Barbados - Die Insel der Bärtigen

Rundreise auf Barbados mit einem Besuch des Sunbury Plantation House und des Primate Research Centre and Wildlife Reserve

Barbados ist die östlichste Insel der Kleinen Antillen. Im Gegensatz zu den meisten Nachbarinseln besteht Barbados nicht aus vulkanischem Gestein, sondern aus Kalk- und Sandsteinbänken, die von einer bis zu 90 Meter dicken Korallenkalkschicht bedeckt sind. Früher beherrschte der tropische Regenwald fast die gesamte Insel, der nach und nach von Zuckerrohrplantagen und Kulturland verdrängt wurde. Heute sind nur noch ca. 18 Hektar im Turner's Hall Wood verblieben. Die Atlantikküste ist felsig und oft sehr stürmisch. Die hohen Wellen sind bei Surfern beliebt, das Baden jedoch ist nicht ungefährlich und daher häufig verboten. Völlig anders präsentiert sich die karibische Seite der Insel. Sie bietet wunderschöne Sandstrände und dazu passend ruhiges, klares und warmes Wasser.
Auf Barbados leben ca. 300.000 Menschen, davon gut ein Drittel in der 1628 gegründeten Hauptstadt Bridgetown. Die gesamte Altstadt von Bridgetown ist seit 2011 ein UNESCO-Welterbe.

Blick auf die Atlantikküste
Blick auf die Atlantikküste

Morgan Lewis Sugar Mill, die einzige vollständig erhaltende Mühle
Morgan Lewis Sugar Mill,
die einzige vollständig erhaltende Mühle

Die stürmische Atlantikküste
Die stürmische Atlantikküste

Kuhreiher (Bubulcus ibis)
Kuhreiher
(Bubulcus ibis)

Barbados
Flagge Barbados Der Name der Insel stammt aus dem portugiesischen "os barbados", was "die Bärtigen" bedeutet. Als der portugiesische Entdecker Pedro Campos die Insel 1536 betrat, sahen die frei herabhängenden Wurzeln der Feigenbäume für ihn aus wie Bärte. 1625 wurde Barbados von den Engländern übernommen. Sie blieb in britischem Besitz bis 1962. Seit dem 31.12.1966 ist Barbados unabhängig. Zur 55. Wiederkehr des Unabhängigkeitstages am 30. November 2021 soll Barbados zur Republik erklärt werden.

Die Flagge von Barbados "The Broken Trident" (Der abgebrochene Dreizack) stammt aus dem Jahr 1966 und wurde von Grantley W. Prescod gestaltet. Der linke blaue Streifen symbolisiert den Himmel, der rechte blaue Streifen das Meer und der mittlere goldene Streifen den Sand der Strände.

In der vor 1966 verwendeten Kolonialflagge war ein Dreizack des Meeresgottes Neptun zu sehen, der die Herrschaft Großbritanniens über die Meere darstellt. Dieser Dreizack wurde in die neue Flagge übernommen. Jetzt aber ist der Schaft abgebrochen und die britische Herrschaft damit beendet.


Die Tierwelt von Barbados umfasst nur wenige Arten. Die Grünen Meerkatzen wurden vor etwa 250 Jahren aus dem Senegal und aus Gambia eingeführt. Auch Mungos wurden importiert, als natürliche Waffe gegen Ratten und Mäuse. Dieser verhängnisvolle Fehler hat auf vielen karibischen Inseln dazu geführt, dass viele einheimische Reptilien, Amphibien, Kleinsäuger und Vögel weitgehend verschwunden sind. Nun werden die Mungos selbst zur Plage. Auf Barbados endemisch sind der Barbados-Gimpelfink und der Barbados Anolis. Die Trauergackel stammt ebenfalls aus Barbados, ist inzwischen auch auf Antigua, Barbuda und Dominica heimisch.

Loxigilla barbadensis
Barbados-Gimpelfink
(Loxigilla barbadensis)

Barbados Anolis (Anolis extremus)
Barbados Anolis
(Anolis extremus)

Trauergrackel (Quiscalus lugubris fortirostris)
Trauergrackel
(Quiscalus lugubris fortirostris)

Chlorocebus pygerythrus
Südliche Grünmeerkatze
(Chlorocebus pygerythrus)

Chlorocebus pygerythrus
Südliche Grünmeerkatze
(Chlorocebus pygerythrus)

unbekannter Tausendfüßer
unbekannter
Tausendfüßer


Sunbury Plantation House

Einen Eindruck vom Leben auf den Zuckerrohrplantagen des 18. und 19. Jahrhunderts erhält man im über 300 Jahre alten Sunbury Plantagenhaus. Es gehörte ursprünglich dem Iren Matthew Chapman, einem der ersten Siedler auf Barbados. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde es 1984 für Besucher geöffnet. Die bis zu 65cm dicken Außenwände hielten vielen Hurrikans stand, konnten aber die beinahe vollständige Zerstörung des Hauses durch ein Feuer im Juli 1995 nicht verhindern. Das Gebäude wurde originalgetreu restauriert und im August 1996 wieder eröffnet. Da das Original-Mobiliar und die Ausstellungsgegenstände nahezu vollständig zerstört wurde, wurden sie durch andere historische Gegenstände aus Sammlungen oder aus Privatbesitz ersetzt. Heute besitzt das Plantagenhaus einige sehenswerte Sammlungen, u.a. antike Kutschen, optische Geräte und Maschinen.

Sunbury
Sunbury Plantagenhaus

Eingang
Eingang

Seitenansicht
Seitenansicht

Kanone aus der Kolonialzeit
Kanone aus der Kolonialzeit

Der Speisesaal
Der Speisesaal

Der Arbeitsplatz
Der Arbeitsplatz

Sitzecke
Sitzecke

Gästebett
Gästebett

Antike Kutschen
Antike Kutschen


The Barbados Primate Research Centre and Wildlife Reserve

Das Wildlife Reserve wurde 1985 gegründet und beschäftigte sich zunächst mit der Erforschung der Grünen Meerkatzen. Mittlerweile leben hier auch zahlreiche andere Tierarten, darunter mehr Köhlerschildkröten, als im gesamten übrigen Teil der Insel. In die wunderschöne Anlage in der nördlichen Gemeinde St. Peter wurden zahlreiche Bestandteile alter Zuckerfabriken eingearbeitet. Mit den gelben Ziegeln der Gebäude wurden zum Beispiel die Wanderwege befestigt. Gehege und viele Mauerwerke wurden aus Korallen angefertigt. Viele Arten wie Affen, Schildkröten, Maras, Pfaue, Hühner oder Mazamas können sich in der gesamten Anlage frei bewegen. Die Affen halten sich ab und an außerhalb der Anlage auf, kehren aber stets wieder zurück. Andere Arten, wie die seltenen kubanischen Schwarzleguane oder die Kaimane leben ebenfalls im Außenbereich, können ihre Anlagen allerdings nicht verlassen. Nur wenige Tiere, wie die Schlangen, sind in Terrarien untergebracht.

Kuba-Leguane (Cyclura nubila)
Kuba-Leguan
(Cyclura nubila)

Kuba-Leguane (Cyclura nubila)
Kuba-Leguane
(Cyclura nubila)

Kuba-Leguan (Cyclura nubila)
Kuba-Leguan
(Cyclura nubila)

Mazama americana
Großmazama
(Mazama americana)

Mazama americana
Großmazama
(Mazama americana)

Mazama americana
Großmazama
(Mazama americana)

Malayopython reticulatus
Netzpython
(Malayopython reticulatus)

Köhlerschildkröte (Chelonoidis carbonaria)
Köhlerschildkröte
(Chelonoidis carbonaria)

Großer Pampashase oder Mara (Dolichotis patagonum)
Großer Pampashase oder Mara
(Dolichotis patagonum)

Blauer Pfau (Pavo cristatus)
Blauer Pfau
(Pavo cristatus)

Brillenkaiman (Caiman yacare)
Brillenkaiman
(Caiman yacare)

Antillen-Fruchtvampire (Brachyphylla cavernarum minor)
vermutlich Antillen-Fruchtvampire
(Brachyphylla cavernarum minor)

Es gibt einen schönen Weg durch den Wald, der unter anderem zu einer Höhle führt. Man geht hindurch und denkt: OK, ganz nett. Am Ausgang steht ein Schild mit einem überraschenden Inhalt: Hast Du die Fledermäuse bemerkt? Und tatsächlich, auf dem Rückweg schauten wir genauer hin. An der Decke hingen zahlreiche Fledermäuse, vermutlich Antillen-Fruchtvampire (Brachyphylla cavernarum minor).

 

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Verweise