Pelecanus occidentalis occidentalis)
... und fliegt davon.


Braunpelikane (Pelecanus occidentalis occidentalis) erreichen eine Körperlänge von bis zu 1,40 und eine Flügelspannweite von ca.2 Metern. Sie erbeuten ihre Nahrung hauptsächlich tauchend. Sie erspähen die Beute aus der Luft und tauchen von einer Höhe bis zu 20 Metern mit angelegten Flügeln ins Wasser. Sobald der Schnabel die Wasseroberfläche trifft, legt der Vogel seine Beine und Flügel nach hinten an, damit die Bewegung zur Beute hin nicht abgebremst wird. Gleichzeitig vermindern Luftpolster im Bauchbereich die Wucht des Aufpralls und verhindern das vollständige Eintauchen ins Wasser. Damit stehen den Tieren lediglich diejenigen Beutetiere zur Verfügung, die sie mit ihrem unter der Wasseroberfläche befindlichen Kopf und Schnabel erreichen können.

Schmuckreiher (Egretta thula thula)
Schmuckreiher
(Egretta thula thula)

Kuhreiher (Bubulcus ibis)
Kuhreiher
(Bubulcus ibis)

Kuhreiher (Bubulcus ibis)
Kuhreiher
(Bubulcus ibis)

Aztekenmöwe (Leucophaeus atricilla atricilla)
Aztekenmöwe
(Leucophaeus atricilla atricilla)

Kleiner Gelbschenkel (Tringa flavipes)
Kleiner Gelbschenkel
(Tringa flavipes)

Drosseluferläufer (Actitis macularius)
Drosseluferläufer
(Actitis macularius)


Das Antigua mehr zu bieten hat als nur Strände, beweist das Wallings Nature Reserve. Es liegt im Südwesten von Antigua und geht zurück auf ein Wasserreservoir, das ab 1890 errichtet und um 1900 fertig gestellt wurde. Es wurde zur Versorgung der lokalen Bevölkerung mit einem Fassungsvermögen von 13 Millionen Liter Wasser konzipiert. 1945 wurde ein Teich angelegt, dessen Wasser bei Bedarf in das Reservoir gepumpt werden konnte. Das Nature Reserve trägt den Namen von Sir Sydney Walling, einem bekannter Cricketspieler, der in den 1930er und 40er Jahren für Antigua und Barbuda spielt. Auch eine der wichtigsten Straßen, von den Einheimischen als "Major Highway" bezeichnet, trägt seinen Namen. Seit Oktober 2018 wird das Schutzgebiet von Mitarbeitern und Freiwilligen der John Hughes Gemeinde verwaltet.

Informationstafel zu den Wanderwegen
Informationstafel zu den Wanderwegen

Das Wallings Nature Reserve bildet den größten noch erhaltenen immergrünen Wald auf Antigua mit 40 verschiedenen Baumarten, darunter Robinie (Hymenaea courbaril), Eisenholz (Exostema caribaeum), Mahoe (Daphnosis caribaea), Mango (Mangifera indica), Weißzeder (Tabebuia pallida), Mahagoni (Swietenia mohogani) und spanische Eiche (Inga laurina). Auch die Tierwelt ist interessant. Es gibt u.a. Anolis, Schmetterlinge und Vögel.

Teich
Teich

Es gibt verschiedene Wege, die man alleine laufen kann oder auf Wunsch mit einem Guide. Zunächst führt ein breiter und recht bequemer Weg in Richtung des Wasserreservoirs. Nach und nach werden die Trails enger, steiler und schwieriger. Sehr empfehlenswert ist die Signal Hill Tour. Sie führt hinauf zu einem Aussichtspunkt, der einen 360-Grad-Blick auf Antigua bietet und je nach Weitsicht sogar einen Blick auf Barbuda, Redonda, Montserrat und Guadeloupe ermöglicht.

Junonia genoveva
Junonia genoveva

Anartia jatrophae jatrophae
Anartia jatrophae jatrophae

Watts Anolis (Anolis wattsii)
Watts Anolis
(Anolis wattsii)

Sperlingstäubchen (Columbina passerina nigrirostris)
Sperlingstäubchen
(Columbina passerina nigrirostris)

Küstentaube (Zenaida aurita aurita)
Küstentaube
(Zenaida aurita aurita)

Loxigilla noctis ridgwayi (Bartgimpelfink)
Bartgimpelfink
(Loxigilla noctis ridgwayi)

Grauer Königstyrann (Tyrannus dominicensis vorax)
Grauer Königstyrann
(Tyrannus dominicensis vorax)

Quiscalus lugubris fortirostris (Trauergrackel)
Trauergrackel
(Quiscalus lugubris fortirostris)

Blaustern-Antillenkolibri (Eulampis holosericeus holosericeus)
Blaustern-Antillenkolibri
(Eulampis holosericeus holosericeus)

 

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